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"Nicht kreditwürdig" Was die Schufa über Sie weiß

Falsche Einträge bei der "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung" können dazu führen, dass Verbraucher keinen Kredit mehr bekommen. Im schlimmsten Fall droht sogar die Kündigung des Kontos. Betroffene können sich jedoch gegen solche Einträge wehren.

Rund 62 Millionen Menschen sind in der Datenbank der Schufa in Wiesbaden verzeichnet. Das Unternehmen sammelt Daten über deren Zahlungsfähigkeit. Eingetragen werden etwa Girokonten, Kreditkarten sowie laufende Kredit- oder Leasingverträge, aber auch unbezahlte Forderungen. Zugriff auf die Daten haben neben Banken auch Handels- und Telekommunikationsunternehmen oder Wohnungsbaugesellschaften. Aber nur die Banken bekommen Informationen über Kredite und Konten, wie Schufa-Sprecher Stefan Horst erklärt: "Alle anderen Schufa-Kunden sehen bei einer Anfrage nur eventuelle Zahlungsstörungen. Wenn es keine solchen Vorfälle gegeben hat, sehen sie einen leeren Datensatz."

Nicht alle Eintragungen sind erlaubt. "Die Unternehmen dürfen eine nicht bezahlte Rechnung nur dann an die Schufa melden, wenn sie unbestritten ist", erklärt Erk Schaarschmidt, Referent für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam. Ist eine Information eingetragen, darf sie dem Verbraucher nicht ewig anhängen: Informationen über Kreditverträge müssen drei Jahre nach Rückzahlung gelöscht werden, nicht bezahlte Rechnungen drei Jahre nach Eintragung.

Immer wieder passiert es nach Angaben von Verbraucherschützern, dass Informationen über Forderungsausfälle widerrechtlich eingetragen werden. "Insbesondere die Telekommunikationsanbieter lassen schnell eine unbezahlte Rechnung eintragen, auch wenn die Forderung möglicherweise unberechtigt ist", berichtet Schaarschmidt. Den Vorwurf weist Torsten Kollande, Sprecher des Mobilfunkanbieters Vodafone in Düsseldorf, zurück: "Wir melden eine Zahlungsstörung erst dann an die Schufa, wenn der Kunde bereits drei Mahnungen erhalten und der Rechnung nicht widersprochen hat."

Schufa-Sprecher Horst verspricht bei falschen Einträgen schnelle Hilfe: Die Schufa setze sich mit den entsprechenden Unternehmen in Verbindung und prüfe die Angaben. Firmen, die in dieser Zeit Auskünfte eingeholt haben, würden automatisch über den fehlerhaften Eintrag informiert. Verbraucher haben ein Recht auf die Löschung solcher fehlerhafter Daten. Dies setzt natürlich voraus, dass man seinen Datensatz bei der Schufa kennt. "Für 7,60 Euro kann jeder eine Eigenauskunft einholen", sagt Schufa-Sprecher Horst.

Wenn zu viele negative Einträge vorhanden sind, kann dies für die Betroffenen böse Folgen haben: Die Banken gewähren keinen Kredit mehr, Telekommunikationsunternehmen sperren den Anschluss. Im schlimmsten Fall kündigt die Bank das Konto. Allerdings haben sich die Banken 1995 verpflichtet, Konten auf Guthabenbasis - also ohne Überziehungsmöglichkeit - für jedermann anzubieten.

Informationen: Eine Eigenauskunft bei der Schufa kann im Internet unter www.schufa.de angefordert werden. Dort finden sich auch die Adressen und Öffnungszeiten der Geschäftsstellen sowie weitere Informationen zur Schufa.

Quelle: ntv.de