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Ab 2016: Thruxton/Thruxton R Triumph fährt zurück in die Zukunft

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Zusätzlich zur neuen Bonneville T120 legt der britische Hersteller Triumph mit der Thruxton eine Sportversion auf.

Der britische Motorrad-Hersteller Triumph legt zusätzlich zur neuen Bonneville T120 mit der Thruxton eine Sportversion auf. Auch die orientiert sich an bekannten Vorbildern, ist aber stärker und schneller denn je.

Die Modellbezeichnung Bonneville hat Triumph 1959 gewählt, um eine Rekordfahrt auf dem Bonneville-Salzsee im US-Staat Utah zu vermarkten: Im September 1956 hatte der Texaner Johnny Allen in einer stromlinienförmigen Rakete mit Triumph-Zweizylinder-Reihenmotor die sagenhafte Geschwindigkeit von 345,5 km/h erreicht. Freilich war das Triebwerk alles andere als serienmäßig: Als Kraftstoff diente Methanol. Der neue Geschwindigkeitsrekord sollte 14 Jahre gültig bleiben.

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Thruxton R und der originale Thruxton 500 Racer.

Die Rennerfolge der 1959 präsentierten Bonneville führten in der Folge zur Entwicklung eines Café Racers, der den Namen Thruxton erhielt. Er rührt von der Thruxton-Langstreckenrennserie über 500 Meilen her. An die ruhmreiche Geschichte der Ur-Thruxton, die diese Serie dominierte und zudem bei der TT auf der Isle of Man erstmals die Durchschnittsgeschwindigkeit auf mehr als 160 km/h steigerte, soll die auf der neuen Bonneville-Plattform aufbauende Thruxton des Modelljahres 2016 anknüpfen. Zusätzlich wird von ihr eine mit besonders hochwertigen Feder- und Dämpfungselementen sowie Brembo-Bremsen ausgerüstete R-Version gebaut.

Der neue 1200er Reihenzweizylindermotor der Bonneville wird für die Thruxton-Modelle anders abgestimmt. Damit steigen Leistung und Drehmoment. Während Triumph auch für die Thruxton noch ein Geheimnis um die Leistungskurve macht, ist die Drehmoment-Angabe bereits bekannt: Der Gipfel erreicht 112 Nm bei 4970/min. Das lässt darauf schließen, dass der Motor eine deutlich schärfere Nockenwelle aufweist als das ebenfalls wassergekühlte Bonneville-Triebwerk und nicht zuletzt dadurch eine höhere Spitzenleistung erreicht - getippt auf gut 100 PS.

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Zusätzlich wird eine mit besonders hochwertigen Feder- und Dämpfungselementen sowie Brembo-Bremsen ausgerüstete R-Version gebaut.

Wie bei der eng verwandten Bonneville bildet auch bei der Thruxton ein stählerner Doppelschleifenrahmen das Rückgrat. Für die Radführung sind an der R-Version besonders hochwertige Brems- und Federelemente zuständig. Vorne werden zwei schwimmend gelagerte Bremsscheiben von Brembo montiert, für die besonders präzise Verzögerung sind radial angeschlagene Brembo Monoblock-Bremssättel und ein Hauptbremszylinder aus demselben Haus zuständig. Das Vorderrad wird von einer voll einstellbaren Big-Piston-Fork von Showa geführt, das Hinterrad von voll einstellbaren Öhlins-Federbein im Zaum gehalten.

Von allem etwas mehr

Auch elektronisch bieten Throxton und Thruxton R mehr als die Bonneville. So gibt es außer den Fahrmodi "Straße" und "Regen" auch das Programm "Sport", in dem ein direkteres Ansprechverhalten des Motors geliefert wird. Die Traktionskontrolle der Thruxton ist abschaltbar. Der Bordcomputer ist gut bestückt: Außer einer Ganganzeige umfasst er unter anderem Kraftstoff-Reichweite, Kraftstoff-Verbrauch sowie die Möglichkeit, die Traktionskontrolle und das ABS bei Bedarf zu deaktivieren. Alle Eingriffe können unmittelbar vom Lenker aus erfolgen.

Die Sitzposition auf der Thruxton ist deutlich sportlicher als die auf der Bonneville. Dazu wird der Lenker tiefer montiert und die Fußrasten sind weiter oben und auch etwas weiter hinten positioniert. Ein deutlicher optischer Unterschied liegt in der Ausrüstung der Thruxton-Modelle mit einer stilsicheren Cockpit-Verkleidung im tradierten Café-Racer-Stil.

Eine Besonderheit beider Versionen stellt auch der etwas länger ausgeführte Tank dar, dessen Verschluss durch einen Klappdeckel im Monza-Stil erfolgt. Auch die beiden Lenkerenden-Spiegel machen deutlich, dass es sich bei der Thruxton um ein sportlich ausgelegtes Motorrad handelt. Dazu passt, dass bei beiden Versionen die Hinterradschwinge nicht aus Stahl, sondern aus Aluminium gefertigt ist. Bei der R-Version ist diese klar eloxiert, zudem kommen eine Tankhalterung aus Aluminium sowie eine polierte obere Gabelbrücke zum Einsatz.

Die Triumph Thruxton ist in drei Farboptionen verfügbar: Außer der Standardfarbe Jet Black ist Pure White mit einem schwarzen Streifen am Tank und Competition Green mit Tankstreifen in Dold-Metallic im Angebot. Die serienmäßig mit einer Sitzbankabdeckung ausgerüstete Thruxton R ist in Diablo Red sowie Silver Ice erhältlich. Der Individualisierung durch den Besitzer sind auch bei der Thruxton kaum Grenzen gesetzt: Triumph hält schon zum Verkaufsstart im Frühjahr 2016 mehr als 160 speziell entwickelte Zubehörteile parat. Erstmals zu sehen sind die neuen Thruxton-Versionen auf der Mailänder EICMA vom 19. bis 22. November 2015.

Quelle: ntv.de, sni/sp-x