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Rückschlag für Bayer USA wollen neues Anthrax-Mittel

Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat im Streit um das Milzbrand-Medikament offenbar einen weiteren Rückschlag erlitten. Die USA wollen nun auf ein anderes Medikament umsteigen. Statt des bisher verwendeten Ciprobay soll nun das billigere Antibiotikum Doxyzyklin eingesetzt werden.

Der Gesundheitsbeauftragte für die Hauptstadt Washington, Ivan Walks, begründete diesen Schritt gegenüber dem n-tv-Partnersender CNN mit der besseren Verträglichkeit von Doxyzyklin. Künftig sollen alle neuen Milzbrand-Verdachtsfälle mit dem Antibiotikum behandelt werden. Auch die neun Richter des Obersten Verfassungsgerichtshofs würden das Mittel zur Vorsorge nehmen, hieß es weiter. Im Postraum des Gerichts waren zuvor Anthrax-Sporen gefunden worden. Doxyzyklin ist bislang hauptsächlich als Medikament zur Malariaprophylaxe bekannt.

Bayer ist wegen seines Ciprobay-Patents Angriffen von verschiedenen Seiten ausgesetzt. Während Verbraucherschutzgruppen wegen der zu hohen Kosten klagen, bieten Firmen mit konkurrenzfähigen Produkten wie GlaxoSmithKline der amerikanischen Regierung eigene Medikamente teilweise kostenlos an.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich Bayer mit der US-Regierung auf niedrigere Preise verständigt. So sollen die USA 100 Mio. Ciprobay-Tabletten für 95 Mio. Dollar erhalten. Außerdem wurde eine Option vereinbart, wonach die US-Regierung weitere 200 Mio. Tabletten erwerben kann. Bayer hält einen US-Patentrechtsschutz für das Medikament bis Ende 2003.

Zuvor hatte sich die kanadische Gesundheitsbehörde verpflichtet, den Patentschutz für das Breitband-Antibiotikum Ciprofloxacin anzuerkennen und das unter dem Namen Ciprobay gehandelte Medikament bis zum Ablauf der Patentrechte exklusiv von Bayer zu beziehen.

Quelle: ntv.de