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Der E-Stern geht auf Mercedes hat den Tesla-Gegner

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Auf dem Pariser Autosalon soll der Tesla-Gegner aus Stuttgart seine Weltpremiere feiern.

(Foto: picture alliance / dpa)

Dass an der Elektromobilität kein Weg vorbeiführt ist ein offenes Geheimnis. Doch während andere Autohersteller noch laut über den Wandel nachdenken, macht Mercedes Nägel mit Köpfen und präsentiert in Paris einen Tesla-Gegner mit 500 Kilometer Reichweite.

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Auf diesem Bild ist das Elektroauto zu sehen, dass Mercedes in Paris zeigen wird. Die Silhouette unter der Plane deutete auf einen GLA-Ableger hin.

Während Volkswagen noch laut über die Wende zur Elektromobilität nachdenkt, hat sie Mercedes schon eingeläutet. Nicht nur, dass die Stuttgarter ab 2017 ein erstes Serienfahrzeug mit Brennstoffzelle auf den Markt bringen werden. Auf der Automesse im September in Paris werde Daimler ein Elektroauto vorstellen, das eine Reichweite von 500 Kilometern haben soll, heißt es aus Unternehmenskreisen. Auf welches Modell hier aufgesattelt wird, verrät Daimler jedoch noch nicht. Es darf aber gemutmaßt werden, dass es sich um einen Ableger des GLA handelt.

Sollte es sich tatsächlich um einen Elektrogleiter in dieser Klasse mit der oben genannten Reichweite handeln, hätte Mercedes einen echten Tesla-Gegner im Programm. Aber nicht nur das. Die Stuttgarter würden vor allem vor der deutschen Premium-Konkurrenz eine Technik an den Start bringen, die sich leicht auf andere Modellreihen herunterbrechen ließe. Zumal es der Anspruch ist, dass auch der Nutzwert von Elektrofahrzeugen nicht von dem der mit Verbrennungsmotor angetriebenen Autos aus dem eigenen Haus abweicht.

Bei den derzeitigen Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen wurde Mercedes oft gescholten, dass durch den mächtigen Akku unterhalb des Kofferraums der Stauraum kaum noch eine relevante Größe hätte. Insofern dürfte der Akku wie bei Tesla unter dem Boden verbaut sein. Produziert werden die Batterien weiterhin im sächsischen Kamenz. Welche Kapazität sie haben, wurde noch nicht gesagt. Aber mit Blick auf die angekündigte Reichweite sollten es mindestens 70 bis 90 kWh sein.

2017 kommt der GLC F-Cell

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Bereits im kommenden Jahr soll der Mercedes GLC F-Cell auf den Markt kommen.

Bereits im kommenden Jahr wird Mercedes auf Basis des Mittelklasse-SUV GLC einen Plug-in-Hybrid auf den Markt bringen, der sowohl mit Wasserstoff als auch mit einer Batterie betrieben wird. Die Brennstoffzelle des Mercedes GLC F-Cell soll nur bei längeren Fahrten zur Energiegewinnung genutzt werden. Auf der Kurzstrecke bezieht das SUV den Strom aus einer 9 kWh großen Batterie und lässt den Wasserstofftank unberührt. Mit Akku und H2-Vorrat soll der Plugin-Hybrid ebenfalls insgesamt 500 Kilometer weit fahren können. Muss nachgetankt werden, ist das schnell erledigt, denn der Wasserstofftank ist in nur drei Minuten wieder voll. Die Ladung der Batterie würde rund zehnmal so lange dauern. Um die Betankung mit Wasserstoff abzusichern, hat Daimler zum Ausbau des Netzes eine Allianz mit Nissan und Ford geschlossen.

Äußerlich und beim Nutzwert unterscheidet sich die Brennstoffzellenvariante des GLC nicht von den konventionellen Modellen. Das liegt daran, dass das Stromkraftwerk so klein ausfällt, dass es komplett im Motorraum verbaut werden konnte. Einen Preis für das Fahrzeug, das auf der IAA 2017 seine Premiere feiern soll, ist noch genauso wenig bekannt wie das Vertriebsmodell. Die wichtigsten Konkurrent, die durch Hyundai mit dem iX35 Fuel-Cell und dem Toyota Mirai bereits auf dem Markt sind, kostet rund 80.000 Euro und werden zum Teil nur im Leasing angeboten.

Submarke für den Vertrieb?

Die Brennstoffzellenerfahrung von Mercedes reicht bis Anfang des Jahrtausends zurück. Seit dieser Zeit werden Brennstoffzellenfahrzeuge zu Forschungs- und Demonstrationszwecken in Kleinstserie, unter anderem in der ersten A-Klasse sowie in der aktuellen B-Klasse, gesammelt. Mit dem neuen GLC F-Cell könnte erstmals ein entsprechendes Fahrzeug der Stuttgarter nennenswerte Produktionszahlen erreichen. Über die Art des Vertriebs ist noch nichts bekannt. Einem unbestätigten Bericht des "Handelsblatts" zufolge sollen die Elektrofahrzeuge unter dem Dach einer extra gegründeten Submarke firmieren und gebaut werden.

BMW hatte 2011 die Submarke "BMW i" für die Elektromobilität gegründet, jüngst allerdings strategisch neu ausgerichtet. Statt E-Mobilität soll jetzt das autonome fahren stärker im Fokus stehen. Ob ein solcher Weg für die Stuttgarter denkbar ist bleibt an dieser Stelle reine Spekulation. Bestätigen wollte man bei Daimler dieses Gedankenspiel jedenfalls nicht.

Quelle: n-tv.de

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