Auto

Einparken leichtgemacht Röntgenbrille von Mini durchdringt Blech

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Die Brille ist nicht nur schönes Accessoires. Wer sie auf hat, hat den absoluten Durchblick.

(Foto: BMW)

Mit einem Head-up-Display lockt man auf einer Automesse keinen mehr hinter dem Ofen vor. Mit einer digitalen Datenbrille könnte das schon eher was werden. Noch dazu, wenn sie wie die von Mini unter anderen den Röntgenblick hat.

Wenn Mini in Shanghai auf der Automesse vorfährt, dann nicht mit einem neuen Auto, dafür aber mit einer Brille. Mit dem digitalen Prototyp eines Binokel wollen die Briten ihren Kunden künftig das Autofahren deutlich erleichtern. Die intelligente Sehhilfe oder wie Mini sie nennt, die Augmented-Reality-Brille, soll wichtige Informationen direkt vor die Augen des Fahrers projizieren und so zu einer Art beweglichem Head-up-Display werden.

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Daten, die sonst über das Head-up-Display angezeigt werden, sind jetzt im Brillenglas.

(Foto: BMW)

Unter anderem projiziert die gemeinsam mit dem kalifornischen Chiphersteller und IT-Unternehmen Qualcomm entwickelte Brille die aktuelle Geschwindigkeit, das gültige Tempolimit und die Anweisungen des Navigationssystems in das Sichtfeld des Fahrers. Auch Navigationspfeile, die direkt über dem Straßenverlauf angezeigt werden, sowie Informationen über freie Parkplätze können mit der Mini-Augmented-Vision ins Blickfeld gerückt werden.

Ein Blick durch Wände

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Die Augmented-Reality-Brille selbst ist eigentlich unscheinbar.

(Foto: BMW)

Geradezu gespenstisch wirkt der Blick auf Fahrzeugteile wie Türen oder A-Säulen. Für einen besseren Überblick kann die Brille nämlich diese Fahrzeugteile virtuell ausblenden, so als wären sie gar nicht da. Indem das System die Bilder der Kamera im rechten Außenspiegel einblendet, erkennt der Fahrer so zum Beispiel den Abstand zum Bordstein besser und kann damit leichter einparken. Konkrete Angaben zu einer künftigen Markteinführung macht Mini noch nicht.

Wettbewerber wie Mercedes, Hyundai oder Tesla haben bereits angekündigt, eine vergleichbare Datenbrille in ihre Fahrzeuge integrieren zu wollen. Bislang gibt es aber reichliche Probleme. Nicht nur das Partner Google sein Engagement von Google Glass, die als Grundlage dienen soll auf Eis gelegt hat, in Deutschland etwa ist aktuell unklar, ob das Tragen von Datenbrillen durch die Straßenverkehrsordnung überhaupt gestattet wird.

Großbritannien zum Beispiel will eine virtuelle Brille im Auto von vornherein verbieten und auch in den USA ist ihr Einsatz am Steuer juristisch umstritten. Kritisiert wird vor allem das Ablenkungspotential für den Fahrer. Mini hat seinem Gerät daher zwar einen SMS-Alarm verpasst, der ankommende Nachrichten meldet, zeigt den Text während der Fahrt jedoch nicht an. Dafür kann man sich die Kurztexte aber vom System vorlesen lassen.

Quelle: ntv.de, hpr