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Missbrauch auf Schultoilette Täter in Klinik eingewiesen

Nach dem sexuellen Missbrauch einer Siebenjährigen auf der Toilette ihrer Grundschule ist der Täter zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Zugleich ordnete das Landgericht Koblenz mit seinem Urteil vom Mittwoch die sofortige Überweisung des 38-Jährigen in eine psychiatrische Klinik an.

"Der Angeklagte wird erst wieder frei sein, wenn er therapiert ist und keine Gefahr mehr darstellt für die Allgemeinheit", begründete die Vorsitzende Richterin Monika Fay-Thiemann die Entscheidung.

Der einschlägig vorbestrafte 38-Jährige hatte zugegeben, das Kind im Dezember in dem außerhalb des Schulgebäudes gelegenen Toilettentrakt der Grundschule in Koblenz missbraucht zu haben. Damit ersparte er dem Opfer die Aussage vor Gericht. Bis heute leidet die Siebenjährige nach Angaben der Mutter und einer behandelnden Psychologin unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und werde noch immer stationär behandelt.

Mit dem bereits rechtskräftigen Urteil wegen sexueller Nötigung in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch blieb das Landgericht sechs Monate unter der von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftstrafe. Vorrang vor der Haft habe zudem eindeutig die Unterbringung des "krankhaft pädophilen" Mannes in einer geschlossenen Klinik. Ob er überhaupt die Gefängnisstrafe absitzen müsse, ist nach Angaben von Oberstaatsanwalt Gebhard Weber vom Behandlungserfolg und von der Dauer des Klinikaufenthalts abhängig. Der Verteidiger hatte drei Jahre Haft gefordert.

"Es gibt keine Entschuldigung für jemandem, der einem Kind so weh tut", sagte die Mutter des Opfers, die vor Gericht als Nebenklägerin aufgetreten war. Ihre Tochter und auch sie selbst würden vermutlich "ein Leben lang mit dieser Tat konfrontiert bleiben".

Quelle: ntv.de