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Abseits vom Fußballplatz Wichtiger Sieg für Bayer

Zwei zu Null für Bayer. Auch das zweite Gerichtsverfahren um das zurückgerufene Medikament Lipobay hat der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer in den USA für sich entschieden. Das Unternehmen sei von jeglicher Haftung freigesprochen worden, sagte ein Bayer-Sprecher. Geklagt hatte eine über 70 Jahre alte Frau in Jackson im US-Bundesstaat Mississippi.

Die Klägerin hatte geltend gemacht, sie leide seit der Einnahme von Baycol unter Muskelschmerzen und hatte 50.000 US-Dollar Schadenersatz gefordert. Bayer teilte dazu mit, der Arzt der Klägerin habe festgestellt, dass ihre Symptome auf Arthritis zurückgingen und nicht Folge der Medikamenteneinnahme seien.

Bereits im März war der 82-jährige Hollis Haltom gescheitert, als er auf Schadenersatz von über 550 Mio. Dollar geklagt hatte. Er war nach Einnahme von Lipobay an Muskelzerfall erkrankt. Für Haltom und seine Anwälte war klar, dass die Einnahme des Medikaments für sein Leiden veranwortlich war. Zudem wollte der Kläger den Beweis antreten, dass Bayer von den schweren Nebenwirkungen gewusst haben musste, noch bevor das Mittel im Sommer 2001 vom Markt genommen wurde.

In beiden Fällen konnten die Behauptungen nicht ausreichend belegt werden. Nach den beiden Freisprüchen wächst bei Bayer nun die Zuversicht, die Prozessrisiken der noch ausstehenden Gerichtsentscheidungen bewältigen zu können. Bisher gibt es rund 8.400 Klagen gegen das Unternehmen in Sachen Lipobay. Insgesamt werden rund 100 Todesfälle mit dem Medikament in Zusammenhang gebracht.

Rund 500 Klagen hat der Konzern bislang gegen Zahlung von insgesamt 140 Mio. Euro ohne Haftungseingeständnis außergerichtlich beigelegt. In weiteren 500 Fällen versucht Bayer zur Zeit, Vergleiche zu schließen. Der Konzern geht davon aus, dass es bei der Mehrheit der Kläger keine Nebenwirkungen durch die Einnahme von Lipobay ergab.

Quelle: ntv.de