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Vergabe des Pfandsystems Tomra wiegelt ab

Die norwegische Tomra hat Berichte über die Ausstattung Deutschlands mit ihrem Einwegpfandsystem relativiert. Man wolle ausdrücklich klarstellen, dass Tomra entgegen anderslautender Medienberichte nicht beabsichtige, ein nationales Einwegpfandsystem zu betreiben, hieß es nun in einer Pressemitteilung.

Das "Handelsblatt" hatte zuvor berichtet, dass sich Handel und Industrie nach zähen Verhandlungen im Rennen um das Rücknahmesystem für Einweg-Getränkeverpackungen offenbar auf den norwegischen Weltmarktführer geeinigt hätten. Das Geschäft habe einen Wert von jährlich 500 Mio Euro, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Verhandlungskreisen.

Rewe, Coca Cola, Metro, Edeka und weitere im Getränkegeschäft tätige Konzerne, die sich ebenfalls um den Auftrag bemüht hatten, seien damit leer ausgegangen, hieß es. Entscheidend sei die Verfügbarkeit der Rücknahmetechnik gewesen, zitierte die Zeitung Verhandlungskreise. Ohne den Zeitdruck, die bundesweite Rücknahme schon bis zum Herbst zu organisieren, hätte wahrscheinlich eher das konkurrierende System der REWE-Tochter, Deutschen Pfand AG das Rennen gemacht. Ab Oktober soll das Rücknahmesystem bundesweit die Pfandauszahlung auf Dosen und Einwegflaschen garantieren.

Der Vorschlag sei gemeinsam mit anderen Automatenherstellern entwickelt worden, erklärte nun Tomra. Es handele sich daher nicht um den isolierten Vorschlag eines einzelnen Unternehmens, hieß es. Insbesondere sei die Entscheidung über den Sicherheitsstandard keine Vorentscheidung für andere Systembausteine wie Clearingstelle, Logistik oder Verwertung. Der Sicherheitsstandard sei offen und ermögliche wettbewerbsorientierte Entscheidungen im Hinblick auf die gesamte Wertschöpfungskette, hieß es.

Zudem bleibe festzuhalten, dass die von der Berliner Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt (AGVU) getroffene Entscheidung noch von Spitzenvertretern aus Handel und Industrie bestätigt werden muss, betonte Tomra. Dem "Handelsblatt" zufolge will die AGVU das Ergebnis am 24. Januar verkünden.

Quelle: ntv.de