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Dienstag, 05. Dezember 2006

Die Porträts im Überblick: Wer kommt, wer geht?

Timotheus Höttges:

Auf Timotheus Höttges wartet eine schwere Aufgabe. Als neuer T-Com-Vorstand muss er den Kundeneinbruch im Festnetzgeschäft der Deutschen Telekom stoppen. Dazu muss er nicht nur den Service deutlich verbessern - genauso wichtig ist es, den T- Com-Mitarbeitern neuen Mut einzuhauchen. Der 44-Jährige durchlief nach drei Jahren bei einer Unternehmensberatung verschiedene Positionen im kaufmännischen Bereich beim Versorger Viag, bevor er im September 2000 als Finanzchef zu T-Mobile Deutschland wechselte. Rückblickend auf seine Anfangszeit bei T-Mobile beschreibt er sich noch als "blassen Finanzmann". Doch schon bald stieg er zum Geschäftsführer von T-Mobile Deutschland auf. Seit Anfang 2003 verantwortet er Vertriebs- und Service-Ressort des Telekom- Mobilfunkarms.

Hamid Akhavan:

Der neue T-Mobile-Chef Hamid Akhavan ist auch bei Konzernkennern ein unbeschriebenes Blatt. Der im Iran geborene Manager mit amerikanischem Pass ist seit dem Jahr 2001 bei der Deutschen Telekom. Mit seinem Aufrücken in die Konzernführung wertet Vorstandschef Ren Obermann den Technikbereich auf. In den Vorstandsbereich von Akhavan gehört die Weiterentwicklung der Konzern-Technik. Das nötige Rüstzeug dazu erwarb Akhavan an der amerikanischen Eliteschmiede Massachusetts Institute of Techhnology (MIT), wo er einen Master in Elektrotechnik und Computerwissenschaften machte. Vor seinem Wechsel zur Telekom war Akhavan Vorstand bei Teligent, einem internationalen Unternehmen für drahtlose Breitbandzugänge.

Die Vorgänger:

Walter Raizner:

Seit seiner Berufung als Vorstand für das Fetznetzgeschäft der Deutschen Telekom vor zwei Jahren stand Walter Raizner unter Druck. Jedes Quartal wechselten mehrere hunderttausend Kunden von T-Com zur Konkurrenz. Da Raizner den Exodus nicht stoppen konnte, muss der studierte Wirtschaftswissenschaftler nun selbst den Hut nehmen. Neben dem Kundenschwund werden Raizner Verzögerungen bei der Einführung der Bündelangebote aus Telefonie, Internet und Medieninhalten angelastet. Enge Mitarbeiter beschrieben den früheren IBM-Manager als "harten Arbeiter", der sich akribisch mit den Problemen der Sparte auseinandersetzte. Allerdings sorgte er mit öffentlichen Äußerungen immer wieder für Unruhe. In einem Interview rückte er T-Com etwa in die Nähe eines "Sanierungsfalls", was von den Arbeitnehmern scharf kritisiert wurde.

Heinz Klinkhammer:

Mit Personalvorstand Heinz Klinkhammer geht ein Urgestein im Telekom-Führungsgremium. Der 60-Jährige Manager saß seit Februar 1996 im Vorstand. In der Zeitspanne baute der Konzern 100.000 Stellen ab - und das ohne betriebsbedingte Kündigungen. Bei den Gewerkschaftlern genießt Klinkhammer daher großen Respekt. Der promovierte Jurist begann seine berufliche Laufbahn am Institut für Deutsches und Europäisches Arbeitsrecht in Berlin, anschließend war er Richter an den Arbeitsgerichten in Krefeld und Oberhausen. Nach leitenden Tätigkeiten im nordrhein-westfälischen Arbeitsministerium wechselte Klinkhammer 1991 in die Wirtschaft als Arbeitsdirektor der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH. Klinkhammer legt seinen Posten im Telekom-Vorstand freiwillig zum Jahreswechsel nieder.

Quelle: n-tv.de