Gebrauchte

Gebrauchtwagencheck für den Zweiten VW Beetle - haltbar und neckisch

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Seit 2011 bietet VW den Beetle an. Mittlerweile tummeln sich reichlich Coupés und Cabriolets auf dem deutschen Gebrauchtmarkt.

Der VW Beetle macht so ziemlich alles besser als sein Vorgänger der New Beetle. Als Gebrauchtwagen ist die zweite Generation des Retro-Käfers grundsätzlich eine Empfehlung wert, für die man allerdings noch ziemlich tief in die Tasche greifen muss.

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Der Beetle ist für ein Coupé sogar einigermaßen Alltagstauglich. Immerhin können im Fond Erwachsene sitzen, der Kofferraum bietet Platz für 310 Liter Gepäck.

Seit 2011 ist es aus mit dem New bei VWs Beetle. Im Gegenzug bietet die zweite Auflage des Retro-Käfers seither neben einer gelungenen Coupé-Optik außerdem noch die moderne Technik des Golf VI. Im Vergleich zum Vorgänger, dem von 1998 bis 2010 gebauten New Beetle, ist sein Nachfolger dank mit seiner soliden Substanz eine echte Gebrauchtempfehlung. Neben der Zuverlässigkeit ist selbst bei betagteren Exemplaren allerdings auch der Preis hoch.
 
Hatte der New Beetle noch ein drolliges, fast comicartiges Design, verbreitet der 2011 eingeführte Nachfolger eine maskuline, sportliche Aura, die zwar unverkennbar dem Ur-Käfer huldigt, ohne jedoch kurios zu wirken. Wie schon beim Vorgänger handelt es sich technisch um ein Golf-Derivat, das, grundsätzlich zweitürig, einen allerdings weniger praktischen Innenraum als sein Organspender bietet.

Gutes Platzangebot und feine Stube

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Als Oben-ohne-Käfer wird der Beetle dem Anspruch als Lifestyle-Automobil in ganz besonderer Weise gerecht.

Für ein Coupé ist das Platzangebot hingegen gut, denn im Fond des Beetle können sogar Erwachsene mitreisen. Der Kofferraum bietet zudem Platz für 310 bis 905 Liter Gepäck. Beim Cabriolet fällt das Stauvolumen kleiner aus, dafür wird der Oben-ohne-Käfer mit seinem vollelektrischen Stoffdach dem Anspruch als Lifestyle-Automobil in ganz besonderer Weise gerecht.

Der Innenraum des Beetle ist überdies recht schick. Die gute Stube bietet ordentliche Materialien, solide Sitze und diverse Annehmlichkeiten der VW-Welt. Und mit den Qualitätsdefiziten des Vorgängers hat das kompakte Kultmobil offensichtlich nicht mehr zu kämpfen. Wer allerdings besonders kritisch schaut, könnte auch hier im Detail noch auf Hinweise einer laxeren Verarbeitungskultur in seiner Produktionsheimat Mexiko stoßen.

Von sparsam bis sportlich

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Schön, fast nobel kann es im Innenraum des Beetle zugehen.

Der Beetle bietet ein variantenreiches Antriebsportfolio. Insgesamt wurden bisher drei Benziner in sechs Leistungsstufen angeboten. Völlig ausreichend und zudem genügsam ist der stets 105 PS starke 1.2 TSI. Wem das nicht reicht, sollte nach dem 1.4 TSI Ausschau halten, der zunächst mit 160 PS und ab Modelljahr 2015 mit 150 PS angeboten wurde. Richtig zackig ist der Beetle mit dem aus dem Golf GTI bekannten 2.0 TSI unterwegs, der zunächst mit 200 PS, dann mit 210 PS und seit Modelljahr 2015 sogar mit 220 PS (Sprintzeit 6,7 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 233 km/h) reichlich Druck macht.

