Praxistest

BMW 1er Der Unangepasste

Man muss ein Auge zudrücken, um den Einser von BMW zur Kompaktklasse zu rechnen. Allein durch seinen Heckantrieb und den längs eingebauten Motor verschenkt er Platz, den die anderen Hersteller in diesem Segment als wichtiges Kaufargument bewerben. Im Innenraum ist von den umfangreichen Ausmaßen indes wenig zu merken: Selbst vorne sitzen großgewachsene Menschen mit Winterjacke schon beengt. Übersichtlichkeit ist nicht gerade die Stärke des BMW, gerade nach hinten lassen das schmale Rückfenster und die breite C-Säule kaum Ausblicke zu.

Wandern die Blicke der Mitfahrer dagegen durch den Innenraum, können sie sich über ansehnliche Gestaltung freuen. Ganz klar: Die Verarbeitung ist auf dem Niveau, das man sich von einem Premiumhersteller wünscht. Und auch in Sachen Bedienungsfreundlichkeit bleiben kaum Fragen offen, im Golf fanden wir uns aber noch besser zurecht.

Bayrische Fahrmaschine

Auf der Straße verzeiht man dem BMW seine kleinen Macken sofort. Selbst mit dem Vierzylinder 2-Liter-Motor ist der 120i die reinste Fahrmaschine. Straff aber nicht zu übertrieben hart - keine Frage, die Fahrdynamik ist die größte Stärke des kleinen Bayern. Sein Motor verzichtet auf Aufladung aller Art und schöpft seine volle Leistung erst bei 6700 Touren aus.

Ein echtes "Vernunftsauto" ist der 1er BMW nicht. Doch der Münchner will auch gar nicht vernünftig sein - außer im Umgang mit Ressourcen: Trotz bester Fahrleistungen in unserem Vergleich bleibt er erstaunlich sparsam. Unter diesen mildernden Umständen ist auch der hohe Anschaffungspreis von 26.500 Euro verzeihlich.

Quelle: n-tv.de