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Samstag, 07. Juni 2003

Tod im Tunnel: Wieder Reisebusse verunglückt

Erneut sind bei Busunglücken zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden. Bei einem schweren Unfall in der Nähe der norditalienischen Stadt Vicenza starben sechs Menschen, darunter zwei Kinder. 38 Reisende wurden verletzt. In Ungarn erlitten vier deutsche Urlauber teils schwere Verletzung als ihr Reisebus mit einem Pkw kollidierte. In der Türkei starben 27 Menschen, darunter Kinder, als ihr Bus ungebremst gegen eine Tunnelwand prallt. Der Fahrer war vermutlich eingeschlafen.

Bei dem Unglück in Italien war ein Reisebus, der sich auf dem Weg nach Venedig befand, war auf der Autobahn 4 bei Vicenza ins Schleudern geraten und rund 100 Meter an der Tunnelwand entlang geschrammt. Andere Fahrzeuge seien nicht an dem Unfall beteiligt gewesen, so die Polizei. Auch die Sichtverhältnisse seien gut gewesen. Als mögliche Ursache wird Sekundenschlaf des Fahrers vermutet.

Alle 64 Reisenden sowie die beiden Fahrer kamen aus Deutschland, vor allem aus Bayern und Baden-Württemberg. Die sechs Toten wohnten im Ruhrgebiet. Die Reisenden waren überwiegend Russlanddeutsche und Aussiedler aus Moldawien. 31 Verletzte konnten das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen.

Wie das Busunternehmen, die Firma Urban-Reisen, mit Sitz in Duisburg mitteilte, ereignete sich der Unfall 25 Kilometer vor dem Ziel. Die Fahrt hatte am Freitag in Bottrop und Gladbeck begonnen. Bei Stopps in Würzburg, Nürnberg und München steigen weitere Reisende zu.

Zur Zeit des Unglücks saß ein 57 Jahre alter Fahrer am Steuer. Er wurde mit einem Schleudertrauma ins Hospital gebracht. Der andere, 34-jährige Fahrer befand sich in der Schlafkabine und blieb unverletzt. Der Unglücksfahrer war etwa zwei Stunden vor dem Crash abgelöst worden. Zuvor hatte er sich in der Schlafkabine aufgehalten.

Tote in der Türkei

Bei dem schweren Busunglück in der osttürkischen Provinz Erzincan sind 27 Menschen getötet worden, darunter auch Kinder. 33 Passagiere wurden den Angaben zufolge verletzt.

Der Nachtbus war 30 Kilometer vor der Stadt Erzincan ungebremst gegen die Wand einer Tunneleinfahrt geprallt. Die meisten Passagiere wurden im Schlaf von dem Unglück überrascht. Die Behörden gehen davon aus, dass der Busfahrer am Lenkrad eingeschlafen war.

Nach ersten Ermittlungen wurden an der Unfallstelle keine Bremsspuren gefunden. Da nicht ausreichend Krankenwagen zur Verfügung standen, wurden die Verletzten auch mit Autos und Kleinbussen ins Krankenhaus gebracht. Die Identifizierung der Verletzten und Toten dauerte Stunden.

Ein Lastwagen-Fahrer, der vor dem Überlandbus in den Tunnel eingefahren war, berichtete von einem "gewaltigen Krachen". Als er die Unglücksstelle erreichte, habe sich ihm ein Bild wie vom "Jüngsten Tag" dargeboten. "Verletzte schrien, andere, die nicht wussten, wie ihnen geschehen war, wankten durch die Dunkelheit."

Der Provinzgouverneur von Erzincan, Refik Aslan Öztürk, schloss Fremdeinwirkung als Unfallursache, etwa ein fehlgeschlagenes Überholmanöver, aus. Zur Stunde des Unglücks habe nur geringer Verkehr geherrscht. "Mit großer Wahrscheinlichkeit ist der Fahrer eingeschlafen." Mehrere Passagiere wurden eingeklemmt. Einige starben auf dem Weg ins Krankenhaus.

Verletzte in Ungarn

Bei dem Unglück in Ungarn stieß ein Personenwagen bei Kerekagyhaz, rund 80 Kilometer südöstlich von Budapest, mit einem in Österreich registrierten Reisebus zusammen. Neben den vier deutschen Urlaubern wurde auch der ungarische Fahrer des Busses verletzt. Zwei der Deutschen hätten schwere Verletzungen davongetragen, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittler gingen davon aus, dass der Fahrer des Unglückswagens betrunken war und deshalb die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor.

Quelle: n-tv.de