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Alle Vögel sind schon da ... und fast alle gehen fremd

Vögel gehen häufiger fremd als bisher angenommen. Dies haben Wissenschaftler des Wiener Konrad Lorenz Instituts für vergleichende Verhaltensforschung herausgefunden. Bisher sei man davon ausgegangen, dass bis zu 90 Prozent aller Vögel monogam seien.

Inzwischen, so berichtet das österreichische Wissenschaftsmagazin "Science" in seiner neuesten Ausgabe, gehe man jedoch davon aus, dass weitaus mehr Tiere zum Seitensprung neigten.

Die Forscher untersuchten zunächst das Brutverhalten von drei Vogelarten (Seeregenpfeifer, Flussläufer und Western Sandpiper) und machten dabei auch "Vaterschaftstests", um eventuelle Seitensprünge nachweisen zu können. Die Experten fanden heraus, dass die Vogelweibchen vor allem dann fremd gingen, wenn sie in einem nahen Verwandtschaftsverhältnis zu ihrem eigentlichen Brutpartner standen. Der Seitensprung sorge in diesem Fall für eine größere genetische Vielfalt des Nachwuchses und erhöhe damit dessen Überlebenschancen.

Beim Fremdgehen suchten sich die weiblichen Tiere außerdem fast immer Partner aus, die ihre eigenen genetischen Nachteile möglichst gut ausglichen.

Quelle: ntv.de