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Kirchenbrand in Göttingen Wahrzeichen zerstört

Ein Großbrand in der historischen Johanniskirche in der Göttinger Altstadt hat am Sonntagmorgen einen Schaden in Millionenhöhe angerichtet. Der 72 Meter hohe Nordturm, in dem das Feuer ausgebrochen war, drohte einzustürzen. Vor der Kirche wurde ein großer Spezialkran aufgestellt, der eine rund 500 Kilogramm schwere Kupferkugel auf der Spitze des Turms abtragen sollte. Menschen wurden nach Polizeiangaben nicht verletzt. Die Johanniskirche mit ihren zwei Türmen ist eines der Wahrzeichen der Stadt Göttingen.

Die Ursache des Feuers war zunächst unklar. Wegen der Einsturzgefahr hätten Beamte das schwer beschädigte Gebäude noch nicht betreten können, sagte eine Polizeisprecherin. Eine Passantin hatte den Brand gegen 1.15 Uhr bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Die Feuerwehrleute hatten Mühe, die Flammen zu löschen, weil die Drehleitern nur bis in 30 Meter Höhe reichten. Die Treppen im Turm waren abgebrannt oder durch herab fallende Trümmer stark beschädigt. Erst nach rund fünf Stunden hatte die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle.

Die Polizei sperrte in der Innenstadt die Umgebung der Kirche weiträumig ab. 25 Bewohner angrenzender Häuser mussten vorübergehend ihre Wohnungen verlassen.

Nach Angaben der evangelischen Kirchengemeinde sind große Teile des Gebäudes in Mitleidenschaft gezogen. Das Schiff der 650 Jahre alten Kirche wurde durch Löschwasser beschädigt. Gottesdienste könnten dort in der nächsten Zeit nicht abgehalten werden, sagte der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Göttingen, Wolf- Dietrich Köhler.

Unklar blieb zunächst auch, inwieweit die Versicherung für die Schäden aufkommt. Dies müssten jetzt Fachleute klären, sagte Köhler. Die beiden Türme der Kirche waren erst kürzlich für rund sieben Millionen Euro aufwendig saniert worden, die Renovierung dauerte rund vier Jahre. Erst nach langem Streit hatten sich die hannoversche Landeskirche, die Kirchengemeinde, das Land Niedersachsen und die Stadt Göttingen auf ein Finanzierungskonzept geeinigt. Zwischenzeitlich hatte die Landeskirche sogar damit gedroht, die Türme notfalls abreißen zu lassen.

Quelle: n-tv.de