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Trotz Tod auf Tournee The Who machen weiter

Die Rockband The Who will ihre geplante US-Tournee trotz des Todes von Bassist John Entwistle durchführen. Die Tour werde am Montagabend mit einem Auftritt zu Ehren Entwistles in Los Angeles beginnen, erklärte die Band am Freitag auf ihrer Website. Bass spielen wird der Brite Pino Palladino, der sich in der Vergangenheit bereits an Soloprojekten von Who-Gitarrist Pete Townshend beteiligt hat.

Die Band wolle alle geplanten Tourtermine wahr nehmen und die beiden nach Entwistles Tod abgesagten Konzerte zu einem späteren Zeitpunkt nachholen, hieß es weiter. Die Leiche des 57-Jährigen war am Donnerstag in einem Hotelzimmer in Las Vegas gefunden worden. Entwistle starb vermutlich an einem Herzinfarkt.

The Who wollten ihre Tournee ursprünglich am Freitagabend im Hard-Rock-Hotel von Las Vegas beginnen.

Kultband der 60er

Der gestorbene Entwistle gehörte neben Komponist und Gitarrist Pete Townshend und Sänger Roger Daltrey 1964 zu den Gründungsmitgliedern der Londoner Band. The Who feierten ihren Durchbruch in den 60er Jahren und wurden rasch zu einer der bedeutendsten Rockbands der Musikgeschichte.

Sie galten als Sprachrohr der proletarischen "Mods"-Kultur, einer Gegenbewegung zu den Rockern. Die Mods fuhren keine schweren Motorräder, sondern Motorroller mit vielen Spiegeln, waren adrett gekleidet und hatten die besseren Manieren.

Zu ihren größten Hits von The Who gehören "I Can See For Miles", "My Generation", "Pinball Wizard" und "Substitute". 1982 löste sich die Band nach einem Konzert in Toronto auf, schloss sich jedoch später für gemeinsame Auftritte wieder zusammen.

Würdigung des Verstorbenen

Musikerkollegen würdigten Entwistle als einen der größten Bassisten aller Zeiten: "Er hat aus einer Bassgitarre genauso viel herausgeholt wie Jimi Hendrix aus einer Gitarre", sagte Luongo. "Ein wahres Genie", sagte Ray Manzarek von den Doors. Sammy Hagar, füherer Leadsänger von Van Halen, sagte: "Er war der bescheidenste Rockstar, den ich jemals getroffen habe. Und gleichzeitig hatte er die besten Hände am Bass, die es jemals in der Geschichte des Rock'n'Roll gegeben hat."

Quelle: n-tv.de