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Entflechtung auf Buchmarkt Ullstein Heyne List wird Random

Der Axel Springer Verlag hat sein Buchgeschäft Ullstein Heyne List an die Bertelsmann-Tochter Random House verkauft. Beide Unternehmen verfolgen damit eine Fokussierung auf ihre Kerngeschäfte.

Bertelsmann baut mit dem Kauf seine Führungsposition im fragmentierten deutschen Buchmarkt auf elf Prozent aus. Das neue Unternehmen wird unter dem Namen Random House firmieren. Random und Ullstein Heyne List erzielen gemeinsam mit mehr als 600 Mitarbeitern einen Jahresbruttoumsatz von gut 420 Mio. Euro. Zu den „Vertragspartnern“ gehören Autoren wie Autoren wie John Grisham, Stephen King, Peter Scholl-Latour und Dieter Bohlen. Einzige ernsthafte Konkurrenten von Random House und Ullstein Heyne List sind die Holtzbrinck-Verlage um Rowohlt und S.Fischer.

Die Übernahme muss jedoch noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden, das vor allem die starke Stellung beider Verlage im Taschenbuchmarkt kritisch sehen könnte. Falls der Kauf am Einspruch der Behörde scheitern sollte, muss Random einen neuen Käufer finden. Bertelsmann hat - in Erwartung der Genehmigung - das Kartellrisiko übernommen.

Während Springer ein defizitäres Geschäft abstößt (operativer Verlust 2001: 46 Mio. Euro), erklärt Bertelsmann-Chef Thielen: "Es ist unser erklärtes Ziel, uns auf unsere Kerngeschäfte zu konzentrieren und deren Ertragskraft zu stärken". Branchenkenner schätzen, dass Random House trotz der Branchenschwäche im vergangenen Jahr eine hohe einstellige Umsatzrendite erwirtschaftet hat.

Quelle: ntv.de