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Staatsanwaltschaft ermittelt WestLB-Manager unter Druck

Das umstrittene und verlustreiche Engagement der WestLB beim britischen TV-Verleiher Boxclever, das bereits scharfe Kritik der Finanzaufsicht ausgelöst hat, wird nun auch von der Staatsanwaltschaft unter die Lupe genommen.

Im Visier der ermittelnden Juristen stehen Vorstände, die 1999 das Geschäft mit Boxclever abgesegnet hatten. Es bestehe ein Anfangsverdacht der Untreue, heißt es zu Begündung.

Nach Angaben aus mit dem Fall vertrauten Kreisen richten sich die Ermittlungen der Behörde auch gegen den scheidenden WestLBVorstandschef Johannes Ringel sowie dessen Vorgänger Jürgen Sengera und Friedel Neuber.

Die WestLB hatte unter anderem wegen der Schieflage bei Boxclever im vergangenen Jahr einen Vorsteuerverlust von 1,7 Mrd. Euro verbucht. Ringel, Neuber und Sengera saßen damals im Vorstand des Instituts.

Die Verluste aus dem Boxclever-Geschäft sollen sich laut "FTD" auf 700 Mio Euro belaufen. Die BaFin untersucht den Fall bereits seit längerem. Im Juni wurde die Staatswanwaltschaft eingeschaltet.

Kurz zuvor hatte sich die Bank von ihrem damaligen Chef Sengera getrennt, der auf Grund der milliardenverluste und harscher Kritik der Bafin wegen mangelnder Kontrolle von riskanten Transaktionen im Beteiligungsgeschäft seinen Posten räumen musste. Die Bank hatte damals erklärt, nach bisheriger eigner Prüfung gehe das Institut davon aus, dass es keine strafrechtlich relevanten Sachverhalte gebe.

Quelle: n-tv.de

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