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So gar nicht Grumpy Opel präsentiert den Crossland X

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Der Opel Crossland X reiht sich vor dem Opel Mokka ein und erhebt keinen Anspruch, ein SUV zu sein.

(Foto: Holger Preiss)

Opel hat für 2017 sieben neue Modelle angekündigt. Eröffnet wird der Reigen vom Crossland X, einem stylischen City-Flitzer mit Offroad-Attitüde. n-tv.de hat zur Weltpremiere schon mal Platz nehmen dürfen.

Die Familien-Vans haben ausgedient. Nicht nur bei Peugeot, auch bei Opel hat man sich von den "Pampers-Bombern" verabschiedet und sie in flotte Crossover gewandelt. Warum an dieser Stelle ausgerechnet eine Beziehung zwischen den Rüsselsheimern und den Franzosen hergestellt wird? Nun, weil der Opel Crossland X, der am gestrigen Abend mit einer riesigen "Grumpy-Cat-Sause" im Kraftwerk Berlin seine Weltpremiere gefeiert hat und Zusammenarbeit von Peugeot und Opel entstanden ist. Zudem ist eine optische Nähe zum Peugeot 3008 nicht von der Hand zu weisen, der bereits auf dem Pariser Autosalon der Öffentlichkeit vorgestellt wurde und künftig auch die Basis für den Opel Grandland X bilden wird.

Crossland X ist nicht mürrisch

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Die Nähe der Modelle ist auch mit Blick auf das Design zu erkennen. Jedenfalls ziert das "schwebende" Dach, das mit dem Opel Astra Einzug hielt, nicht nur den Crossland X, sondern auch den Peugeot 3008. Schick sieht es bei beiden aus und so gar nicht "grumpy". Anders als die mürrisch dreinschauende Katze, die gemeinsam mit dem Topmodel Georgia May Jagger und etlichen Opel-Fahrzeugen für den aktuellen Kalender der Marke vor der Kamera von Ellen von Unwerth stand.

Doch lassen wir die Franzosen und Grumpy Cat an dieser Stelle mal außen vor und ordnen den Crossland X in das Portfolio von Opel ein. Hier löst er nämlich in direkter Linie den glücklosen Meriva ab und reiht sich so vor dem Mokka X ein. Anders als der soll er aber mit seinen "knackigen" Maßen und ohne Allradantrieb nicht den Status eines SUV bekommen, sondern als stylischer City-Flitzer und sogenanntes CUV (Crossover Utility Vehicle) die Herzen der Käufer erobern. Natürlich sind die üblichen Offroad-Accessoires wie angedeuteter Unterfahrschutz, Radhausverblendungen und der höhere Stand vorhanden.

Wie ein Großer

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In der Seitenlinie zeichnet den Crossland X das "schwebende" Dach aus.

(Foto: Holger Preiss)

Mit einer Fahrzeuglänge von 4,21 Metern ist der Crossland X im Übrigen 16 Zentimeter kürzer als ein Opel Astra, baut aber mit 1,59 Meter 10 Zentimeter höher, was den Insassen eine entsprechend erhöhte Sitzposition und ein besseres Raumgefühl verschafft. Das kann noch gesteigert werden, wenn der Crossland X mit einem großen Panorama-Glasdach geordert wird. Auch das Volumen des Kofferraums profitiert vom Hochbau. Im besten Fall fasst das Gepäckabteil 520 Liter. Die gibt es aber nur, wenn die Rückbank um 15 Zentimeter in Richtung Vordersitze gerückt wird. Andernfalls sind es immer noch 410 Liter und wesentlich mehr Beinfreiheit für Reisende im Fond. Wer keine Fahrgäste in der zweiten Reihe hat, kann die Rückbank umlegen und erhält 1255 Liter.

Noch nicht verraten haben die Rüsselsheimer, was den Crossland X unterm Blech so antreibt. Wahrscheinlich dürften das Turbo-Benziner mit einem und 1,4 Liter Hubraum sein, die zwischen 90 und 140 PS leisten. Neben der Sechsgang-Schaltung wäre dann auch ein Automat zu haben. Diese Getriebe-Kombination dürfte auch beim 1,6-Liter-Diesel mit rund 140 PS ihre Arbeit verrichten. Ob der Crossland-Fahrer wohl noch mit einem 1,4-Liter-LPG-Motor rechnen kann, bleibt abzuwarten.

