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Platz ist in der kleinsten Hütte Camping-Mini - ist nicht mini Camping

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Schlafplatz, Küche, Dusche: Das alles passt in einen Mini Clubvan.

"Raum ist in der kleinsten Hütte für ein glücklich liebend Paar", wusste schon Friedrich Schiller. Obgleich der große deutsche Dichter sich mit seiner Aussage damals nicht auf Wohnmobile im Mini-Format bezog. Dennoch, auch in diesem Bereich ist der Umstand nicht von der Hand zu weisen, wie Mini jetzt beweist.

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Mit dem Mini-Wohnmobil fehlt es einem an fast nichts. Außer an der Reisebegleitung im eigenen Gefährt.

(Foto: Uwe Fischer)

Campen ist aus der Mode gekommen? Wohl eher nicht! Immerhin sind allein auf deutschen Campingplätzen pro Jahr 3,2 Millionen Menschen mit ihren mobilen Schlaf- und Lebenseinheit unterwegs. So verwundert es nicht, dass man sich auch bei Mini seit geraumer Zeit Gedanken macht und die Möglichkeiten für mobile Urlaubsreisen im hauseigenen Mobil zu realisieren versucht. Die wohl spektakulärste Idee ist die, den Mini Clubvan in ein waschechtes Wohnmobil zu verwandeln.

Nein, und das gleich vorneweg, dieses außergewöhnliche Modell wird es so nicht im Handel geben. Aber für Freunde von Bastelarbeiten könnte der in der Designabteilung von Mini entwickelte Gedanke tatsächlich eine brauchbare Vorlage sein. Zumal der Clubvan mit einem Einstiegspreis von 20.750 Euro der preiswerteste Mini ist. Da es ohnehin keine Rückbank gibt, hat man den Raum für eine komplette Küche und ein erstklassiges Bett. Na gut, eine Einschränkung gibt es noch. Um die Länge für das Bett zu bekommen, muss auch der Beifahrersitz raus. Insofern ist der so entstehende Urlaubs-Van primär etwas für Leute, die gerne mit sich selbst unterwegs sind.

Der King von Glowe bis Capo Passero

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Wer mit dem Mini Clubvan Camper auftaucht, dürfte die Sympathien auf seiner Seite haben.

(Foto: Uwe Fischer)

Ist der Sitz erst einmal entfernt, hat man das Problem, dass es keine plane Fläche gibt. Um die Höhe zum nunmehr fehlenden Beifahrersitz auszugleichen, bedarf es einer Sperrholzplatte – die für die Optik natürlich foliert wird - und etwas Geschick. Von den nach außen aufschwingenden Hecktüren bis in den vorderen Fußraum wird dann ein Unterbau installiert, auf dem die Liegefläche verschraubt wird. Klappbar, dank Scharnieren am vorderen Ende, und mit einer etwa fünf Zentimeter dicken Schaumstoffauflage bespannt wird sie so zum Bett. Mit unter 80 Zentimetern nicht allzu breit und knapp 190 Zentimetern Länge nicht für echte Riesen geeignet, reicht es doch für den einsamen Reisenden aus, um sich mit seinem ausgefallenen Gefährt als King auf den Zeltplätzen von Glowe bis zum Capo Passero zu präsentieren.

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Das kleinste Premium-Wohnmobil der Welt.

(Foto: Uwe Fischer)

Allerdings sollte der Mini-Camper keine großen Ansprüche an das Reisegepäck stellen. Also genauer: an die Menge. Hier muss man sich beschränken. Ist aber auch egal, wenn es jeden Morgen heißen Kaffee und am Abend Würstchen vom fahrzeugeigenen Grill gibt. Und mal ehrlich, welcher Camper braucht für drei Wochen Urlaub mehr als vier T-Shirts? Schließlich hat Mini auch für die hygienischen Standards gesorgt. An Bord des Reisemobils befindet sich nämlich auch eine Dusche, deren Wassertank unter dem Ladeboden verbaut wurde. Ja genau, das ist so ein Ding, wie man es in Fachläden für Campingbedarf kaufen kann. Der Clou an diesen Umbauten im Mini Clubvan ist der Preis: Gerade einmal 1000 Euro werden für die Materialien fällig. Das ist gemessen an Fahrzeugen, die ab Werk mit solchen Features ausgestattet werden, extrem wenig Geld.

