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Mangelnde Zuversicht US-Daten noch schwach

Hat die US-Wirtschaft noch Fieber, oder ist sie wieder auf dem Weg der Besserung? US-Notenbank, Arbeitsministerium und die Universität Michigan haben das Thermometer an verschiedene wunde Punkte gehalten. Jetzt gab es die Befunde für die Industrieproduktion, die Erzeugerpreise und das Verbrauchervertrauen.

Die US-Notenbank fand heraus: Die Industrieproduktion ist wie erwartet im Januar im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent gesunken. Damit haben die US-Fabriken, Minen und Kraftwerke im sechsten Monat in Folge weniger produziert. Ohne die strauchelnde Autoindustrie wäre die Produktion auf dem Vormonatsniveau geblieben. Die Kapazitätenauslastung fiel seit Dezember um 0,2 Prozentpunkte auf 74,2 Prozent und ist damit so schlecht wie seit 1983 nicht mehr.

Die US-Erzeugerpreise haben sich weniger erhöht als von Experten erwartet. Zu dem Ergebnis kam das Arbeitsministerium. Die Unternehmen mussten im Januar im Vergleich zum Vormonat 0,1 Prozent mehr zahlen. Doch ohne Lebensmittel und Energie sanken die Preise sogar um 0,1 Prozent. Von Januar 2001 bis Januar 2002 stiegen sie insgesamt um 2,6 Prozent und damit so stark wie seit über 50 Jahren nicht mehr. Doch die Rate der Verteuerung hat sich im Januar deutlich verlangsamt.

Weniger erfreulich ist der vorläufige Befund der Universität Michigan. Aus New Yorker Finanzkreisen wurden vorab Zahlen bekannt, die belegen: Das Vertrauen der Verbraucher in die US-Wirtschaftsentwicklung ist überraschend gesunken. Demnach fiel der Michigan-Index von 93 Punkten im Januar auf 90,9 Punkte im Februar. Der Michigan-Index gilt als Signal für die künftigen Konsumausgaben der Amerikaner. Und die machen wiederum zwei Drittel der US-Wirtschaftsaktivitäten aus.

Die Diagnose der drei Ärzteteams: Die Krankheit scheint im Griff. Zumindest verschlechtert sie sich nur noch minimal. Doch der Patient scheint noch nicht so recht an eine baldige Besserung zu glauben.

Quelle: ntv.de