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Busunglück von Lyon Trauer in Neumünster

Fünf Tage nach dem schweren Busunglück in Lyon haben in Schleswig-Holstein rund 200 Trauergäste der Opfer gedacht. "Wir trauern mit Ihnen um elf Menschen aus unserem Land", sagte Ministerpräsidentin Heide Simonis bei der Gedenkfeier in Neumünster an die Angehörigen gerichtet. Die Leichen der Opfer wurden unterdessen nach Hannover übergeführt. Vom Flughafen Langenhagen aus wurden die Toten in ihre Heimatorte gebracht.

Insgesamt waren bei dem Unfall am vergangenen Samstag 28 Touristen aus Deutschland gestorben. Davon stammten neben den schleswig-holsteinischen Opfern zehn aus Niedersachsen, fünf aus Nordrhein-Westfalen und je eine Frau aus Hamburg und Rheinland-Pfalz.

Den Gottesdienst gestalteten die Lübecker Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter und der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke. Für die 28 Todesopfer wurden Kerzen in der Kirche entzündet. Innenminister Klaus Buß hatte für den ganzen Tag Trauerbeflaggung im gesamten Bundesland angeordnet. Am Nachmittag sollten die Leichen der Opfer von Frankreich nach Hannover übergeführt werden.

Simonis kündigte für Landes- und Bundesregierung Beratungen über Sicherheitsverbesserungen an. "Eine noch so perfekte technische Ausstattung bietet jedoch keine Garantie für den fehlerlosen Gebrauch", sagte sie und fügte hinzu: "Menschliches Versagen wird es leider immer geben. Das erinnert uns daran, dass wir alle nicht unfehlbar sind."

Der Doppelstockbus aus Niedersachsen war in strömendem Regen auf der Autobahn bei Lyon ins Schleudern geraten und eine Böschung hinab gestürzt. Dabei wurde der hintere obere Teil zusammengedrückt. Augenzeugen hatten nach dem Unfall berichtet, der Bus mit 73 Urlaubern auf dem Weg nach Spanien sei infolge Aquaplaning von der Autobahn abgekommen. Den Ermittlungen zufolge war der 54-jährige Busfahrer zu schnell gefahren.

Quelle: ntv.de