Na gut, in der Regel hat man dann da auch mehr Platz und muss nicht allein durch die Pampa reiten. Aber, so versicherte Mini-Pressechef Andreas Lampka, es gibt genug Leute, die allein mit ihrem Wohnmobil unterwegs sind. O.K, vielleicht sind die ja jetzt durch die Mini-Idee inspiriert.

Dem Mini aufs Dach gestiegen

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Ab 2000 Euro gibt es das Dachzelt.

(Foto: Uwe Fischer)

Doch auch für Leute, die lieber zu zweit auf Reisen gehen, gibt es Möglichkeiten, einen Mini in ein Reisemobil zu verwandeln. Die Firma Beduin offeriert ein sogenanntes Schalenzelt, das mit wenig Aufwand, dank der im Boden eingelassenen Halfenschienen zum Beispiel auf den Dachgepäckträger eines Mini Countryman All4 Camp geflanscht werden kann. Bei einem Gewicht von lediglich 51 Kilogramm sollten zwei leidlich große Personen das Rooftop-Zelt auch problemlos auf das Autodach wuchten können. Für den unkomplizierten Einstieg sorgt eine bis auf 2,20 Meter ausfahrbare Teleskopleiter, die während der Fahrt in der Dachschale verbleibt, die sich bei Bedarf, durch die vier Gasdruckheber binnen weniger Sekunden in ein Schlafzimmer verwandelt. Im Innenraum erwartet die Reisenden eine Liegefläche von 1,95 mal 1,40 Meter. In der Höhe sind es immerhin noch 82 Zentimeter. Je nach Ausstattung kostet das unter dem Namen James Baroud Evasion firmierende Dachzelt zwischen 2000 Euro und 2600 Euro.

Luxus in Tropfenform

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Mit 500 Kilogramm ist der Teardrop-Wohnwagen auch für Kleinwagen geeignet.

(Foto: Uwe Fischer)

Wer letztlich aber dem mobilen Luxus nicht abschwören möchte und trotz fortwährender Reisetätigkeit seine eigene kleine Wohnung mitnehmen will, dem sei der Alpina Teardrop Wohnwagen ans Heck gehängt. Preislich sollte man sich hier aber auf mindestens 9000 Euro einstellen. Dafür bekommt man aber einiges: Hinter der Heckklappe des mit einer Außenbreite von 2,04 Metern sehr schlanken Wohnwagens verbirgt sich nämlich eine komplette Küche aus Eichenmassivholz mit Gasherd und Wassertank samt Pumpe und Spülgelegenheit. Da der Teardrop auch über einen Anschluss für Camping-Dauerstrom verfügt, ist es möglich, die im Wageninneren vorhandenen 230-Volt-Steckdosen zu betreiben. Bleibt man einer offiziellen Haltestelle fern, kann der Strom für den Lüfter, TV/DVD und die HiFi-Stereoanlage über die auf dem Dach befindlichen Solarzellen generiert werden.

Da der Alpina Teardrop in der Komplettausstattung gerade mal 500 Kilogramm wiegt, ist er auch für Kleinwagen wie eben einen Mini geeignet und darf ohne Anhängerführerschein manövriert werden. Hergestellt wird der Wohnwagen in der Slowakei von der Firma Camp-Runner Europe. Die Teardrop-Form für Wohnwagen ist im Übrigen die klassische Form der Miniwohnwagen, wie sie beispielsweise bereits 1937 von Hans Berger gebaut wurden. Dass die tropfenförmige Silhouette des Caravan-Modells an die geschwungenen Linien der Mini Türverkleidung erinnert, ist wohl eher ein designtechnischer Zufall. Ebenso, dass die Schiebefenster auf beiden Seiten bereits beim Classic Mini bis 1969 Standard waren. Das alles ist kein zwingender Grund, sich den kleinen Wohnwagen an den Engländer zu hängen, lässt ihn aber am Heck des Briten besonders schick aussehen.

Quelle: ntv.de