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Mehr Sicherheit bringt Pfunde Sind Assistenzsysteme Spritfresser?

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Assistenzsysteme sorgen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr und gehören immer zur Standardausstattung von Fahrzeugen.

Je leichter ein Auto, desto geringer sein Verbrauch. Ein echtes Verkaufsargument also, dem Autohersteller seit Jahren mit möglichst leichten Modellen entsprechen wollen. Neue Assistenzsysteme lassen die Autos auf der anderen Seite immer schwerer werden. Doch macht dieses Zusatzgewicht Fahrzeuge wirklich zu Säufern?

Dass Autos mit weniger Gewicht einen geringeren Verbrauch haben, ist hinlänglich bekannt. Genau deswegen versuchen Autobauer seit Jahren immer leichtere Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Auf der anderen Seite wächst bei den Kunden der Wunsch nach Komfort und so werden die meisten Wagen mit einer ganzen Palette an Assistenzsystemen ausgestattet, die alle ihre Kilos mitbringen. Autozulieferer Bosch hat die Systeme gewogen und gerechnet, ob sich die zusätzlichen Pfunde nicht auch auf den Verbrauch auswirken.

Zehn Kilo mehr in zehn Jahren

Das Ergebnis? Verglichen mit einem zehn Jahre alten Auto, schlagen die Assistenzsysteme in einem modernen Fahrzeug der Kompaktklasse mit rund zehn Kilogramm zu Buche. Zugrunde gelegt haben die Ingenieure bei ihrer Berechnung vor allem das Gewicht der Sensoren. Denn die meisten Assistenzsysteme setzen ihre Eingriffe über bereits vorhandene Systeme um: über die Bremse oder die elektrische Servolenkung. Beide Systeme gehören mittlerweile fast durchgängig zur Serienausstattung. Auch bei Fahrzeugen ohne jegliche Assistenten.


Damit diese Systeme Assistenzfunktionen wie das Spurhalten oder die Geschwindigkeitskontrolle übernehmen können, werden sie durch Umfeldsensoren ergänzt. Diese werden dann auf das Gewicht des Autos aufgeschlagen: Radar-, Video- und Ultraschallsensoren, außerdem eine Multimediaeinheit, die die Navigation und verschiedene Anzeigemöglichkeiten bietet.

Licht und Sound machen dick

Der Radarsensor, von dem es meist einen pro Fahrzeug gibt, bringt bis zu einem Kilogramm an Extragewicht. Ultraschallsensoren für die Einparkhilfe beinhalten ein Steuergerät mit in der Regel acht Sensoren. Das macht nach Angaben des Zulieferers aber weniger als ein Kilogramm aus.

Ein echtes Schwergewicht ist aber inzwischen eine hochwertige Multimediaeinheit, die mit etwa 2,5 Kilogramm rund 1,5 Kilo mehr wiegt als ein Einfachradio von vor zehn Jahren. Hinzu kommt, das Zusatzgewicht für angepasste Scheinwerfer. Hier schätzen die Experten ein Mehrgewicht von mindestens einem Kilo pro Scheinwerfer.

Darüber hinaus muss für ein besonders aufwendiges ESP noch zusätzliches Gewicht berechnet werden. Das Basisgerät, das auch in einem zehn Jahre alten Auto steckt, wiegt laut Bosch 1,6 Kilogramm, ein leistungsfähiges System mit allen Sensoren maximal 2,4 Kilogramm mehr.

Fahrweise entscheidender als Gewicht

Maximal sorgen die Assistenzsysteme in einem Fahrzeug der Kompaktklasse also für rund zehn Kilogramm an zusätzlichem Gewicht. Bei vollausgestatteten neuesten Oberklasselimousinen wiegen die Assistenzsysteme vermutlich noch ein bisschen mehr.

Bei einem VW Golf, der mit dem gängigen 1,6-Liter-TDI (105 PS) 1,3 Tonnen wiegt, macht die Masse der Assistenzsysteme damit weniger als ein Prozent des Gesamtgewichts aus. Der Spritverbrauch, den das Gewicht der Assistenzsysteme beeinflusst, ist dementsprechend gering – und zu vernachlässigen. Viel mehr schlägt diesbezüglich die eigene Fahrweise zu Buche.

Die Zahl der Assistenten in Neuwagen wird in den kommenden Jahren signifikant steigen. Nicht nur, dass Automobilhersteller sich mit ihnen von Wettbewerbern unterscheiden wollen. Ein weiterer Treiber ist das künftige Ratingschema von Euro NCAP. Wer bei dem wichtigen Crashtest die begehrte Höchstwertung von fünf Sternen für sein Fahrzeug erreichen will, muss von 2014 an mindestens ein Assistenzsystem an Bord haben. Von 2016 an ist zudem ein umfassender Fußgängerschutz Pflicht.

Quelle: ntv.de, sp-x

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