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Flut von Daten enttäuscht US-Wirtschaft schwach

In den USA hat eine Flut von US-Konjunkturdaten die Erwartungen von Volkswirten und Analysten enttäuscht und für Verluste an den Börsen gesorgt. Nach den vorbörslich bekannt gegebenen Daten zur Produktivität der US-Wirtschaft und zur Beschäftigungsentwicklung sorgten der Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager für das Verarbeitende Gewerbe und die Zahlen zu den Bauausgaben im März für ein weiteres Absinken der Stimmung.

Die Produktivität der US-Wirtschaft ohne den Agrarsektor ist im ersten Quartal 2003 gegenüber dem Schlussquartal 2002 mit einer auf ein Jahr hochgerechneten Rate von 1,6 Prozent gestiegen, teilte das Arbeitsministerium in Washington mit. Im Vorquartal war die Produktivität lediglich um 0,7 Prozent gewachsen. Volkswirte hatten allerdings mit einer Steigerung um 2,1 Prozent gerechnet.

Die Lohnstückkosten erhöhten sich in den Monaten Januar bis März um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wo sie um 3,2 Prozent gewachsen waren. Hier hatten Volkswirte mit einem Anstieg um 2,0 Prozent gerechnet.

Auch die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lag außerhalb der Schätzungen der Experten. In der Woche zum 26. April hätten 448.000 Arbeitssuchende einen Antrag auf Unterstützung gestellt. Die Volkswirte hatten mit lediglich 432.000 Anträgen gerechnet. Im repräsentativeren Vier-Wochen-Durchschnitt erhöhte sich die Zahl der Antragsteller auf 442.000 von 440.750 in der vorhergehenden Periode.

"Die Zahl der Anträge zeigt, dass die Schwäche, die aus dem Krieg entstanden ist, immer noch auf dem Markt liegt. Wenn sich die Wirtschaft nach dem Krieg erholt, werden wir das nicht eher als in zwei oder drei Wochen an den Beschäftigungsdaten ablesen können", erklärte Gary Thayer, Chefvolkswirt bei A.G.Edwards & Sons gegenüber Reuters. Weiter sagte er: "Die Zahlen zur Produktivität sehen soweit ganz gut aus. Wir hatten eine sehr verhaltene Konjunkturlage im ersten Quartal. Die Unternehmen scheinen ihr Bestes zu geben, aber das Umfeld war schwierig. "

Steve Ricchuto, Chefvolkswirt für den US-Markt bei ABN Amro meint: "Die Frage ist, wann reagiert die Fed (US-Notenbank) auf die Beschäftigungszahlen? Eine Zinssenkung ist wahrscheinlicher geworden."

Der viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager für das Verarbeitende Gewerbe ist im April überraschend gesunken. Der Index fiel auf 45,4 Punkte von 46,2 Punkten im März, erklärte das Institute of Supply Management (ISM). Analysten hatten einen Anstieg auf 47,3 Zähler erwartet.

Ein Index-Wert von über 50 Punkten signalisiert eine Expansion im Verarbeitenden Gewerbe. Ein Wert unter dieser Marke deutet auf eine Schrumpfung hin. Der Beschäftigungsindex sank auf 41,4 von 42,1 Punkten und zeigt damit einen beschleunigten Stellenabbau an.

Die Bauausgaben im März bezifferte das US-Handelsministerium gerechnet auf zwölf Monate mit 868,5 Mrd. Dollar. Im Februar lagen die Jahresausgaben noch um ein Prozent höher bei 877,4 Mrd. Dollar. Dies war der stärkste Rückgang seit August 2002. Analysten hatten einen Anstieg um 0,2 Prozent prognostiziert.

Quelle: ntv.de