

Anfang des Jahres hofften viele Anleger und Analysten auf ein Sinken der Zinsen in den USA und eine konjunkturelle Erholung in der Eurozone. Ende April ist davon nichts mehr übrig. Aktuell dominiert der Preisschock beim Öl die Rohstoffmärkte und setzt auch Währungen wie den Euro oder Yen unter Druck.
Was Anleger im Frühjahr 2026 erleben, ist ein Ausnahmezustand. Wochen, in denen die großen Indexwerte nur tiefrote Vorzeichen kennen. Am FX-Markt sieht die Situation nicht viel besser aus. Einige wenige Währungen profitieren, andere erleben eine starke Abwertung.
Aus Anlegersicht entwickelt sich die Frage nach den Kräften am Devisenmarkt zu einem Element – um mit der Antwort im Hinterkopf die eigene Handelsstrategie neu auszurichten. Zentraler Auslöser ist die Eskalation zwischen den USA und dem Iran mit der Blockade der Straße von Hormus. Selbst, wenn die Waffen schweigen, werden die Auslöser den Markt noch sehr lange beschäftigen.
Das Wichtigste im Überblick:
EZB und Fed nutzen den Zinssatz, um die Inflation zu steuern.

Anleger haben die Zinsen und den Öl-Preis ständig vor Augen (Foto: Shutterstock/ Minh8686)
Billiges Geld hat in der Vergangenheit immer wieder dafür gesorgt, dass die Preise angezogen haben. Der Mechanismus ist verblüffend: Je mehr Menschen Geld haben, umso höher werden die Preise – weil ein begrenztes Angebot auf mehr Nachfrage trifft.
Aber: Preise steigen auch dann, wenn die Geldmenge gleich bleibt, aber die Nachfrage sprunghaft ansteigt oder das Angebot plötzlich schrumpft. Genau dies passiert aktuell. Durch die Straße von Hormus fließen normalerweise circa 20 Prozent des Öls. Die Blockade lässt das Angebot am Markt schrumpfen.
Am Spotmarkt haben die Preise sehr schnell reagiert. Das Problem: Rohöl ist nicht irgendein Rohstoff. Ohne das Öl der Golfstaaten geht den Raffinerien der Grundstoff für Benzin und Diesel aus. Damit setzt sich eine Spirale in Gang. Erst wird Treibstoff für Schiffsdiesel, Flugzeugturbinen und Lkw teurer – dann ziehen die Verbraucherpreise nach.
Die Folge ist eine Verteuerung, weil Logistikkosten steigen. Damit geraten auch die Zentralbanken unter Druck. Eine stärkere Teuerung bedeutet doch eigentlich, dass höhere Zinsen anvisiert werden. Dauert die Krise am Persischen Golf länger, kann sich eine noch viel fundamentalere Verwerfung entwickeln, von der bisher nur selten die Rede ist.
Viele Anleger und Verbraucher sehen den Ölpreis als die zentrale Größe, mit der sich die Inflationsschraube fester anzieht. Fakt ist: Ein Teil der Bestände bei den Ölkonzernen basiert auf langfristigen Kontrakten, die zu günstigen Konditionen entstanden sind.
Was sich gerade mittelfristig als Preisfaktor auswirken kann (beim Anhalten der Krise) sind die Auswirkungen auf die chemische Industrie. Einige der Grundstoffe für die Düngerproduktion entstehen im Zuge der Ölproduktion. Teure Dünger bzw. deren Verknappung bedeutet, dass die Kosten der Lebensmittelherstellung ausfallen oder Erntemengen geringer werden.
Helium, das als Nebenprodukt bei der Erdgasförderung anfällt, ist ein weiterer Rohstoff, über den oft nur am Rande gesprochen wird. Das Edelgas spielt aber eine Rolle in der Fertigung von Halbleitern – also Computerchips. Diese werden inzwischen nicht nur in Weißer Ware, Grafikkarten oder Autos verbaut.
Handys und KI-Chips, selbst die Steuerung von elektronischem Kinderspielzeug – die Einsatzpalette ist inzwischen sehr breit. Eine verknappte Ressource bedeutet höhere Kosten bzw. eine noch stärkere Priorisierung auf lukrative, teure Chips. Letztlich könnte in einem extremen Szenario sogar die Digitalisierung und KI-Revolution ins Stocken geraten.
Die Problemkette lässt sich weiter fortsetzen. Seit 2022 wird klar, dass die Verteidigungsausgaben steigen müssen. Zwar sind hier staatliche Akteure eher die Geldgeber. Es entsteht durch volle Auftragsbücher aber ein wachsender Druck auf Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium, Seltene Erden oder Wolfram. Hier konkurrieren die zivile Nutzung und Rüstung, was die Nachfrage in erheblichem Ausmaß antreibt.
Das Wichtigste im Überblick:
Ein hoher Ölpreis stützt den US-Dollar – durch die hohe Nachfrage nach dem Greenback. Wie sich die Situation in den kommenden Monaten weiterentwickelt, wird nicht nur die Entscheidungen vieler Anleger beeinflussen. Auch die Fed oder EZB müssen auf die Eskalation am Persischen Golf früher oder später reagieren.
Der Preis pro Barrel ist nur einer der Faktoren mit Einfluss auf die Devisenmärkte – auch, wenn er sehr direkt zu spüren ist. Gerade die strukturellen Preistreiber könnten über Monate bis weit ins Jahr 2027 die Teuerungsrate beeinflussen – und sich damit als Kräfte auch am Devisenmarkt widerspiegeln.
Ein weiteres Problem, das die Zentralbanken haben: Der Arbeitsmarkt und die Konjunktur. Schwächt sich aufgrund hoher Preise die Nachfrage ab, sinkt der Absatz vieler Unternehmen – die gerade in Europa so schon unter Druck stehen. Weniger Umsatz heißt aber auch, dass Kürzungen bei der Belegschaft in Erwägung gezogen werden.
Dieses Klima spricht eigentlich für Zinssenkungen – was angesichts der Inflation aber schwierig wird. Angesichts der starken Preissprünge in den USA und den Herausforderungen im Tech-Sektor, der immer noch vor der Frage steht, ob sich die KI-Versprechen erfüllen, steht hinter den Auswirkungen auf die US-Konjunktur ebenfalls ein großes Fragezeichen.

