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Schneemensch jetzt auch fürs Grobe Skoda hat den Yeti gebürstet

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Mit Allradantrieb und Unterfahrschutz kann der Yeti jetzt auch durchs Gelände.

(Foto: Holger Preiss)

Alles hat seine Zeit. So auch die Optik eines Autos. Seit vier Jahren ist der Skoda Yeti unterwegs und erfreut sich ob seiner optischen und fahrtechnischen Ehrlichkeit größter Beliebtheit. Tugenden die man schätzt, die aber nicht alles sind. Und so hat man den Schneemenschen geschärft und ihm einen groben Bruder an die Seite gestellt.

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Ohne Kulleraugen gleicht sich der Yeti der Skoda-Familie an.

Seit 2009 zieht das sympathische Zotteltier mit den Kulleraugen auf deutschen Straßen seine Bahnen und erfreute sich, seit er in Mlada Boleslav das Licht der Welt erblickte, immer größer werdender Beliebtheit. Allein im letzten Jahr verkauften die Tschechen in Deutschland 22.246 Einheiten des Schneemenschen. Doch wie das so ist - nach einer gewissen Zeit wird das Fell zottig und die Moden ändern sich. Dann tut es not, die Designer in die Spur zu schicken. So jetzt auch beim Yeti geschehen. Die neckischen runden Äugelein, die seinerzeit als Nebelscheinwerfer dienten, sind verschwunden und werden durch Rechtecke ersetzt. Die schon den neuen Octavia prägenden, scharf gezeichneten Klarglasscheinwerfer erleuchten jetzt die Straße und sind erstmals auch mit Bi-Xenon-Technologie und integriertem LED-Tagfahrlicht lieferbar. Auch das Heck wurde optisch gestrafft und ab der Ausstattungslinie Elegance ist es sogar mit LED-Leuchten bestückt. All das macht den Yeti moderner, passt ihn der Skoda-Familie an, ohne ihn aber komplett gegen den Strich zu bürsten.

Der Yeti geht jetzt auch durchs Grobe

Doch noch etwas ist neu. Bis dato gab es den Yeti nur in einer Variante, jetzt kommt er als doppeltes Lottchen daher. Einmal in feinem Zwirn als Stadt- und Boulevard-Mobil und als das, was der Namen ohnehin seit Jahren suggeriert, als Kumpel fürs Grobe. Dann trägt er den Namen Yeti Outdoor und hebt seine Qualitäten als Naturbursche mit Unterfahrschutz und farblich abgesetzten Seitenschwellern hervor. Unter dem geglätteten und gestrafften Fell der beiden Brüder setzt man hingegen auf Bewährtes. Die Motoren sind allesamt alte Bekannte aus den VW-Regalen und das Leistungsband reicht vom bis dato meistverkauften 1,2 Liter Benziner mit 105 PS bis hin zum 1,8 Liter TSI mit satten 166 PS. Bei den Dieseln ist der 1,6 Liter Selbstzünder mit 105 PS neu ins Programm genommen worden und das obere Ende kennzeichnet der 2,0 Liter Diesel mit 170 PS. Vier der Motorisierungen gibt es jetzt auch mit Allrad. Das macht den einstigen Boulevard-Yeti zu einem echten Schneemenschen, den man auch gerne mal ins Gelände jagen kann.

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Für die Green-Tec-Modelle gibt es keinen Allradantrieb.

Sparfüchse können jetzt auch beim Yeti auf die sogenannten Green-Line-Modelle zurückgreifen, die neben Start-Stopp-Automatik auch die Rekuperation der Bremsenergie offerieren. Eine dieser Varianten ist der 1,6 TDI. Der etwas knurrige Diesel geht dank eines Drehmoments von 250 Newtonmetern gut voran, treibt den 1,4 Tonnen schweren Schneemenschen in 12,1 Sekunden an die 100 km/h-Marke und offeriert eine Endgeschwindigkeit von 176 km/h. Das alles bei einem Verbrauch von 5,3 Litern im Schnitt. Das entspricht nicht ganz dem von Skoda vorgegebenen Wert von 4,6 Litern, ist aber akzeptabel. Einziges Manko: Auf längeren, schnell gefahrenen Strecken sucht man vergeblich einen sechsten Gang. Der ist der längeren Übersetzung des Getriebes zum Opfer gefallen. Mehr bietet da das Automatikgetriebe, das als 7-Gang-DSG mit Tiptronic-Funktion daherkommt. Preislich wäre das eine bedenkenswerte Alternative, denn in der Grundausstattung variieren die beiden Versionen lediglich um 100 Euro.