Den bieten auch die drehmomentstarken Diesel. Hier gibt es den 1.6 TDI mit 105 PS sowie den 2.0 TDI mit 110 PS, 140 PS und seit Modelljahr 2015 mit 150 PS. Aber Achtung! Alle Dieselmotoren die von 2008 bis 2013 gebaut und als 2.0 TDI oder 1.6 TDI gekennzeichnet sind, haben mit großer Wahrscheinlichkeit den vom Dieselgate betroffenen EA 189-Motor unter der Haube. Hier sollte besonderes Augenmerk auf den für diese Aggregate verordneten Werkstattbesuch gelegt werden. Standardmäßig haben alle Motoren manuelle Getriebe mit fünf oder sechs Stufen, alternativ sind für alle Motorvarianten auch Doppelkupplungsgetriebe mit sechs oder sieben Gängen im Programm.

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Das Beetle Cabriolet wurde im November 2012 in den deutschen Markt eingeführt.

Neben starken Antrieben bietet der Beetle noch ein dynamisch ausgelegtes Fahrwerk. Wie beim Golf VI kommt auch hier eine Mehrlenkerhinterachse zum Einsatz, die großen Anteil an gehobenem Fahrspaßniveau hat. Die sportliche Note sorgt im Gegenzug allerdings auch für eine gewisse Grundhärte, die im Alltag ab und zu nerven kann.

Optionen sind Luxus

Der Beetle bietet das große Kino der VW-Premium-Optionswelten. Vieles davon war allerdings nur optional im Angebot. Wer das Navi RNS 510, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Parkpiepser, Klimaautomatik, ein schlüsselloses Schließ- und Parksystem oder die Fender-Sound-Audioanlage will, muss gezielt bei Gebrauchten danach suchen. In Hinblick auf die Sicherheit ist der Neuzeit-Käfer hingegen bereits standardmäßig gut bestückt. Ein üppiger Reigen elektronischer Regelsysteme hält ihn sicher auf Kurs, sechs Airbags schützen im Crashfall, was ihm dann auch im Jahr 2011 beim EuroNCAP ein tadelloses Fünf-Sterne-Ergebnis einbrachte.

Gemessen an den hohen VW-Ansprüchen war der Vorgänger New Beetle in puncto Qualität ein Flopp, was vor allem auf Probleme bei der Produktion im mexikanischen VW-Werk und den Zulieferern zurückzuführen war. Beim Beetle hat man, wie zumindest der TÜV-Report zeigt, wohl viele der einstigen strukturellen Probleme in den Griff bekommen. Zeigte die erste Auflage des Retro-Käfers bereits in jungen Jahren überdurchschnittlich oft Mängel bei den Technikchecks des TÜV, kann der Nachfolger bisher mit einer unterdurchschnittlichen Mängelquote glänzen. Echte Problemzonen wurden bisher keine ausgemacht. Insofern ist es nicht viel, auf das der Gebrauchtkäufer achten muss. Wer sich für den 1.2 TSI entscheidet, sollte die Steuerketten-Problematik im Auge haben und über die Diesel-Problematik sprachen wir bereits.

Fazit: War der New Beetle in Sachen Qualität ein eher unrühmliches Kapitel in der VW-Geschichte, steht sein namenstechnisch auf Beetle gestutzter Nachfolger deutlich besser da – nicht nur optisch, sondern auch bei den TÜV-Checks. Gehäufte Probleme haben sich bislang noch keine gezeigt und so kann der Neuzeit-Käfer dem Ur-Motto des Ur-VW "…läuft und läuft und läuft" gerechter denn je werden. Wer auf ein gewisses Maß an Alltagsnutzen verzichten kann und bereit ist für Kultdesign etwas tiefer in die Tasche zu greifen, macht mit dem Beetle eigentlich nichts falsch. Allerdings: Selbst für ältere Exemplare mit der grundsätzlich empfehlenswerten Basismotorisierung muss man noch fünfstellige Preise akzeptieren.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x

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