Die Anleger warten gespannt auf die weiteren Entscheidungen der Zentralbanken (Foto: Shutterstock/ VideoFlow)
Mit dem Preistrend am Ölmarkt hat der US-Dollar angezogen. Wer als Anleger tatsächlich auf die – von verschiedenen Analysten nicht erwartete – Eskalation durch Washington gesetzt hat, war im FX-Trading in den letzten Wochen erfolgreich. Die dynamische Entwicklung kommt aber keineswegs zum Stehen. Im Gegenteil: Die Inflation als Trigger für die Zentralbankpolitik zieht verzögert an.
Mit einem Broker wie Pepperstone werden Trader in die Lage versetzt, von diesen Entwicklungen am Devisenmarkt zu profitieren. Die Auswahl an Währungspaaren bildet beim Broker die zentralen Segmente ab – von beliebten Majors bis zu strukturell interessanten Minors.
Was uns Pepperstone darüber hinaus im Brokervergleich zeigt, ist eine Plattform, die Leistung und Bedienbarkeit verbindet. Dieser Komfortgedanke macht sich bereits bei der Anmeldung über eine digitale Registrierung bemerkbar. Durch den Broker wird alles dafür getan, dass sich Anleger schnell zurechtfinden und die Portfolioverwaltung ohne Hindernisse erreichbar ist.
Das Frühjahr 2026 ist für Anleger am Aktienmarkt turbulent verlaufen. Nach einem zum Jahreswechsel noch sehr klaren Aufwärtstrend in vielen Sektoren hat die Eskalation zwischen Washington und Teheran die Vorzeichen komplett umgekehrt. Aber nicht nur Industriewerte oder die Logistikbranche stehen unter Druck.
Auch am Devisenmarkt hat der Ölpreisschock für Durcheinander gesorgt. Ein USD, der angesichts des Zollchaos durchaus einem gewissen Druck ausgesetzt war, performt aktuell wieder deutlich robuster. Schuld ist dessen besondere Stellung als das zentrale Zahlungsmittel am Rohstoffmarkt. Interessant werden die nächsten Wochen. Wenn es keine politische Lösung gibt, können erhebliche Verwerfungen entstehen, die Preise auf breiter Front antreiben – was über die Zinsen am Ende weitere Kräfte am Devisenmarkt entfaltet.
Angesichts der Unsicherheit ist eine konkrete Aussage natürlich schwierig und zum aktuellen Zeitpunkt mehr als spekulativ. Solange sich gerade beim Rohöl Angebot und Nachfrage in der derzeitigen Schieflage halten, kann gerade der Dollar seine Stärke ausbauen. Der Euro und andere Währungen leiden darunter. Schwächt die Preisdynamik ab, kann es schnell zu Korrekturen am FX-Markt kommen. Wer auf einen steigenden Greenback gesetzt hat, sollte daher eine Absicherung über den Stop-Loss gesetzt haben.
Hierfür ist die Struktur der Rohstoffmärkte verantwortlich. Die USA haben in der Vergangenheit erreicht, dass Öl in Dollar gehandelt wird. Damit benötigt jeder Abnehmer, der ein Barrel WTI oder Brent bezahlen will, den Greenback. Ein steigender Ölpreis erhöht also ganz automatisch auch die Nachfrage nach Dollar, was dessen Position (auch als Safe-Haven) nachhaltig stützt.
Das Thema Carry Trades – also die Ausnutzung der Zinsdifferenzen in verschiedenen Währungszonen – spielt zwar nach wie vor eine Rolle. Für viele Anleger tritt dieser Aspekt als Treiber im Devisenmarkt aber etwas in den Hintergrund, da die Preisschocks derzeit die dominierende Position einnehmen. Vor dem Hintergrund, dass eine steigende Inflation die Zinsen antreibt, kann sich dies aber wieder ändern, wenn beispielsweise die Fed den Zins anhebt und die Bank of Japan nicht ähnlich reagiert. In diesem Fall geht die Spanne zwischen Greenback und Yen stärker auf.

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