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Kampf gegen Kinderhandel UNICEF will helfen

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF hat zu Spenden für die Opfer des weltweiten Kinderhandels aufgerufen, denn Kinderhandel ist ein grausames Geschäft mit der Not. "Die Profiteure nutzen Armut und Unwissenheit aus", sagte Schirmherrin Christina Rau beim Start der diesjährigen UNICEF-Weihnachtsaktion in Berlin.

Kinder sind unverkäuflich

UNICEF ruft mit seiner Weihnachtsaktion 2002 zur Hilfe für Kinder auf, die Opfer skrupelloser Menschenhändler wurden. UNICEF schätzt, dass weltweit jährlich mehr als 1,2 Millionen Mädchen und Jungen als Arbeitssklaven, Bettler, Hausdiener oder Prostituierte verkauft werden. Die Opfer stammen meist aus armen Familien in Westafrika, Asien, Lateinamerika und zunehmend auch aus Osteuropa. "Kinderhandel ist ein grausames Geschäft mit der Not. Die Profiteure nutzen Armut und Unwissenheit aus. Die Mädchen und Jungen leiden oft ihr Leben lang unter den körperlichen und seelischen Folgen", erklärte Rau und rief zu Spenden auf: "Die Opfer brauchen unsere Unterstützung. Kinder sind unverkäuflich! "

Demütigung und Gefängnis

"Kinderhandel ist eine der schrecklichsten Menschenrechtsverletzungen", sagte Hardy Krüger jr., der kürzlich UNICEF-Hilfsprojekte für Opfer des Kinderhandels in Laos besucht hat. "Die Kinder werden ihren Familien entrissen und auf brutale Weise ausgebeutet. Zusätzlich werden sie kriminalisiert und müssen Demütigungen oder sogar Gefängnis ertragen."

Wieder Fuß fassen

Im Mittelpunkt der traditionellen UNICEF-Weihnachtsaktion stehen diesmal Hilfsprogramme in Kambodscha, Laos, Moldawien und Westafrika. UNICEF unterstützt die Gründung von Dorfkomitees und die Ausbildung von Sozialarbeitern, um Kinder vor den Händlern zu schützen. In Betreuungszentren finden ausgebeutete Mädchen und Jungen Zuflucht und Hilfe, um wieder im normalen Leben Fuß zu fassen.

Wehrlose Opfer krimineller Netzwerke

Recherchen von UNICEF belegen, wie sehr die Kinder armer Familien den Machenschaften der Händler ausgeliefert sind: Häufig sind es Nachbarn oder Schlepper aus dem eigenen Ort, die die Eltern mit Geld oder falschen Jobangeboten überzeugen. Die Eltern ahnen oft kaum, was ihre Kinder erwartet. Viele Opfer müssen weit mehr als zehn Stunden täglich arbeiten. Mädchen werden wie Waren fremden Männern vorgeführt und oft über Jahre weiterverkauft. Viele werden tagsüber eingesperrt und nachts zur Prostitution gezwungen. Andere Kinder müssen schwere Lasten tragen oder verletzen sich bei der Arbeit mit gefährlichen Werkzeugen. Oft bekommen sie nicht genug Nahrung und werden von ihrer Umgebung isoliert. Das Risiko für die Menschenhändler ist gering, denn in vielen Ländern ist die Strafverfolgung schwach. Und wie beim Waffenhandel oder Drogengeschäften sind ihre Gewinne astronomisch: Für den einmaligen Einsatz von ein paar Dollar können sie ihre jungen Opfer oft jahrelang ausbeuten.

Die schmutzigen Geschäfte stoppen – den Opfern helfen!

UNICEF fordert die Regierungen auf, das Geschäft der Kinderhändler zu beenden. Gleichzeitig brauchen die Opfer Unterstützung. Es muss alles getan werden, um noch mehr Kindern dieses Schicksal zu ersparen. UNICEF bittet deshalb mit seiner Weihnachtsaktion dringend um Spenden für die Opfer.

In Benin haben mehr als 800 Dorfgemeinschaften mit Hilfe von UNICEF Komitees zum Schutz der Kinder gegründet und setzen sich gegen die Händler zur Wehr.

In Laos und Kambodscha bildet UNICEF Sozialarbeiter und freiwillige Helfer aus, die gefährdete Familien beraten. Kinder können zur Schule gehen und einen Beruf erlernen.

In Moldawien unterstützt UNICEF ein Betreuungszentrum für Opfer des Menschenhandels. Ärzte, Psychologen und Sozialarbeiter helfen hier Mädchen, die zur Prostitution gezwungen wurden, wieder im normalen Leben Fuß zu fassen.

UNICEF ruft zu Spenden für Opfer von Menschenhändlern auf:

Spendenhotline: 0137/300 000, Spendenkonto 300.000, Bank für Sozialwirtschaft Köln, BLZ 370 205 00, Stichwort: Kinderhandel

Quelle: ntv.de