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Luxuriös wie eine S-KlasseMercedes-V-Klasse-Nachfolger VLE fährt wie ein Kompaktwagen

20.02.2026, 07:39 Uhr Patrick-portraetfotoVon Patrick Broich, Neuhausen auf den Fildern
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Bis auf die Scheinwerfer sieht man vom Mercedes VLE noch nicht viel. Hier bugsiert das System ihn gerade in die Parklücke. (Foto: Mercedes)

Bald ist es so weit und der neue Mercedes VLE erblickt das Licht der Welt. Als ultrakomfortables Multifunktionstool haben ihm die Stuttgarter Ingenieure so manches technische Schmankerl mitgegeben. ntv.de durfte bereits welche davon ausprobieren.

Der eine oder andere Leser wird sich an das letzte Frühjahr erinnern. ntv.de durfte schon selbst ans Steuer des neuen Mercedes VLE - damals noch als "neue V-Klasse" bezeichnet im nördlichen Skandinavien auf Wintererprobung. Der vor knapp einem Jahr getestete Entwickler war vor allem mit Messtechnik ausgerüstet und hatte quasi noch kein richtiges Innenleben.

Und heute? Nehme ich wieder einmal im künftigen Mercedes-Van Platz, der inzwischen auf den Namen VLE hört. Doch immer noch fährt der nützliche Benz mit Tarnfolie in und um Stuttgart herum, aber Stück für Stück lüftet der Hersteller die Geheimnisse um das Utility, bis es in wenigen Wochen komplett enthüllt wird. Aktuell zeigt es beispielsweise schon die echten Scheinwerfer mit den inzwischen aus CLA, E- oder S-Klasse bekannten stilisierten Sternchen. Was möchte Mercedes dem geneigten Beobachter damit sagen? Dass der VLE mehr wie ein PKW sein soll künftig?

Vielleicht. In diese Richtung schlägt das Pegel jedenfalls aus, und die jüngste Demonstration des Konzerns soll diesen Eindruck untermauern. Dass der VLE künftig mit einer mitlenkenden Hinterachse ausgestattet werden kann, ist nicht bloß ein zaghaftes Signal, sondern ein Feature mit handfesten Vorteilen im Gepäck. Und ja, ganz ehrlich, dass die Hinterräder bei Mercedes mitlenken, ist keine neue Sache. Es geht bei C-, E- und S-Klasse sowie etlichen Derivaten. Aber beim großen VLE fühlt es sich eben doch speziell an - der ausladende Van verhält sich wie ein Stadtflitzer - satte sieben Grad lenkt der Benz hinten ein.

Fürs Erste muss ein großes abgesperrtes Werksgelände herhalten für den Versuch, aber dass der weit über fünf Meter lange VLE mit diesem Gadget zum Liebling im Parkhaus avancieren wird, ist abzusehen. Zumal der Wendekreis bloß 10,90 Meter beträgt.

Der neue VLE parkt selbsttätig ein

Und dann wäre da noch etwas - in der Tat mehr Gimmick, aber ganz cool. Die modernste Ausbaustufe der Einparkautomatik soll es den Fahrern leicht machen: Man nähert sich einer Parklücke so an, dass es halbwegs passt. Dann markiert das System verfügbare Flächen auf dem Kamerabild im zentralen Monitor blau. Diese Fläche tippt man dann an, und zack, bugsiert der Computer den großen Stromer in die Parklücke. Und zwar nicht so wie früher, dass der Fahrer Gas (hier Strom) und Bremse steuert, während das System lenkt. Nein, das Auto übernimmt sämtliche Kommandos, man sitzt bloß dort und schaut dem Spektakel zu.

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Einfach auf den Bildschirm tippen, schon parkt der Mercedes VLE ein. (Foto: Mercedes)

Braucht man nicht, diese Spielerei? Nicht jeder vielleicht, aber wem die Abmessungen Respekt einflößen, darf sich dieser Funktion bedienen. Außerdem: ein bisschen fancy ist es schon.

Und darüber hinaus? Soll der VLE ganz schön langstreckentauglich werden. Mercedes hat es im Rahmen von Entwicklungsfahrten ausprobiert letzten Sommer. Und zwar mussten die noch getarnten Prototypen letztes Jahr die Strecke von Stuttgart nach Rom zurücklegen - immerhin 1090 Kilometer. So ging es auf Autobahnen, Land- und durchaus auch Passstraßen binnen 13 Stunden in das Herz Italiens. Die Außentemperaturen lagen zwischen 11 und 33 Grad, während die Klimaautomatik innen durchgängig für 22 Grad sorgte. Unterwegs hat das Mercedes-Team zwei Ladepausen von 15 Minuten eingelegt.

Fairerweise muss man aber auch unterstellen, dass die Techniker mit 100 Prozent State of Charge losgefahren sein dürften - der Akku bunkert künftig 115 kWh (nutzbar) und damit deutlich mehr als der bisherige EQV mit 93 kWh. Und über den Akkustand bei Ankunft weiß man nichts. Allerdings verfügt der VLE über ein 800-Volt-Bordnetz, und wenn er so schnell lädt wie der aktuelle CLA, wäre schon viel gewonnen. Selbst wer nicht zu Hause laden kann, könnte mit diesem System glücklich werden.

Für die Passagiere könnte es außerdem etwas zu gewinnen geben mit dem Umstieg, denn so viel sei verraten: Es soll luxuriös werden. Ziemlich luxuriös. Und sogar noch luxuriöser mit dem VLS. Und die Botschaft ist klar, hier schwingt ein Hauch von S-Klasse mit. Neugierig geworden? Am 10. März feiern VLE und VLS Weltpremiere. Dann werden auch die Geheimnisse um Innenausstattung, Motorleistung und weitere Versionen gelüftet. ntv.de wird über den mit bis zu acht Sitzplätzen ausgerüsteten Mercedes berichten.

Quelle: ntv.de

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