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Mit Blick auf die neueren Modelle sieht selbst der Fiesta von 2008 nicht alt aus.
Mit Blick auf die neueren Modelle sieht selbst der Fiesta von 2008 nicht alt aus.
Sonntag, 12. November 2017

Kein Musterknabe: Ford Fiesta - gebraucht auf Mängel achten

Die siebte Generation des Ford Fiesta wurde erst Anfang dieses Jahres eingestellt. Frühe Modelle gehen aber bis ins Jahr 2008 zurück. Grund genug einen Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt zu werfen und zu klären, worauf beim Kauf eines Fiesta zu achten ist.

Mittlerweile rollt die achte Generation des Ford Fiesta von den Bändern der Ford-Werke. 1976 ging es mit dem ersten Modell los, 2008 startete Nummer Sieben in sein Kleinwagen-Leben. Und nun geht Nummer acht an den Start. Aber haben dessen Vorgänger das Zeug zum günstigen Alltags-Gebrauchten oder gibt es verborgene Fallstricke beim Kauf eines solchen Fahrzeugs?

Generation sieben (links) und Generation eins des Ford Fiesta.
Generation sieben (links) und Generation eins des Ford Fiesta.

Den Ford Fiesta gibt es als Drei- und als Fünftürer. Lediglich die Sport-Version "ST" konnte nicht mit zwei zusätzlichen Türen konfiguriert werden. Das Design ist durchaus gefällig und wirkt auch mit dem Nachfolgemodell im Hinterkopf nicht altbacken. Allerdings klagten viele Kunden über eine schlechte Sicht durch die kleinen Fenster und die flache Heckscheibe. Ein weiterer Kritikpunkt war die mit Knöpfen völlig überladene Mittelkonsole und das mikroskopisch kleine Infotainment-System. Die Rücksitzbank lässt sich bei allen Modellvarianten im Verhältnis 60:40 umklappen, das Kofferraumvolumen beträgt zwischen 281 und 979 Liter. Ansonsten punktet der Fiesta mit bequemen Sitzen und einer guten Bedienbarkeit bei Lenkrad und Schaltung.

Breites Motorenangebot

Dafür ist die Auswahl an Motoren groß. Los ging es 2008 mit diversen Ottomotoren deren Hubraum von 1,25 über 1,4 bis hin zu 1,6 Liter reichte und sich über ein Leistungsband von 100 PS bis 134 PS spreizte. Dazu gab es einige Selbstzünder mit 1,4 bis 1,6 Liter Brennraumvolumen und 70 PS bis 95 PS. Die Diesel waren allerdings nur mit manueller Schaltung zu haben, für die Otto-Motoren mit 1,4 und 1,6 Liter Hubraum gab es ein Automatik- beziehungsweise ein Doppelkupplungsgetriebe. Aber nur in den Baujahren 2008 bis 2012 respektive 2012 bis 2013.

Der Innenraum wirkt recht billig zeigt sich aber recht langlebig.
Der Innenraum wirkt recht billig zeigt sich aber recht langlebig.

Dem Doppelkuppler hängt außerdem ein zweifelhafter Ruf ob seiner Funktionsweise an. Mit dem Facelift 2012 hielten dann die viel gelobten Dreizylinder-Ecoboost-Motoren mit 1,0 und 1,6 Liter Einzug in den Fiesta. Dort ging es mit 100 PS los und endete erst beim ST200 mit 215 PS. Die kleinen Turbomotoren sind sehr schön zu fahren und machen in Verbindung mit den guten Getrieben Spaß.

Fünf Sterne sammelte der Fiesta beim Euro-NCAP-Crashtest 2008. Frühe Modelle sind lediglich mit vier Airbags ausgerüstet, nach dem Facelift kam der vorher optionale Kopf-Schulter-Airbag zum Serienumfang hinzu. Auch ein Notbremsassistent gehört seit der Frischzellenkur 2012 zur sich stets an Bord befindlichen Ausstattung. Wer eine Klimaanlage möchte, muss zwingend einen Gebrauchten in der Ausstattungs-Linie "Titanium" erstehen. Das bereits erwähnte Mini-Navi ist kein Kaufgrund. In Größe und Funktion wird es von jedem Smartphone oder Zubehör-Gerät locker überflügelt.

Keine kleine Mängelliste

Prinzipiell bescheinigt der TÜV dem Fiesta der siebten Generation gute Noten bei der Hauptuntersuchung. Abzüge gibt es im Bereich des Fahrwerks (Lenkgelenke) und bei den Bremsleitungen, die gerne mal anfangen zu rosten. Kunden klagen außerdem über sich schnell entladende Batterien, versagende Fensterheber, wackelnde Sitzschienen sowie über Ölverluste. 2011 gab es darüber hinaus Rückrufe wegen undichten Bremsleitungen, schadhafte Hinterachsen sowie zerbröselnde Auspuff-Anlagen bei Diesel-Motoren. Im Innenraum gibt es – bei vernünftiger Wartung und Pflege – auch nach mehreren Jahren kein Grund zur Sorge. Zwar wirken die Materialien teils sehr billig, haltbar sind sie aber dennoch.

Fazit: Der Vorgänger des aktuellen Fiesta ist nicht zu Unrecht ein beliebter Kleinwagen. Besonders Stadtbewohner, Menschen ohne großes Platzbedürfnis oder Sportfahrer (Fiesta ST und ST200) sollten sich den Fiesta genauer anschauen. Gute Exemplare gibt es in den einschlägigen Online-Portalen schon ab 3500 Euro.

Quelle: n-tv.de

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