Archiv

Schuldenkompass 2004 Zahlungsmoral wird schlechter

Die Zahl der Privatpersonen mit neuem Negativeintrag bei der Schufa hat sich von 2002 auf 2003 um 15 Prozent erhöht. Das ist das Kernergebnis des "Schuldenkompass 2004", einer umfangreichen Studie der Schufa für alle Städte und Landkreise in Deutschland, die dem Wirtschaftsmagazin "Capital" exklusiv vorliegt.

Dabei lag der Anstieg der Personen, die im vergangenen Jahr mindestens eine Rechnung nicht beglichen oder Kreditraten nicht bezahlt haben, in Westdeutschland um ein Fünftel höher als in Ostdeutschland. Von den 30 Städten und Landkreisen mit der schlechtesten Entwicklung liegen sogar 29 im alten Bundesgebiet, so das Ergebnis der Schufa-Analyse.

Am dramatischsten verschlechterte sich die Zahlungsmoral in Mülheim (NRW) - dort stieg die Zahl der Personen mit neuem Negativeintrag um 39 Prozent. Dahinter folgen Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen, plus 32 Prozent) und der Stadtkreis Heilbronn (Baden Württemberg, plus 28 Prozent). Im gesamten Bundesgebiet verbesserte sich die Zahlungsmoral nur in der Region Trier.

Der "Schuldenkompass 2004" beleuchtet nicht nur die Entwicklung, sondern auch die absolute Zahl der Personen mit negativem Schufa-Eintrag für alle Regionen in Deutschland. Am unzuverlässigsten sind Schuldner demnach in Pirmasens (Rheinland-Pfalz) und Bremerhaven (Bremen), wo jeweils knapp 13 Prozent der bei der Schufa erfassten Erwachsenen einen negativen Eintrag haben.

Bundesweit liegt dieser Anteil bei 6,7 Prozent - im Westen bei 6,6 und im Osten bei 7,1 Prozent. Die Schufa wertete für den "Schuldenkompass 2004" den internen Datenbestand zur Kreditbiographie von 62 Mio. anonymisierten Personen aus.

Quelle: ntv.de