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Reisen, nicht Rasen Yamaha Tracer - Eine für die Kurve

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Besonders in der Kurve lernt man die Yamaha MT-09 Tracer zu schätzen.

Die Tracer von Yamaha ist eins der vielseitigsten Bikes der Japaner. Mit ihr lässt sich reisen, flanieren und um die Kurven heizen. Vieles macht sie zudem besser als das Basismodell MT-09. Ihr Charme liegt aber auch darin, dass sie nicht perfekt ist.

Es war klar, dass Yamaha für sein im vergangenen Jahr erfolgreich gestartetes Modell MT-09 von vorneherein größere Aufgaben vorgesehen hatte: Soll sich eine grundlegende Neukonstruktion nicht erst nach zehn Jahren rentieren, müssen sich von ihr mehrere Versionen ableiten lassen. Deshalb haben die Japaner die leicht verschalte Variante "Tracer" folgen lassen und zählt bereits kurz nach Verkaufsbeginn zusammen mit dem Basismodell zu den richtig gut nachgefragten Motorrädern.

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Der Dreizylinder mit 115 PS schiebt die Yamaha Tracer gut voran.

Der 847 Kubikzentimeter große Dreizylindermotor mit 115 PS Spitzenleistung und 87,5 Newtonmeter maximalem Drehmoment ist mechanisch unverändert; das Triebwerk agiert kultiviert und überzeugt zudem durch eine ausgesprochen druckvolle Leistungsabgabe. Den Bereich der Spitzenleistung, der bei krachenden 10.000 Umdrehungen liegt, sucht man in der Praxis höchst selten auf, weil die Kraftentfaltung sehr linear erfolgt; zumeist liegt selbst bei sehr flotter Fahrt der Schaltpunkt nicht oberhalb des maximalen Drehmoments von 8500 Touren.

Modifizierte Motoreinstellungen

Als vorteilhaft erweisen sich die gegenüber der Basisversion modifizierten Motor-Einstellungen: Die ansonsten arg unkultivierte Gasannahme gefällt jetzt gut, so dass im Grunde unter allen Bedingungen der Standardmodus eingelegt bleiben kann; der zehn PS schwächere B-Modus ist allenfalls im Regen ein kleiner Vorteil. Der A-Modus erinnert ein wenig an die zickigen Vorzeiten, einen Dynamikvorteil bringt er nicht. Eine insgesamt aber segensreiche Motor-Modifikation. Zu ihr gehört auch, dass die Tracer über eine Traktionskontrolle verfügt; angesichts des bärenstarken Motors kein Fehler. Vor allem dann nicht, wenn der Dunlop Sportmax D222 montiert, die Temperatur niedrig und der Asphalt nicht besonders griffig ist.

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Die Windabweiser für die Handgriffe sind etwas groß geraten und sorgen bei hohen Geschwindigkeiten für Instabilität.

Fortschritte sind auch beim Fahrwerk zu verzeichnen: Gegenüber den unterdämpften MT-09-Komponenten weisen Gabel und Federbein jetzt effektive Einstellmöglichkeiten und ausreichende Reserven auf, um im Landstraßenbetrieb genussvoll unterwegs zu sein. Treibt man’s auf verkehrsfreien Landstraßen allzu wild, wird die Front der Tracer unruhig und der Fahrzustand droht instabil zu werden. Dasselbe gilt für hohes Autobahntempo: Die vom Hersteller bei 210 km/h elektronisch abgeregelte Tracer lässt bereits ab 180 km/h erkennen, dass sie keine Rennmaschine ist. In der Tat ist Kurvenräubern ihre Domäne, je enger, desto besser.

Müde Bremsen tolle Ergonomie

Trotz recht guter drei Scheiben und Vierkolbenzangen vorne, vermag die Tracer in punkto Bremsen nicht wirklich zu überzeugen: Das ABS leidet unter langen Regelsprünge und greift nach dem Öffnen der Bremsen nur träge nach. Das wiederum führt zu unnötig langen Bremswegen. 45 Meter aus 100 km/h bei Trockenheit sind nicht mehr Stand der Technik. Zwischen 35 und 38 Meter ist inzwischen Standard.

Deutlich mehr bietet die Tracer in puncto Ergonomie und Ausstattung. Der Sitz ist ebenso verstellbar wie das Windschild; letzteres ist allerdings nicht besonders wirksam, weil der Helm, egal wie sich der Fahrer platziert, deutlich angeströmt wird. Gut ablesbar ist das aus dem Modell Super Ténéré übernommene digitale Anzeigeinstrument, dafür ist seine Funktionsvielfalt nicht wirklich toll. Positiv fallen hingegen der serienmäßige Hauptständer auf und dass die Verkabelung für die mit 200 Euro extra berechneten Heizgriffe bereits integriert ist. Ein kalkulatorisches Kunststück hat Yamaha mit den Scheinwerfern geschafft: Die Tracer bietet nämlich LED-Einheiten für Fern- und Abblendlicht, was für eine entsprechend gute Lichtausbeute sorgt. Vorhanden sind auch Handschützer; die aber völlig überdimensioniert sind, was auch für die Instabilität bei flotter Fahrt sorgt.

Auch wenn die Yamaha MT-09 Tracer bei Windschutz, Fahrwerk und ABS durchaus noch Verbesserungspotenzial aufweist: Angesichts ihres Einstiegspreises von knapp 9600 Euro, bietet sie ein sehr positives Preis-Leistungsverhältnis. Ihr Motor zählt zu den besten Antrieben in der Mittelklasse und ihre Talente sind ausgesprochen vielfältig: Mit der Tracer lässt sich reisen, flanieren und "heizen". Vorausgesetzt, sie steht auf den richtigen Reifen. Unser Testbike rollte auf dem neuen Bridgestone T30 EVO, der ausgesprochen gut mit diesem Motorrad harmoniert und unter allen Bedingungen Fahrspaß garantiert.

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x

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