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Alleskönner für US-Armee Oshkosh JLTV löst Humvee ab

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Im Gegensatz zum Humvee soll der Oshkosh JLTV sich wie ein Buggy durchs Gelände jagen lassen.

Oshkosh

Der Humvee hat ausgedient, jetzt kommt das Oshkosh JLTV. Das fast doppelt so schwere taktische Kampffahrzeug soll alles besser können. Vor Beschuss schützen, Landminen standhalten und sich wie ein Baja Racer fahren lassen.

Nachdem die US-Armee den Humvee in Rente geschickt hat, musste ein neues Militärfahrzeug her. Jetzt ist es klar, wer den Kampf-Oldtimer ablösen wird: Es ist das Joint Licht Tactical Vehicle (JLTV) von Oshkosh. Damit hat Oshkosh den aktuellen Humvee-Bauer AM General und den Verteidigungsriesen LockheedMartin aus  dem Rennen geschlagen. Für den Anfang sollen für 6,7 Milliarden US-Dollar lediglich 17.000 Fahrzeuge gebaut werden. Allerdings ist das nur die Spitze des Eisberges. In den nächsten Jahren dürften weitere 55.000 Fahrzeuge für die Armee und die Marine Corps benötigt werden. Und selbst diese Zahl scheint weit untertrieben. Immerhin hatte das US-Militär seit 1984 etwa 280.000 Humvees im Bestand.

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Egal welches Gelände, das JLTV von Oshkosh kommt durch.

(Foto: oshkosh)

Um die Qualität des Fahrzeuges zu verdeutlichen, erklärt der pensionierte Armeegeneral und jetzige Präsident von Oshkosh: "Unsere Soldaten und Marines bekommen ein Fahrzeug auf höchstem Niveau. Mit seinen technischen Leistungen kann keiner mithalten. Unsere JLTV wurde ausgiebig getestet und hat sich bewährt. Die Außenhülle bietet den Schutz eines leichten Panzers und der Unterboden entspricht dem eines Mine Resistant Ambush Protect-Vehicles (hält also auch Landminen stand), wobei die Geländegängigkeit die eines Baja Racers ist."

Nicht mehr für den Kalten Krieg

Genau darin unterscheidet sich der Neue also vom Humvee. Der wurde für den Kalten Krieg gebaut und sollte die Sowjets erschrecken. Das gelang aber im besten Fall optisch, denn spätestens als seine Einsätze in Afghanistan und im Irak verfolgt wurden, war klar, dass der Wagen hoffnungslos überfordert ist. Zudem bot er, ob der mangelnden Panzerung, kaum Schutz für die Insassen. Erst nachträglich montierte Stahlplatten konnten wenigstens das Eindringen von Geschossen aus Sturmgewehren verhindern. Dem Beschuss durch großkalibrige Waffen oder gar mit Panzerfäusten hielt aber auch der beplankte Humvee nicht stand.

Insgesamt ist der Nachfolger des Humvee 30 Prozent kleiner, wiegt aber mit 6,4 Tonnen fast doppelt so viel. Mit Ausrüstung und Mannschaft sind es sogar 8,1 Tonnen. Insgesamt wurde eingeschätzt, dass das Fahrzeug aber groß genug ist, um vier Mann bequem zu transportieren und zu schützen, aber eben auch auf allen möglichen Kampffeldern dieser Welt zu funktionieren. Wichtig war bei Größe und Gewicht auch, dass das neue JLTV in das von der Army benutzte Transportflugzeug Lockheed C-130 Hercules passt.

Für den Vortrieb nutzt das JLTV einen Achtzylinder-Diesel von General Motors, der knapp 300 PS leistet, und den bewährten Allradantrieb von Oshkosh. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 110 km/h liegen und mit einer Tankfüllung sollen immerhin 500 Kilometer zurückgelegt werden. Den Einzelpreis gibt Oshkosh mit 250.000 US-Dollar an. Das ist unwesentlich mehr, als der Humvee mit 220.000 US-Dollar gekostet hat.

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Quelle: n-tv.de, hpr

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