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Benziner, der elektrisch fährt Nissan X-Trail e-Power mit Allradantrieb - der Überbrücker

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Der neue Nissan X-Trail ist auch mit dem "e-Power"-System erhältlich.

(Foto: Nissan)

Bis Nissan seine Modellpalette komplett auf reinen Elektroantrieb umgestellt hat, vergehen noch ein paar Jahre. Bis dahin soll es die "e-Power" als Überbrückungstechnologie richten - beim Crossover X-Trail in Kombination mit "e-4orce" sogar mit Allradantrieb.

In Sachen Elektromobilität darf man Nissan durchaus zu den Pionieren zählen. Seit über einem Jahrzehnt bieten sie bereits einen reinen Stromer an. Ja, der Leaf war sogar bis 2019 das weltweit meistverkaufte E-Auto überhaupt. Mit der Blickrichtung, 2030 nur noch Electric Vehicles (EV) verkaufen zu wollen, haben die Japaner mit dem Ariya ein zweites EV-Modell am Start, müssen aber auch jene Typen auf Elektro trimmen, die noch auf Verbrenner-Plattformen stehen.

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Für einen Aufpreis von 3500 Euro kann der X-Trail e-Power mit einem zusätzlichen E-Triebwerk an der Hinterachse zum Allradler ausgebaut werden.

(Foto: Nissan)

Wie etwa das Mittelklasse-SUV X-Trail, dessen vierte Generation gerade in den Handel kommt und demzufolge noch ein paar Jährchen mit einem Benziner an Bord wettbewerbsfähig bleiben will. Das soll mit einem selbst entwickelten "e-Power"-System gelingen, das auch im Qashqai zum Einsatz kommt, beim X-Trail aber erstmals mit einem in schönstem Marketing-Deutsch "e-4force" genannten Allradantrieb kombiniert wird - zu Preisen ab 44.400 Euro. Mit Vorderradantrieb beginnt die Preisskala bei 37.000 Euro.

"Einstieg in die Welt der Elektromobilität"

Was ist nun das Besonders an "e-Power"? "Diese Technologie ermöglicht unseren Kunden den Einstieg in die Welt der Elektromobilität, ohne sich mit Ladeproblemen oder Reichweitenangst auseinandersetzen zu müssen", erklärt die Produktmanagerin Allegra Fistek. Konkret heißt das: Das e-Power-System im X-Trail ist ein serieller Hybrid mit einem 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbo und 116 kW/158 PS sowie einem 150 kW/204 PS starken Elektromotor an der Vorderachse. Da der Verbrenner aber ausschließlich als Generator fungiert, sorgt einzig und allein das E-Werk für den Antrieb der Räder.

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Der X-Trail startet immer im Elektromodus.

(Foto: Nissan)

Das Nissan-SUV fährt also permanent elektrisch mit einem Benziner als Stromerzeuger, der den Energiefluss je nach Fahrsituation über den Wechselrichter an die 2,1-kWh-Hochleistungsbatterie, den Elektromotor oder bei hoher Leistung an beide weiterleitet. Für einen Mehrpreis von 3500 Euro kann der X-Trail e-Power mit einem zusätzlichen 100 kW/136 PS starken E-Triebwerk an der Hinterachse zum Allradler ausgebaut werden. Dann verfügt das System über eine Gesamtleistung von 157 kW/214 PS.

Fahrerlebnis fast wie in reinem E-Auto

Tatsächlich führt das zu einem Fahrerlebnis fast wie in einem reinen E-Auto. Der X-Trail startet immer flüsterleise im Elektromodus. Bestenfalls würde die Kapazität der kleinen Batterie aber vielleicht für knapp zwei Kilometer reines Stromern reichen. In der Regel schaltet sich der Generator schon viel schneller hinzu, was die Insassen aber nur in Form eines sehr zurückhaltenden, leichten Grummelns im Hintergrund mitbekommen. Wird beim Beschleunigen am Berg hohe Leistung abverlangt, schwillt freilich auch das Motorengeräusch an, aber nerviges Aufheulen, wie man es vom Umgang mit stufenlosen Getrieben kennt, gibt es ebenso wenig wie knurrigen Dreizylindersound.

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Der Nissan X-Trail e-Power ist ein souveränes Familien- und Reise-SUV.

(Foto: Nissan)

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Verbrenners: das variable Verdichtungsverhältnis von 8:1 bis 14:1, um je nach Motorlast optimale Leistung und Wirtschaftlichkeit zu erzielen. Erreicht wird dies durch einen sich ändernden Kolbenhub und entsprechend größerem oder kleinerem Brennraum. Bei geringem Leistungsbedarf liegt das Verdichtungsverhältnis im oberen Bereich, was Verbrauch und Emissionen senkt. Um bei hohem Leistungsbedarf die Batterie zu laden oder den Motor direkt mit Strom zu versorgen, wird das Verdichtungsverhältnis verringert.

Kein Ruckeln und Zuckeln

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Den günstigsten X-Trail e-4orce gibt es in der Acenta-Ausstattung ab 44.400 Euro.

