Streithähne Westernhagen & Grönemeyer
10.09.2002, 14:54 UhrZickenalarm gibt es auch unter Männern: Das beweisen gerade zwei Musiker, denen man solch niedere Empfindungen eigentlich nicht zugetraut hätte. Marius Müller-Westernhagen und Herbert Grönemeyer bekämpfen sich wie zwei alte Waschweiber.
Und zwar fing das so an: Grönemeyer gab dem Magazin "Stern" ein Interview, in dem er sich unter anderem darüber äußerte, dass er wieder nach Berlin zurück wolle, dass er immer noch traurig sei über den Verlust seiner Frau und seines Bruder und eben auch, dass er sich über Marius Müller-Westernhagen geärgert habe. Als dieser nämlich gerade ein künstlerisches Tief durchschritt - Jahre ist es her - da habe er, Grönemeyer, seinem Sangeskollegen geholfen: "Als seine Plattenverkäufe vor Jahren massiv runtergingen, da habe ich ihn in meinen Musikverlag geholt und selbst Marketingkonzepte für ihn entwickelt."
Zum Bruch sei es dann gekommen, als Westernhagen plötzlich der größte und erfolgreichste deutsche Musiker sein wollte und dies von sich öffentlich behauptete. Grönemeyer: "Diese Unanständigkeit hat mir wehgetan. Für mich war das ein unheimlich brutaler Tritt." Die Medien hatten damals, nach dem Tod seiner Frau Anna und seines Bruder nachgefragt, ob Westernhagen bei Grönemeyer kondoliert hätten. Da er dies nicht getan hatte, ging man dann der Frage nach, warum ein Musiker den anderen Musiker nicht unterstützt. Und so kam die Debatte dann ins Rollen.
Als die "Bild"-Zeitung nun bei Westernhagen nachfragte, warum Grönemeyer denn so sauer auf ihn sein, antwortete Westernhagen: "Wer ist Grönemeyer?" Er fügte hinzu: "Nein, im Ernst, ich kenne diesen Mann kaum. Wir haben uns in den letzten 20 Jahren höchstens 30 Minuten unterhalten." Zum Vorwurf selbst sagte der 53-Jährige: "Was Grönemeyer behauptet, ist einfach lächerlich. Ich weiß nicht, was der von mir will. Seine Vorwürfe sind für mich nichts als kindische Eifersüchteleien."
Vielleicht sollten die beiden Kampfhähne sich doch nochmal zusammsetzen, um dann festzustellen, dass am deutschen Musik-Himmel Platz für zwei Stars ist (obwohl da momentan natürlich ganz allein Grönemeyer seine Kreise mit seiner neuen CD "Mensch" zieht) und gemeinsam eine Charity-Platte aufnehmen, die dann Midlifecrisis-gebeutelten Männern im gefährdeten Alter zugute kommt ....
Noch einige Fakten zu den beiden Herren: Der 46-jährige Herbert Grönemeyer veröffentlichte seine erste Platte 1977, brachte bis heute 17 Alben heraus. Er verkaufte bisher acht Millionen CDs, sein neuestes Werk "Mensch" steht seit Wochen auf Platz 1. Sein Vermögen wird auf zwölf Millionen Euro geschätzt. Der 53-jährige Marius Müller Westernhagen brachte bereits 1975 sein erstes Album auf den Markt, veröffentlichte bisher 20. Er verkaufte über zehn Millionen CDs - seine neueste Scheibe heißt "Es ist an der Zeit". Sein Vermögen wird auf 24 Millionen Euro geschätzt.
Quelle: ntv.de