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...da waren's nur noch zwei US-Konzerne wollen ProSieben

...da waren's nur noch zwei: Die Gerüchte um die Übernahme der ProSiebenSat1 Media durch den US-Medienkonzern AOL Time Warner wurden von dessen Chef Steve Chase dementiert. Ein solches Engagement stehe derzeit nicht im Blickfeld seines Unternehmens, sagte Chase.

Im Rennen um die Anteile des mehrheitlichen Kirch-Unternehmens sind damit noch der Disney-Konzern und Viacom. Beide äußerten sich bisher nicht zu den Gerüchten aus informierten Kreisen.

Die Medienkonzerne hätten ProSiebenSat1 mit Blick auf ein mögliches Übernahmeangebot unter die Lupe genommen, falls der hoch verschuldete Kirch-Konzern zum Verkauf seines 52-prozentigen Anteils an der Senderfamilie gezwungen sein sollte, hieß es am Donnerstagabend in den Kreisen.

Die Kirch-Gruppe hatte zuletzt zwar bereits den Verkauf einer Reihe von Vermögenswerten angekündigt, um ihre Schulden in Höhe von rund 6,5 Milliarden Euro bedienen zu können. Die Kirch-Gruppe bekräftigte jedoch auch nach Aufkommen der Gerüchte die Ablehnung des Verkaufs von ProSiebenSat1. Dieser stehe nicht zur Diskussion, so der Konzern.

Eine Beteiligung am Kirch-Portfolio würde den US-Medienkonzernen einen Zugang zu Europas größtem Medienmarkt eröffnen. Die Prüfung einer Beteiligung an ProSiebenSat1 sei noch in einem sehr frühen Stadium, hieß es in den Kreisen weiter. Die US-Unternehmen seien aber in jedem Fall nur an einem bedeutenden Anteil interessiert. Auch eine vollständige Übernahme sei nicht ausgeschlossen.

Zuletzt hatte es in Medienberichten geheißen, US-Filmkonzerne wie Disney oder Columbia TriStar hätten ihre Forderungen an Kirch auf Vorschlag des Münchener Medienkonzerns zum Teil in Anteile an Kirchs Abonnementsender "Premiere" umtauschen sollen. Dazu wollte sich ein Kirch-Sprecher am Donnerstag nicht äußern.

Montag wird's ernst

Am kommenden Montag steht nach Angaben aus Bankenkreisen ein wichtiges Treffen der Kirch-Gruppe mit ihren Gläubigerbanken und Beratern an. Dabei solle den Instituten Lösungsvorschläge zur Rettung des Konzerns vorgeschlagen werden, hieß es.

Defizitäre Konzernbereiche sollen rasch aufgegeben oder abgestoßen werden, unter anderem auch die lokalen Fernsehsender in München, Berlin und Hamburg. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Jedoch sollen laut Informationen der Kirch-Gruppe auch profitable Konzernbereiche veräußert werden. Das sind unter anderem das Sendezentrum München (SZM), die den Sendebetrieb von Sat 1, Pro Sieben und anderen Programmen abwickeln. Auch der Homeshopping-Sender HOT bringt Geld in Kirchs leergefegte Kassen. Zu Details wollte sich der Konzern jedoch nicht äußern.

Quelle: n-tv.de

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