(Foto: Nissan)

Keine Sorge, über den sich ständig verändernden Energiefluss und den permanent variierenden Ladezustand der Batterie wird der Fahrer oder die Fahrerin bei Bedarf vielleicht über die Anzeige im Display informiert, zu spüren ist hinterm Lenkrad davon nichts. Kein Ruckeln, kein Zuckeln. Zumal in Ermangelung eines Getriebes auch die Schaltvorgänge wegfallen. Zu dem entspannten Dahingleiten passt auch die ausgewogene Federung und eine saubere Fahrwerksabstimmung, die genügend Fahrbahnkontakt vermittelt und dennoch komfortabel ist. Alle Achtung!

Auch in puncto Rekuperation bewegt sich der X-Trail e-Power auf E-Auto-Niveau. Schon in Fahrstufe B wird spürbar Energie zurückgewonnen. Beim Betätigen des e-Pedal-Schalters verzögert das Fahrzeug im Extremfall so stark, dass sogar die Bremsleuchten angehen.

Verbrauchswerte gehen in Ordnung

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Gegen Aufpreis gibt es den Nissan X-trail mit zwei zusätzlichen Sitzen in der dritten Reihe.

(Foto: Nissan)

Die Effizienzmaßnahmen des e-Power-Systems zeigen Wirkung. Der Normverbrauch von 6,3 bis 6,7 l/100 km Super liegt beim e-force-Modell fast einen ganzen Liter unter dem Wert für den X-Trail Mildhybrid, der als Basismodell (ab 35.500 Euro) die SUV-Baureihe zum Trio ergänzt. Auf einer ausgiebigen Testrunde durch das Rhein-Main-Gebiet auf Landstraßen und im Stadtgewusel geht aber auch ein Testverbrauch von 7,1 l/100 km für den 4,86 Meter langen 2,4-Tonner durchaus in Ordnung. Fahrwerte wie ein Tempo-100-Sprint in 7,0 Sekunden und 180 km/h Spitze zeigen, dass der Nissan-Crossover selbst flottere Gangarten goutiert.

Am wohlsten fühlt sich das Allrad-SUV allerdings auf Asphalt, empfiehlt sich als Reise- und Familienauto. Im Gegensatz zu der e-Power-Version mit Frontantrieb ist der Allräder gegen einen Aufpreis von 800 Euro auch mit zwei zusätzlichen Sitzen in der dritten Reihe zu haben. Das reicht vielleicht für den Fußball-Nachwuchs bis zur C-Jugend, Personen über 1,60 Meter Körpergröße sollten sich die Mitfahrt dort allerdings verkneifen. Wird die letzte Reihe mangels Belegung im Fußboden versenkt, beträgt das Ladevolumen im Kofferraum 485 Liter, 90 Liter weniger als bei der frontgetriebenen Version.

Der günstigste X-Trail e-4orce wird in der Acenta-Ausstattung ab 44.400 Euro angeboten. In der Top-Ausstattung Tekna+, die inklusive sämtlicher Assistenzsysteme, Sportsitzen mit gestepptem Leder und Bose-Soundanlage umfassend bestückt ist, werden 55.730 Euro aufgerufen.

Technische Daten

  • Mittelklasse-SUV, Länge: 4,68 Meter, Breite: 1,84 (2,07 mit Außenspiegeln) Meter, Höhe: 1,72 Meter, Radstand: 2,71 Meter
  • Laderaumvolumen: 575 bis 1424 Liter (e-FORCE 485 bis 1396 Liter)
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1.5 VC-T e-Power e-4ORCE

  • Allradantrieb, 1,5-Liter-Dreizylinder (nur Generator): 116 kW/158 PS, maximales Drehmoment: 250 Nm bei 2400 bis 4400 U/min, Elektromotor vorn: 150 kW/204 PS, maximales Drehmoment: 330 Nm, Elektromotor hinten: 100 kW/136 PS, maximales Drehmoment: 195 Nm, Systemleistung: 157 kW/214 PS,
  • 0-100 km/h: 7,0 s, Vmax: 180 km/h
  • Durchschnittsverbrauch (WLTP): 6,3 bis 6,7 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 141 bis 145 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-ISC-FCM
  • Preis: ab 44.400 Euro (Ausstattung Acenta), Top-Ausstattung Tekna+ 55.730 Euro

1.5 VC-T e-Power

  • Vorderradantrieb, 1,5-Liter-Dreizylinder (nur Generator): 116 kW/158 PS, maximales Drehmoment: 250 Nm bei 2400 bis 4400 U/min, Elektromotor vorn (Antrieb): 150 kW/204 PS, maximales Drehmoment: 330 Nm
  • 0-100 km/h: 8,0 s, Vmax: 170 km/h
  • Durchschnittsverbrauch (WLTP): 5,8 bis 6,2 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 131 bis 141 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-ISC-FCM,
  • Preis: ab 37.000 Euro (Ausstattung Visia)

Quelle: ntv.de, Michael Lennartz, sp-x

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