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Uns're Schildkröte heißt Ormanda Typisch deutsch!

Die Amerikaner haben zwar alles getan, damit die Staats- und Regierungschefs beim G8-Gipfel auf Sea Island in aller Abgeschiedenheit tagen können, doch ganz unter sich sind die Schwergewichte der Weltpolitik nicht. Am Strand legen zur Zeit Riesenschildkröten ihre Eier, und der Bundesstaat Georgia ist derart stolz auf das Naturspektakel, dass selbst der Geheimdienst die Tiere nicht als Sicherheitsrisiko abstempeln und von der Insel verbannen konnte.

Ganz im Gegenteil: Georgia will den hohen Herren die Riesenpanzertiere richtig nahe bringen. Acht Exemplare der Gattung "caretta caretta" (unechte Karettschildkröte) wurden zu Ehren der Gipfelländer von Schulkindern getauft. Die italienische Schildkröte heißt beispielsweise Belissima, die französische Bon Jour und die englische Tea Cake. Die deutsche Schildkröte heißt nicht etwa Franz, Bratwurst oder Blaskapelle, sondern - wirklich typisch deutsch - "Ormanda".

"Ormanda? Ist das vielleicht russisch?" fragen dann auch deutsche Gipfel-Delegierte ratlos. Mitnichten, belehrt das Büro von Georgias Gouverneur Sonny Perdue. Das sei deutsch und heiße "vom Meer". Der Namensvorschlag wurde aus 1.200 ausgewählt und stammt von der 2. Klasse der Kennesaw-Grundschule. Deutsch steht nicht auf ihrem Lehrplan.

Die acht Auserwählten, stattliche Schildkrötendamen mit einem Gewicht von bis zu 165 Kilogramm, wurden als Teil eines Bio-Lernprogramms für Kinder mit kleinen Sendern ausgestattet, um ihren Werdegang zu verfolgen. Zum Gipfelauftakt hatte Ormanda aber offenbar das Weite gesucht - nur die Standorte von Tea Cake, Sherokee Rose (USA) und der "Russin" Sherapakha waren auszumachen.

Quelle: ntv.de