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Pädophilen-Skandal in Portugal "Versorgung" aus Kinderheim

Ein Skandal um sexuellen Missbrauch von Kindern, in den Politiker und Prominente verwickelt sein sollen, hat ganz Portugal erschüttert. Seit über 20 Jahren sollen Prominente des Landes mit Jungen aus einem Kinderheim "versorgt" worden sein. Jetzt gibt es erste Berichte von falschen Anschuldigungen.

"Alles verleumderische Erfindung", meint der sozialistische Oppositionsführer Eduardo Ferro Rodrigues und wies Zeitungsberichte über seine angebliche Verwicklung in den Pädophilie-Skandal scharf zurück. Auch die Ermittlungsbehörden dementierten die Berichte und betonten, die Darstellung der Zeitung sei "in wesentlichen Teilen" falsch. Der Chef der Anklagebehörde betonte, es gebe keine Anzeichen dafür, dass Rodrigues in dem Pädophilie-Skandal beschuldigt werde. Wenn sein Name in Ermittlungsakten auftauche, bedeute dies nicht, dass gegen den Politiker automatisch ein Verdacht bestehe.

Unter Verdacht stehen aber die Angestellten die Kinderheims. Fast das gesamte Direktorium wurde bereits entlassen. Ein Angestellter des Heims wurde festgenommen. Er soll nicht nur selbst Kinder vergewaltigt haben, sondern auch "Prominenten die Minderjährigen für sexuelle Zwecke zugeführt" haben. Staatspräsident Jorge Sampaio und Ministerpräsident Jose Manuel Durao Barroso reagierten erschüttert auf die Enthüllungen.

Dem Pädophilen-Ring sollen nach Medienberichten Politiker, Diplomaten, Künstler und Journalisten angehört haben. Von den Verdächtigen wurde nur ein früherer Botschafter namentlich erwähnt. Ein erster Verdacht war bereits vor 20 Jahren aufgetreten. Damals wurden die Ermittlungen jedoch unter mysteriösen Umständen wieder eingestellt.

Mehrere Ex-Bewohner von Heimen bestätigten nun im Fernsehen, dass sie missbraucht wurden. Die staatliche Organisation Casa Pia betreibt Heime in verschiedenen Städten. Dort leben insgesamt 4.000 Kinder. Portugal wird bereits seit geraumer Zeit von Kinderschutzorganisationen beobachtet. So sollen belgische und holländische Pädophilen-Gruppen in dem Land tätig sein. Sie warnen nun, Portugal könnte zum Paradies für Pädophile aus ganz Europa werden.

Quelle: ntv.de