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Musik als Trauerarbeit "The Who" ohne Entwistle

Es war nicht einfach nur ein Gig, es war der erste ohne John Entwistle. Am Montag gab die US-Rockband "The Who" im vollbesetzten "Hollywood Bowl" in Los Angeles ihr erstes Konzert nach seinem Tod. Der Bassist war am vergangenen Donnerstag im Alter von 57 Jahren im Schlaf gestorben.

Daraufhin wurden die ersten beiden Konzerte der US-Tournee bis auf weiteres abgesagt. Sänger Roger Daltrey und Gitarrist Pete Townshend fanden in dem Bassisten Pino Palladino einen Nachfolger für Entwistle. Palladino spielte schon bei "Tears For Fears", Eric Clapton und Elton John.

Um ihre Trauer über das verstorbene Bandmitglied zu verarbeiten, beschlossen Daltrey und Townshend, durch sehr laute Musik über den Verlust hinweg zu kommen. So lautete die erste Dienstanweisung für das neue Bandmitglied Palladino - wie auf Townshends Hompage zu lesen ist: "Vor allem - spiel so laut, wie du es ertragen kannst!"

Nach den ersten beiden Songs sagte Sänger Daltrey den Fans im "Hollywood Bowl ": "Ich will nur sagen, dass wir heute für John Entwistle spielen. Er war der wahre Geist des Rock'n'Roll und er lebt in der Musik weiter, die wir spielen."

Während alles noch auf “The Who“ wartete, wurde die Band auf einem großen Bildschirm bei ihren Proben vor zwei Wochen gezeigt. Immer wenn Entwistle zu sehen war, gab es einen Riesenapplaus. Die meisten Fans äußerten sich jedoch überzeugt, dass die Band auch ohne ihren ursprünglichen Bassisten weiter bestehen werde. Er habe zwar auf die Musik einen großen Einfluss gehabt, wegen seiner ruhigen Art aber nicht auf die Show, das Markenzeichen der Band.

“The Who“ wurden Anfang der 60er Jahre gegründet von Townshend, Daltrey, Entwistle und Drummer Keith Moon, der 1978 an einer Überdosis Drogen starb. Sie entwickelten sich rasch zu einer der bedeutendsten britischen Rockbands überhaupt. Ihr Song “My Generation" wurde zum Markenzeichen einer ganzen Generation, weitere Tophits waren “I Can See For Miles", “Pinball Wizard", “Happy Jack" und “Substitute". Später schrieben sie mit der Rockoper “Tommy" Musikgeschichte.

Quelle: n-tv.de