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Die Triumph Speed Triple ist zweifelsfrei die Begründerin des Segments der sogenannten Naked Performance-Bikes.
Die Triumph Speed Triple ist zweifelsfrei die Begründerin des Segments der sogenannten Naked Performance-Bikes.
Montag, 26. Februar 2018

Der Kreis schließt sich: Triumph Speed Triple - wieder im Circle

Unter den Herstellern von Naked Bikes herrscht ein harter Wettbewerb. Das musste zuletzt auch ein Urgestein des Segments erfahren. Jetzt hat Triumph seine Speed Triple aufgefrischt und aufgerüstet und zum Performance-Bike gemacht.

Die Triumph Speed Triple ist zweifelsfrei die Begründerin des Segments der sogenannten Naked Performance-Bikes, also der extrem leistungsfähigen unverkleideten Motorräder. Ihr flüssigkeitsgekühlte, 885 Kubikzentimeter große Dreizylindermotor schöpfte 1994 das damals geltende 98-PS-Limit voll aus. Dank eines Leergewichts von nur etwa 225 Kilogramm setzte sich die Triumph klar an die Spitze der starken Naked Bikes und lässt die Ducati Monster M900, zwei Jahre zuvor erschienen, auf einen Schlag ziemlich alt aussehen.

Der teureren RS bleiben das Kurven-ABS als auch die Kurven-Traktionskontrolle vorbehalten.
Der teureren RS bleiben das Kurven-ABS als auch die Kurven-Traktionskontrolle vorbehalten.

Deren 900-Kubik-Zweizylinder leistete gerade mal 78 PS, wodurch selbst der Gewichtsvorteil von 25 Kilogramm zur Triumph schmilzt wie Butter in der Sonne. Auch das für 1994 extreme Styling der Speed Triple mit den freistehend montierten Doppelscheinwerfern half dabei, die Zahl der Liebhaber dieses ersten echten Streetfighters schnell wachsen zu lassen. Die Triumph Speed Triple entwickelte sich zum Kultbike.

Qualität macht den Unterschied

Nun rollt die jüngste Generation dieses für Triumph so wichtigen Modells zu den Händlern, und zwar in den Versionen S und RS. Die technische Basis – Dreizylindermotor mit 1050 Kubikzentimeter Hubraum, Leistung 150 PS, Leichtmetall-Brückenrahmen, 4,3-Zentimeter USD-Gabel, Zentralfederbein, drei Scheibenbremsen – ist identisch, doch gibt es beträchtliche Unterschiede bei der Ausstattung, und zwar sowohl bei der Qualität der Federelemente als auch beim Umfang der Fahrhilfen.

Beide Varianten weisen serienmäßig einen hervorragend ablesbaren TFT-Farbbildschirm im Cockpit auf, beide kommen mit einem bestens ansteuerbaren neuen Bordcomputer. Auch die beleuchteten Bedienungstasten und das E-Gas gibt es sowohl bei RS und S. Der teureren RS bleiben das Kurven-ABS wie auch die Kurven-Traktionskontrolle vorbehalten, weil nur sie über die dafür nötige Trägheitsmesseinheit in Form einer IMU (inertial measurement unit) verfügt, mit deren Hilfe auch die Roll-, Nick- und Gierbewegungen des Fahrzeugs sowie Beschleunigung und Schräglage kontinuierlich erfasst werden. Diese Daten sind nötig für die speziellen Sicherheitssysteme. Auch das Keyless-Startsystem ist für die billigere S-Version nicht zu haben.

Aufrüstung war notwendig

Mit der technischen Aufrüstung und der Leistungssteigerung geht die Speed Triple wieder an die Spitze des Segments.
Mit der technischen Aufrüstung und der Leistungssteigerung geht die Speed Triple wieder an die Spitze des Segments.

Die technische Aufrüstung wie auch die Leistungssteigerung des Dreizylinders waren längst überfällig: Seit einigen Jahren geben bei den Nakeds neuentwickelte Modelle anderer Hersteller den Ton an. Ganz vorne rangieren, gemessen am Absatzvolumen in Deutschland, die BMW S 1000 R (165 PS, 202 kg, ab 13.850 Euro) sowie die noch hubraum- und leistungsstärkere KTM 1290 Super Duke R (177 PS, 212 kg, 16.595 Euro). Ähnliche Leistungsdaten weist die jüngste Version der Aprilia Tuono auf: Als V4 Factory (209 kg, 18.490 Euro) leistet diese nur in geringen Stückzahlen verkaufte Extrem-Fahrmaschine 175 PS. Gegen diese Kaliber hatte die letzte Speed Triple mit 140 PS Leistung nichts mehr zu melden, auch wenn ihr Preis weit unter dem der drei genannten Granaten lag.

Nicht besser als der Triumph geht es derzeit der Kawasaki Z 1000R, die es heuer als "Performance-Edition" gibt: 142 PS bei 221 kg Leergewicht lassen bei den Leistungsfetischisten eben doch Wünsche offen, auch wenn der Preis für die aggressiv gestylte Kawa mit 13.895 Euro eher günstig ausfällt. Die demnächst erhältliche Honda CB 1000R des Baujahres 2018 stellt das angejahrte Vormodell deutlich in den Schatten: Honda gibt nun maximal 145 PS an, das Gewicht sinkt auf 212 kg und es gibt die üblichen Fahrassistenzsysteme wie E-Gas, diverse Fahrmodi und eine Traktionskontrolle.

Wieder ein würdiges Mitglied

Mit rund 900 im Jahr 2017 in Deutschland verkauften Exemplaren darf man auch die Yamaha MT-10 (160 PS, 210 kg, 13.895 Euro) als echtes Erfolgsmodell bezeichnen. Sie ist zudem neuerdings zusätzlich als SP-Version mit höherwertigen Fahrwerkselementen und besserer Elektronik-Ausstattung) zum Preis von 16.495 Euro erhältlich und dürfte die Yamaha-Fahne noch ein wenig höher im Wind flattern lassen.

Schwer hat es in diesem Umfeld die aktuelle Version der Ducati Monster 1200, zuletzt für 2017 fit gemacht. Sowohl die Basisversion als auch die fahrwerksseitig upgedatete S-Version zaubern nun 147 PS aus dem 1200er-Testastretta-Zweizylinder, das Gewicht liegt bei kaum über 200 Kilogramm, die Preise betragen 14.390 beziehungsweise 17.190 Euro für die S-Version. Kurven-ABS, Wheelie-Kontrolle, Traktionskontrolle und vieles mehr gehören mittlerweile zur Serienausstattung. Dennoch fanden sich vergangenes Jahr lediglich gut 600 Monster-Käufer in Deutschland, weniger als halb so viele wie für die BMW S 1000 R und die KTM 1290 Super Duke R und gerade mal zwei Drittel so viele wie für die Yamaha MT-10.

Unabhängig davon, wie nun die Preisgestaltung der neuen Triumph Speed Triple ausfallen wird: Dank ihrer gründlichen technischen Aufrüstung und der nun auf 150 PS angehobenen Motorleistung bei gut 210 Kilogramm Leergewicht ist sie nun wieder ein würdiges Mitglied jenes Segments, das sie vor 24 Jahren begründet hat.

Quelle: n-tv.de