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Dienstag, 13. Mai 2003

Überraschung im Mordfall Julia: Verteidigung will Freispruch

Im Indizienprozess um den Mord an der achtjährigen Julia aus dem mittelhessischen Biebertal hat die Verteidigung überraschend Freispruch aus Mangel an Beweisen gefordert.

"Der Angeklagte hat möglicherweise mit dem Verschwinden und dem Tod von Julia zu tun - aber wir wissen nicht was", sagte Rechtsanwalt Ramazan Schmidt in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Gießen. Die "Indizienkette" der Anklage reiche daher für eine Verurteilung des 35-Jährigen nicht aus.

Die Staatsanwaltschaft und Julias Eltern als Nebenkläger hatten dagegen lebenslange Haft wegen Mordes, versuchten sexuellen Missbrauchs und versuchter sexueller Nötigung gefordert. Im vollbesetzten Gerichtssaal wurde nach dem Antrag der Verteidigung Unmut und Empörung laut. Vor knapp zwei Jahren soll der angeklagte Familienvater Thorsten V. laut Anklage das Mädchen verschleppt, sexuell misshandelt und erschlagen haben.

Der Verteidiger räumte ein, dass es durchaus Indizien gebe, die gegen seinen Mandanten sprechen. "Es gibt aber keine Tatzeugen. Und es gibt auch keinen unmittelbaren, objektiven, zwingenden Sachbeweis." Das Urteil wird am Dienstag (20. Mai) erwartet.

Quelle: n-tv.de