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Frühjahrsgutachten Wachstum verlangsamt sich

Die sechs führenden deutschen Institute für Wirtschaftsforschung haben in ihrem Frühjahrsgutachten die Wachstumsprognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert.

"Trotz der Riskien, die sich durch die weltpolitische Lage und damit zusammenhängend aus der Unsicherheit über den Ölpreis ergeben, erscheint der Aufschwung aus heutiger Sicht nicht besonders gefährdet", heißt es in dem Gutachten. Dazu müssten allerdings alle Politikbereiche an ihrem mittelfristig eingeschlagenen Kurs festhalten.

Zudem seien in der Prognose der Institute größere Arbeitskämpfe nicht eingeplant. Gustav-Adolf Horn vom DIW erklärte, auch ein Abschluss in der Metallindustrie von Größenordnung von 3,5 Prozent wäre der Konjunktur noch nicht gefährlich. Die Institute gingen vielmehr von einem solchen Abschluss aus.

Den Angaben vom Dienstag zufolge soll das Bruttoinlandprodukt BIP im Jahr 2002 um 0,9 Prozent wachsen. Bislang waren die Institute von einer Steigerung von 1,3 Prozent ausgegangen. Manche Volkswirte sollen sogar nur mit 0,75 Prozent Wachstum rechnen, berichtete eine Zeitung. Ökonomen großer Banken schätzen die Wachstumsaussichten in diesem Jahr weniger pessimistisch ein. Bei der Dresdner Bank spricht man von 1,3 Prozent, die Deutsche Bank erwartet ein Plus von 1,6 Prozent. Für 2003 stellen die Institute ein Wachstum von 2,4 Prozent in Aussicht.

Mit Spannung wurden die Aussagen zur Entwicklung des Arbeitsmarktes sowie der Empfehlungen der Forscher zur Lohnpolitik erwartet. Die Institute gehen im aktuellen Gutachten von einer Arbeitslosenquote von 9,3 Prozent nach einer Schätzung von 9,1 Prozent im Herbst aus. Die Zahl der Arbeitslosen soll danach auf 3,957 Mio steigen.

Weiterhin revidierten die Institute ihre Prognosen für das Wachstum des privaten Konsums von bisher 1,1 Prozent auf 0,6 Prozent . Während die Erwartungen an die Exportentwicklung nur leicht auf 2,2 Prozent von zuvor 2,3 Prozent korrigiert worden, sollen die Importe nur noch um ein Prozent statt 3,6 Prozent aus dem Herbstgutachten steigen.

Das Wachstum in Europa soll nach Ansicht der deutschen Institute 1,4 Prozent betragen, nachdem im Herbst noch 1,8 Prozent erwartet wurden. Ansteigen sollen die europäischen Verbraucherpreise. Hier sehen die Wissenschaftler eine Erhöhung um 2,0 Prozent. Im Herbst waren nur 1,8 Prozent veranschlagt worden.

Quelle: ntv.de