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Manipulationen am Tacho Service-Heft entlarvt

Wer einen Gebrauchtwagen kaufen will, sollte auf den Tacho genau studieren. (Bild: dpa)

Wer einen Gebrauchtwagen kaufen will, sollte den Tacho genau studieren.

Gebrauchtwagenkunden sollten skeptisch auf den Kilometerstand ihres Wunschautos schauen: Bei jedem dritten Fahrzeug aus zweiter Hand, das in Deutschland verkauft und umgeschrieben wird, ist die Laufleistung manipuliert, warnt die Polizei.

Hinweise auf einen "geschönten" Kilometerstand kann der Zustand der Innenausstattung geben, sagte Hans-Georg Marmit von der Sachverständigenorganisation KÜS. "Sind trotz vermeintlich geringer Laufleistung Pedale, Sitze oder das Lenkrad stark verschlissen, sollten beim Kunden die Alarmglocken schrillen." Im Zweifelsfall lohne es sich, bei Privatkäufen einen Kfz-Experten zurate zu ziehen.

"Für Laien ist es extrem schwierig, eine Tacho-Manipulation zu erkennen", stellte Ulrich Köster vom Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) fest. Neben ungewöhnlich starkem Fahrzeugverschleiß könnte womöglich auch ein Ölwechselaufkleber im Motorraum Betrüger entlarven. Darauf werde meist neben dem Datum des letzten Ölwechsels der Kilometerstand notiert, so Köster.

Mehr Infos mit PC-Technik

Werkstattmitarbeiter hätten ein leichteres Spiel als Laien, Gaunern auf die Schliche zu kommen: Bei neueren Wagen können sie den Wartungsintervallspeicher per Computer auslesen oder auch die Produktionsdaten des Kilometerzählers überprüfen. Dabei falle unter Umständen eine Chip-Manipulation auf.

Kunden, die einen Gebrauchten aus privater Hand kaufen wollen, fahren am besten, "wenn es zum Auto ein lückenloses Service-Heft, Reparaturrechnungen und Unterlagen der Hauptuntersuchungen gibt", sagte Köster. Dann sei das Risiko gering, bei der Laufleistung eines Wagens übers Ohr gehauen zu werden. Denn in diesen Dokumenten sind in der Regel die Kilometerstände aufgeführt.

Rund sechs Millionen Gebrauchtwagen wechseln laut der Münchener Polizei jedes Jahr in Deutschland den Besitzer. Den Beamten war am Dienstag der bislang größte Schlag gegen organisierte Tacho-Manipulierer gelungen. Dabei wurden rund 300 Autos und mehr als 800.000 Euro Bargeld sichergestellt. Die Polizei nahm 26 Verdächtige fest.

Quelle: ntv.de, dpa