Auto
(Foto: imago/Photocase)
Freitag, 14. September 2018

Checken, packen, losfahren!: So wird Ihr Auto fit für den Wochenendtrip

Von Wolfgang Huber

Die Wettervorhersage sieht gut aus und Sie haben Lust, ins Grüne zu fahren? Mit diesen Tipps gelingt der spontane Autotrip. Der Schnell-Check an der Tankstelle, ordentlich verstautes Gepäck und der richtige Proviant sorgen für Urlaubs-Feeling.

Wie häufig machen Sie in Ihrer Freizeit Ausflüge mit dem Auto? Bei einer Umfrage aus dem Jahr 2009 antwortete knapp die Hälfte der Befragten, dies häufig oder zumindest gelegentlich zu tun. Gehören Sie auch dazu?

Wenn es um die emotionale Beziehung zu unseren fahrbaren Untersätzen geht, spielt das Gefühl von Freiheit wohl die Hauptrolle. Wer brav von Montag bis Freitag seinen Pflichten nachgeht, hat allwöchentlich die Chance auf zwei Tage Fahrt ins Grüne, Blaue, Neue und Unbekannte. Damit der Alltagsausbruch freudvoll gelingt, sollten ein paar Ratschläge beherzigt werden.

Ist mein Auto fit für längere Strecken?

Ein Ausflugsalptraum: Auf einsamer Landstraße mit einer Panne liegengeblieben, keine Werkstatt hat geöffnet und der Abschleppunternehmer lässt sich seinen Wochenendeinsatz fürstlich entlohnen. Besonders, wenn die letzte Inspektion schon einige Zeit her ist, lohnt vor dem Aufbruch die Fahrt zur Tankstelle. Viele pannenkritische Faktoren lassen sich hier kurzerhand überprüfen:

Benzin im Tank: Kaum etwas ist ärgerlicher, als eine Treibstoff-Flaute unterwegs.

Luft im Reifen: Der empfohlene Reifendruck hängt auch von der Beladung ab. Wer mit Kind, Kegel und viel Gepäck ins Wochenende düst, sollte anhand der Herstellerempfehlung noch etwas Luftpolster draufpacken.

Wischwasser:  Unentbehrlich für den Durchblick auf staubiger Landstraße. Auch befüllt verklebte und verstopfte Düsen lassen sich schnell ausspülen.

Ersatzrad: Für den Fall der Fälle. Erst ein eigenhändiger Radwechsel am Straßenrand macht Sie zum echten Motoristen.

Öl im Motor: Auch wenn das Lämpchen noch nicht leuchtet: Der rechtzeitige Blick auf den Ölmessstab kann Schlimmes vermeiden. Ausreichend und nicht zu dunkel soll es sein.

Lichter an: Testen Sie ruhig alle Einstellungen. Ganz schlaue Ausflügler haben ein Set mit Ersatzbirnchen und Autosicherungen dabei.

Erste Hilfe an Bord: Ein Ausflug ist eine gute Gelegenheit, mal wieder nach dem Verbandskasten zu greifen. Ist alles da, ist alles drin, muss Verbandsmaterial ersetzt werden?

Treibstoff für die Ausflügler: Reiseproviant

Besonders für längere Fahrten, auf denen der Fahrer fit, wach und aufmerksam bleiben soll, empfiehlt sich leichte, nicht zu fettreiche Kost - Gemüsesticks aus Karotte oder Kohlrabi sind knackig und kleben nicht. Minitomaten passen mit einem Happs in den Mund. Apfel schlägt Orange.

Auch die klassische Stulle ist auf Autofahrten ein gern gegessener Begleiter, soll aber nicht schmieren, bröseln oder kleckern. Also lieber Schinken als Leberwurst, lieber Frischkäse als Margarine, besonders wenn sommerliche Temperaturen herrschen. Dann hat auch der Müsli- dem Schokoriegel einiges voraus.

Trotzen Sie der Plastikflut und wickeln Sie Ihre Stullen und Sandwiches in klassisches Butterbrotpapier. Da macht schon das Auspacken Appetit und der Papierbogen dient gleich als Krümelfang.

Nehmen Sie auch ausreichend Getränke mit. Wasser, Tee oder Saftschorlen halten Ihren Flüssigkeitshaushalt im Lot und Sie bleiben länger fit. Vorsicht bei Sprudel oder Softdrinks: Der Inhalt gerät gern ins Überschäumen und das macht nicht nur Flecken im Polster, sondern sorgt auch für gefährliche Ablenkung vom Verkehrsgeschehen.

Im Auto zu essen, ist praktisch, aber wenig achtsam. Besser gleich eine richtige Brotzeitpause auf dem Parkplatz einplanen und Truckerromantik tanken. Abschließend noch ein paar Kniebeugen und Dehnübungen, weiter geht's! Den wahren Hochgenuss erleben freilich versierte Picknicker, die mit Decke, Koffer und kalten Köstlichkeiten zum Ausflugs-Schmaus auf einer ländlichen Blumenwiese landen.

Gepäckaufgabe: Sicher verstauen mit Stil

Der besagte Picknickkoffer ist ohnehin ein famoser Ausflugsbegleiter: am schönsten klassisch aus Weidengeflecht, innen mit kariertem Tuch ausgeschlagen und versehen mit Lederriemen zur rutschfreien Befestigung aller Utensilien – das Ganze zu hundert Prozent plastikfrei.

Alles was mit soll ins Wochenende steckt am besten in Koffern und Reisetaschen. Lose herumliegende Gegenstände verwandeln sich schon bei Kollisionen mit 30 Stundenkilometern in tödliche Geschosse. Schlichten Sie Ihr Gepäck deshalb möglichst stabil in den Kofferraum und überschreiten Sie nicht die Höhe der Lehne an der Rückbank. Beginnen Sie mit den größten und sperrigsten Gepäckstücken und füllen Sie dann die Lücken mit kleineren und flexiblen Taschen, Decken oder auch Rucksäcken und Schlafsäcken.

Wenn der Kofferraum wirklich hoch beladen werden soll, müssen Sie zumindest die hinteren Kopfstützen als Aufprallschutz ausfahren. Besserer Schutz lässt sich durch Anti-Rutschmatten und Gurte für die Verzurrung des Gepäcks erreichen.

Kurz vor unterwegs

Ein weg- und zielgerechtes Musikprogramm ist in jedem Fall eine gute Möglichkeit zur Veredelung des Ausflugs. Wer mit Kindern längere Strecken zurücklegt, weiß die Vorzüge von Hörbüchern zu schätzen und holt sich vorsorglich noch eine gute Geschichte gegen Langeweile. Und dann ist es so weit: Sie haben die Verkehrslage im Blick, die Route im Navigationsgerät, die Wettervorhersage im Kopf - und den Lockruf der Straße im Ohr.

Quelle: n-tv.de