Neue Helfer für die Grobarbeit

Echte Offroad-Qualitäten entwickelt der Yeti aber erst ab 4x4. Wenn man sich dann noch für den 2,0-Liter-TDI mit 140 PS und dem 6-Gang-DSG entscheidet, liegen satte 320 Newtonmeter Drehmoment an, die den hochgebauten Tschechen dann auch fürs grobe Geläuf tauglich machen. Grundlage dafür bietet auch die in den Allradmodellen arbeitende Haldex-Kupplung, die im Gegensatz zum Torsen-Differential das Drehmoment auch ungleich auf Vorder- und Hinterachse verteilen kann. Darüber hinaus ist die gesamte SUV-Modellreihe ab Werk mit Motorschleppmomentregelung (MSR) und Elektronischer Differenzialsperre (EDS) ausgestattet. Was dem Yeti ebenfalls echte Offroad-Qualitäten verleiht, ist der Off-Road-Assistent. Er kombiniert ein spezielles Off-Road-ABS mit einem Bergabfahrassistenten, der insbesondere auf steilen Gefällstrecken im Gelände durch Bremseingriff und über das Motormanagement ein konstant langsames Tempo einhält. Den Helfer gibt es im Übrigen für schlaffe 80 Euro.

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Dank Haldex-Kupplung, MSR und EDS geht's auch über Stock und Stein.

(Foto: Holger Preiss)

Natürlich lässt sich der Yeti Outdoor auch auf befestigten Pfaden bewegen. Hier wird er bis zu 187 km/h schnell und gibt sich mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,3 Litern immer noch bemerkenswert genügsam. Das Topmodell der Yeti-Baureihe ist weiterhin der der 170 PS starke Diesel mit 350 Newtonmetern, die sich ebenfalls aus einem 2-Liter-Triebwerk generieren. Für den Sprint auf 100 km/h benötigt der Schneemann zwischen 8,4 und 8,6 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 201 km/h. Wer die allerdings über längere Strecken fährt, darf die von Skoda angegebenen Verbrauchswerte von 6,3 Litern getrost als Makulatur betrachten und sollte sich auf ein zweistelliges Ergebnis einstellen.

Erstmals Rückfahrkamera und Parkassistent

Mit dem Facelift haben die Tschechen dem Yeti aber auch eine Reihe neuer Assistenzsysteme spendiert. Als erster Skoda überhaupt ist der Yeti jetzt mit einer Rückfahrkamera erhältlich, die mit 240 Euro zu Buche schlägt. Wer ganz locker in jede Parklücke rücken will, der kann den neuen Parklenkassistenten der zweiten Generation für 590 Euro bestellen, der den Wagen nicht nur parallel zur Fahrbahn einfädelt, sondern ihn auch in Parkbuchten schiebt, die rechtwinklig zum Fahrweg liegen. Erkannt werden die Lücken sogar noch bei einer Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h und dabei muss die Bucht nicht mal wesentlich größer sein als der 4,22 Meter lange Yeti.

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Die Rückbank besteht jetzt aus drei Einzelsitzen.

Apropos: Die Außenmaße haben sich zum Vorgänger nicht verändert. Und so zählt der charmante Abenteurer immer noch zu den geräumigsten Vertretern seiner Klasse. Zugelegt hat der Tscheche aber bei der Zuladung. Die liegt jetzt bei 645 Kilogramm und auch die maximale Anhängelast konnte mit 2,2 Tonnen um 100 Kilogramm erhöht werden. Im Innenraum frischen neue Dekorleisten das Bild auf und Dreispeichen-Lenkräder machen den Arbeitsplatz des Piloten einen Tick dynamischer. Ansonsten hat sich an der skodatypischen schlichten Klarheit in diesem Bereich nichts geändert.

Panoramadach und "Simply Clever"

Ein echter Lichtblick ist das jetzt erhältliche elektrische Panoramaschiebedach für 1095 Euro, dessen Glasfläche sich über den ganzen Himmel erstreckt. Da Skoda ja "Simply Clever" ist, hat man natürlich auch die schon im neuen Octavia und im Rapid Spaceback präsentierten kleinen, aber sehr feinen Ideen in den Yeti einfließen lassen. So kann der nach wie vor 405 Liter fassende Kofferraum jetzt optional mit einer schmutzabweisenden Wendematte ausgelegt werden. Die Rückbank besteht aus drei separaten Einzelsitzen, wobei die äußeren Plätze nunmehr in Längs- und Querrichtung verschoben werden können. Durch den vollständigen Ausbau der Rücksitze erweitert sich das Ladevolumen auf 1760 Liter. Wer den klappbaren Beifahrersitz für 80 Euro Aufpreis bestellt, kann besonders langes Transportgut dann auch bis zur Armatur durchschieben.

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Im Innenraum regiert die Klarheit.

Auch nach der Frischzellenkur bleibt der Skoda Yeti eine Alternative für die Freunde von Fahrzeugen mit unkomplizierter Optik. Jetzt sogar noch einmal mehr, weil der Tscheche das, was er seit Jahren äußerlich verspricht, umsetzen kann: den Gang ins Gelände. Die Markteinführung ist am 7. Dezember 2013. Die Preise starten bei 18.990 Euro für den 1,2 Liter TSI. Das Ende der Fahnenstange ist mit dem 2,0-Liter TDI 4x4 mit 170 PS in der Luxusausstattung L&K mit 35.690 Euro erreicht.

Quelle: ntv.de