Auto

A.T.U. im Visier? ADAC plant eigenes Werkstattnetz

45754539.jpg

In Zukunft will der ADAC Pannenfahrzeuge nur noch in die eigenen Werkstätten schleppen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der ADAC will in Zukunft ein Netz von eigenen Werkstätten in Deutschland etablieren - und damit vor allem in Konkurrenz treten mit der Werkstattkette A.T.U. Erst kürzlich bemängelte der ADAC in einem Test die Qualität von A.T.U.

Einem Bericht zufolge plant der ADAC, ein eigenes Partnernetz mit Kfz-Werkstätten zu etablieren. Damit wolle der ADAC den Kfz-Betrieben Konkurrenz machen, zu denen die abgeschleppten Fahrzeuge bisher gebracht würden, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf interne Dokumente. Vor allem der "große Vertrauensvorschuss" des Automobilclubs soll für die Besitzer von Pannenfahrzeugen als Begründung dienen, dass hauseigene Werkstätten in Zukunft für die Instandsetzung genutzt werden.

Vier solcher Musterbetriebe gibt es dem Bericht zufolge bereits. Bis April will der ADAC demnach 75, bis Ende des Jahres 150 Betriebe in allen größeren deutschen Städten haben. Die sogenannten "Pluspartner" werden laut "Bild" mit drohenden Vertragsstrafen dazu gezwungen, ein bestimmtes Volumen an Ersatzteilen bei ADAC-Lieferanten zu bestellen.

Die Preise für Reparaturen sollen zehn Prozent unter dem örtlichen Durchschnittspreis, aber zehn Prozent über dem Preis der Werkstattkette A.T.U. liegen. In einer Präsentation für den internen Gebrauch heiße es: "Kostenvoranschläge werden in der Regel aufgrund des großen Vertrauensvorschusses für den ADAC nicht hinterfragt". Der ADAC war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Pikant wird in diesem Zusammenhang der Werkstattest des ADAC aus dem Jahr 2012 in dem 18 von 25 A.T.U.-Werkstätten durchfielen. Im folgenden Jahr sah es anders aus. Jetzt erhielten sieben von neun geprüften Werkstätten der Kette das Prädikat "sehr gut" oder "gut".

Quelle: n-tv.de, hpr/dpa