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Weniger Arbeitsstunden US-Produktivität steigt

(Reuters) - Die US-Produktivität ist im dritten Quartal wegen eines starken Rückgangs der Arbeitsstunden unerwartet deutlich gestiegen. Die Produktion der einzelnen Arbeitskraft pro Stunde außerhalb der Landwirtschaft sei von Juli bis September in der Jahresrate um 2,7 Prozent gestiegen nach einem Plus von 2,2 Prozent im Vorquartal, teilte das Arbeitsministerium am Mittwoch mit.

Analysten hatten nur mit einem Anstieg um 1,8 Prozent gerechnet. Das Produktivitätsplus sei vor allem auf den Rückgang der Arbeitszeit im Zuge des Wirtschaftsabschwungs zurückzuführen, hieß es weiter. Die Zahl der Arbeitsstunden sank den Angaben zufolge um 3,6 Prozent und damit so stark wie zuletzt im ersten Quartal 1991.

Die Lohnstückkosten - ein wichtiger Indikator für die Inflationsentwicklung in den USA - stiegen den Angaben zufolge um 1,8 Prozent nach einem Plus von 2,6 Prozent im zweiten Vierteljahr. Ein Anstieg der Produktivität schafft für die Unternehmen Spielraum für Lohnerhöhungen ohne gleichzeitige Gewinneinbußen. Dies fördert grundsätzlich Investitions- und Konsumausgaben. Im dritten Quartal war das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,4 Prozent aufs Jahr hochgerechnet geschrumpft.

Die Produktivität hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Schlüsselelement in der Geldpolitik der US-Notenbank Fed entwickelt. Die Fed hatte am Dienstag nach ihrer Zinssenkung um 50 Basispunkte auf 2,0 Prozent im Schlüsselzins betont, die langfristigen Aussichten für das Produktivitätswachstum seien trotz der Anschläge vom 11. September günstig.

Quelle: ntv.de