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Hanseat, männlich, sucht Streit Welche Autofahrer sich am häufigsten fetzen

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Laut Umfrage sind Auseinandersetzungen rund ums Auto eine Männerdomäne.

(Foto: GDV)

Mann aus Hamburg oder Bremen, Mindestalter 46 Jahre: Das ist der Prototyp des streitsuchenden Verkehrsteilnehmers, wenn man den Daten einer aktuellen Analyse von einer Millionen Rechtsstreitigkeiten Glauben schenkt. Aber eine andere Gruppe holt auf.

Hinter dem Steuer fluchen, ungeduldig auf das Lenkrad trommeln, dem vordrängelnden Nebenmann einen Vogel oder am besten gleich den Mittelfinger zeigen - ein solches Verhalten ordnen die meisten wohl eher dem männlichen Teil der Autofahrer zu. Und damit liegen sie nicht so falsch: Nach einer Erhebung der Advocard Rechtsschutzversicherung sind Deutschlands Männer die streitlustigeren Autofahrer. Aber die Frauen holen auf.

Messbar wurde die Streitlust durch die Analyse von einer Million Rechtsstreitigkeiten von Privatleuten. Die Ergebnisse fasst der "Streitatlas" zusammen. Als typische Fälle im Bereich Verkehr und Mobilität nennt die Erhebung Auseinandersetzungen um Schadenersatz fürs Auto, Ordnungswidrigkeiten und Vertragsstreitigkeiten. Einen regionalen Schwerpunkt für diese Konfrontationen ergaben die Daten aus dem Jahr 2012 nicht, wohl aber zwei Hochburgen: In Hamburg und Bremen kommen knapp zehn Streitfälle auf 100 Einwohner. Die Rechtsabteilung der Versicherung sieht das hohe Verkehrsaufkommen in den beiden Stadtstaaten als Grund. Am wenigsten über den Straßenverkehr gezankt wird dementsprechend im Flächenstaat Bayern.

Auseinandersetzungen rund um das Auto sind nach den Daten der Erhebung eine echte Männerdomäne, stritten die männlichen Autofahrer doch beinahe dreimal so oft wie die weiblichen. Der Anteil der Männer an den Streitfällen betrug 74 Prozent, bei den Frauen waren es gerade mal 26 Prozent. Der weibliche Teil der Autofahrer hat aber aufgeholt: 2002 betrug das Verhältnis noch 76 zu 24 Prozent. Eine Altersgruppe fetzt sich besonders häufig: In rund 29 Prozent der Fälle sind die Beteiligten zwischen 46 und 56 Jahren alt.

Die Werte, um die es bei den Auseinandersetzungen geht, liegen in 62 Prozent der Fälle unter 2000 Euro. Die Summen steigen aber: Mittlerweile geht es bei mehr als jedem fünften Streit um Werte ab 4000 Euro, im Jahr 2002 war das nur bei etwa jedem sechsten Streit der Fall. Dafür sinken die Streitfälle pro 100 Einwohner: 2002 waren es im Schnitt noch zehn, 2012 nur noch 8,4.

Quelle: n-tv.de, kse/sp-x

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