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Der Innenraum im Opel Crossland X wirkt luftiger, als man es bei einem 4,21 Meter langen Fahrzeug erwartet.

(Foto: Holger Preiss)

Wer den Crossland X besteigt, fühlt sich hier stärker an den Astra erinnert als an den Mokka X. Das Dashboard scheint bis auf kleinere Änderung an den Applikationen und Lufteinlässen komplett aus dem Kompakten übernommen worden zu sein. Analoge Rundinstrumente mit Chromrahmen in Tube-Optik; in der Mittelkonsole ruht zentral in leichter Schräglage ein bis zu acht Zoll großer Farb-Touchscreen. Dahinter ist das Infotainment-System Radio R 4.0 IntelliLink oder Navi 5.0 IntelliLink verbaut, das die Kopplung mit Apple CarPlay oder Android Auto zulässt. Zeitgemäß ist auch die Möglichkeit, Smartphones, die es zulassen, induktiv zu laden. Und wie bei allen modernen Fahrzeugen mit dem Blitz gibt es auch im Crossland X ab der Ausstattungslinie Edition einen WLAN-Hotspot von Opel OnStar.

Anmutung ist wertig

Die Anmutung der in Augenschein genommenen Ausstattungslinie war ebenso wertig wie die im Astra. Die Sitze machen bei der ersten Probe einen ausgezeichneten Eindruck, sind wie gewohnt von der "Aktion Gesunder Rücken" zertifiziert, das lederbespannte Lenkrad liegt ausgezeichnet in der Hand und auch die Bedienelemente am Volant haben sich zum Vorteil gewandelt und gleichen jetzt denen im neuen Flaggschiff Insignia. Aus dem Steuerkreuz wurden runde Tasten, die je nach Druckpunkt unterschiedliche Funktionen freigeben. Leider wurden die Kippschalter zum Steuern der Lautstärke nicht durch Drehräder ersetzt, wie man sie unter anderem von VW kennt. Ansonsten beschränkt sich der Crossland X auf wenige wichtige Tasten mit angenehmen Druckpunkten, was dem Innenleben etwas Aufgeräumtes gibt. Auch das subjektive Raumgefühl im Crossland ist für die objektive Größe ansprechend.

Ausstattungstechnisch hat der Crossland X in entsprechenden Paketen ebenfalls einiges zu bieten. Neben adaptivem Fahrlicht und Voll-LED-Scheinwerfern gibt es optional ein Head-up-Display, das die fahrrelevante Daten auf einen ausfahrenden Screen projiziert. Nicht nur den automatischen Parklenkassistenten, den Frontkollisionswarner mit Fußgänger-Erkennung und die automatische Gefahrenbremsung im Geschwindigkeitsbereich von 5 bis 85 km/h wird es im Crossland X geben. Hinzu kommen Spurhaltewarner, Verkehrszeichenerkennung, Müdigkeitserkennung und Toter-Winkel-Warner.

Die Gunst der Stunde

Als erster Opel wird im Crossland X auch eine Panorama-Rückfahrkamera angeboten. Sie vergrößert den Sichtwinkel nach hinten auf 180 Grad, so dass der Fahrer beim Rückwärtsausparken auch sich seitlich nähernde Verkehrsteilnehmer auf dem Monitor sehen kann. Der Parkassistent der jüngsten Generation erkennt zudem selbständig Parklücken und schiebt den Crossland X selbständig ein. Einzig Gas und Bremse müssen durch den Fahrer noch betätigt werden.

Was dieser Schwung an Innovationen kosten wird, verrät Opel natürlich noch nicht. Aber die Erfahrung lehrt, dass man in Rüsselsheim mit spitzen Stiften rechnet und das in der Regel den Käufern zugutekommt. Man denke nur an das Matrixlicht des Astra, das mit 1500 Euro unerreicht preiswert ist. Apropos Astra, mit dem konnte Opel auch diesmal nicht dem VW Golf das Wasser abgraben. Mit dem Crossland X und dem kommenden Grandland X haben die Rüsselsheimer aber zwei Fahrzeuge im Portfolio, die es so in Wolfsburg und auch bei den Tochtermarken momentan nur mit dem Audi Q2 gibt. Vielleicht ist das ja die Gunst der Stunde für Opel, denn die Rüsselsheimer werden in diesem Jahr noch mit weiteren sechs neuen Modellen aufwarten. Denn das Motto für dieses Jahr heißt "7 in 17".

Quelle: n-tv.de

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