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Größter Nettoverlust UAL fliegt tief

(Reuters) - Die UAL, Mutter der zweitgrößten US-Fluggesellschaft United Airlines, hat 2001 wegen des Geschäftseinbruchs im Sog der Anschläge vom 11. September den größten Verlust in der Luftfahrtgeschichte eingefahren. Der Nettoverlust habe im vergangenen Jahr 2,1 Milliarden Dollar, der Betriebsverlust 3,7 Milliarden Dollar betragen, teilte UAL am Freitag in Chicago mit.

Tarifverhandlungen belasteten das vor 75 gegründete Unternehmen zusätzlich. Nach wie vor seien zudem die Preise für Flugtickets bei Geschäftsreisen zu niedrig. Zu Spekulationen, United müsse möglicherweise Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Konkursrechts beantragen, lehnten Firmenvertreter jeden Kommentar ab.

Der Aktienkurs fiel bis Handelsschluss deutlich. Der UAL-Fehlbetrag übertraf deutlich die zuletzt gemeldeten Verluste der US-Konkurrenz. So hatte Branchenprimus AMR 2001 netto ein Minus von 1,7 Milliarden Dollar verzeichnet. Im vierten Quartal sei trotz eines Sonderertrags von 332 Millionen Dollar der Netto-Verlust auf 308 (Vorjahr 71) Millionen Dollar angewachsen, hieß es von UAL.

Damit fiel der Fehlbetrag in den letzten drei Monaten 2001 aber etwas geringer aus als von Analysten erwartet. Auch im laufenden Quartal erwartet der Konzern trotz "ermutigender Trends" einen "bedeutenden Verlust", ohne diesen näher zu beziffern. Zu den Sonderposten zählten Regierungszuschüsse in Höhe von 261 Millionen Dollar zur Stützung der Fluglinie sowie Gewinne aus dem Verkauf von Beteiligungen an Cenant Corp, teilte UAL weiter mit.

Je Aktie belief sich den Angaben zufolge der Verlust auf 5,68 Dollar verglichen mit 1,40 Dollar vor Jahresfrist. Vor Sonderposten betrug der Verlust je Anteisschein 11,74 Dollar und war damit niedriger als die Analystenprognose von 14,96 Dollar. Der Umsatz brach im Jahresvergleich um vierzig Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar ein.

Zwar sei in den Zahlen ein Rückgang sowohl der Geschäfts- als auch der Freizeitreisen enthalten, erklärte Konzernchef Jack Creigthon. Zugleich signalisiere die Entwicklung aber auch eine allmähliche Erholung der Luftfahrt. UAL konzentriere sich darauf, Kosten zu reduzieren.

Dazu gehörten auch die Arbeitskosten, die mit 38 Prozent der Gesamtaufwendungen zu den höchsten der ganzen Branche zählten. Seit den Anschlägen vom 11. September hat sich der Aktienkurs von UAL halbiert. Am Freitagabend schloss das Papier in einem leichten Marktumfeld mit 13,43 Dollar um 8,64 Prozent niedriger als am Vortag.

Quelle: ntv.de