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Mittwoch, 16. Juli 2003

Ausstieg komplett: Telekom verkauft Kabel BW

Die Deutsche Telekom hat sich vollständig aus dem TV-Kabelgeschäft verabschiedet und damit einen weiteren Teil ihrer Finanzverbindlichkeiten abgebaut. Auch die restlichen 40 Prozent der Anteile an der Kabel Baden-Württemberg sind nun im Besitz einer Gruppe internationaler Banken und Pensionsfonds unter der Führung der Private Equity Gesellschaft Blackstone Group, die bereits 60 Prozent der Kabel BW kontrollierten. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Erst zu Jahresbeginn hatte die Telekom ihre übrigen sechs regionalen Kabelnetze verkauft. Den Zuschlag hatte für 1,725 Mrd. Euro ein Investorenkonsortium aus Goldman Sachs Capital, Apax Partners und Providence Equity erhalten.

Zuvor war der Verkauf der sechs Kabelgesellschaften an den US-Medienkonzern Liberty Media für 5,5 Mrd. Euro vom Bundeskartellamt mit der Begründung untersagt worden, dass Liberty nicht bereit sei, hinreichend in den Ausbau der Netzinfrastruktur zu investieren. Liberty-Chef John Malone hatte das geplante Investitionsvolumen in den Netzausbau aus Wirtschaftlichkeits-Gründen auf zehn Mrd. Euro begrenzt.

Die Behörde verwies dagegen auf das Beispiel der Callahan Gruppe, die das Kabelnetz in Nordrhein-Westfalen und zunächst auch 60 Prozent des Netzes in Baden-Württemberg erworben hatte. Callahan hatte versprochen, das Netz in NRW ('Ish') so aufzurüsten, dass zugleich digitaler TV-Empfang, Telefonieren über das TV-Kabel sowie Hochgeschwindigkeits-Internetzugang möglich sei.

Inzwischen ist die Ish-Mutter Callahan Nordrhein-Westfalen insolvent, ein hochrangiger Partner einer großen Private Equity Gesellschaft bezeichnet das Callahan-Geschäft in Deutschland als "Schrott".

Ish war im vergangenen September in das Eigentum eines Bankenkonsortiums unter der Führung von Deutscher Bank und Citigroup übergegangen. An der Holding Callahan NRW (Holdco) hatte Callahan 55 Prozent und die Deutsche Telekom 45 Prozent gehalten.

Quelle: n-tv.de