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Papst verurteilt Kindesmissbrauch Weltjugendtreffen in Kanada

Papst Johannes Paul II. hat die Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche erneut verurteilt. Auf dem Weltjugendtreffen in Toronto rief er die rund 800.000 Jugendlichen auf der Abschlussmesse auf, weiter zur Kirche zur stehen und sich nicht von den Verfehlungen Einzelner beirren zu lassen.

Die Skandale um pädophile Priester hätten Trauer und Beschämung hervorgerufen, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche.

Viele der Gläubigen hatten über Nacht am Ort des Gottesdienstes ausgeharrt, wo der Papst am Vortag an einem mehrstündiges Abendgebet teilnahm.

Mehrfach unterbrachen die jungen Leute eine Rede des Papstes mit langem Beifall. Der 82-jährige Kirchenführer, der an der Parkinson Krankheit leidet, machte während des dreistündigen Gottesdienstes einen gesundheitlich gefestigten Eindruck. Wegen seiner Beschwerden beim Gehen musste er allerdings auf dem Weg zur Bühne auf einem rollenden Podest geschoben werden. Im Unterschied zu anderen Veranstaltungen in der Vergangenheit sprach er jedoch mit vergleichsweise klarer, fester Stimme.

Eindringlich forderte der Papst die Jugendlichen auf, "eine neue Zivilisation des Friedens und der Freiheit" aufzubauen. Dabei erinnerte er erneut an die Terroranschläge vom 11. September. Unter dem Jubel der Menge rief der Papst: "Ihr seid die Männer und Frauen von morgen! Die Zukunft liegt in Euren Händen."

Dabei mahnte er die jungen Gläubigen auch, die religiöse Dimension des Lebens nicht durch die Einflüsse des modernen Lebens verdrängen zu lassen. Es dürfe nicht angehen, dass im heutigen technologischen Zeitalter "nur noch die Kriterien der Produktivität und der Effizienz gelten" und alle spirituellen und ethischen Werte in den Hintergrund gedrängt werden.

Beim Weltjugendtreffen suchen die jungen Leute bei Gebeten, Gottesdiensten und Diskussionen ein gemeinsames Glaubenserlebnis. Das Motto heißt "Ihr seid das Salz der Erde, Ihr seid das Licht der Welt." Das nächste Welttreffen der katholischen Jugend ist im Jahr 2005 in Köln geplant.

Quelle: ntv.de