

Die meisten Menschen, die mit aktivem Trading beginnen, hören nach wenigen Monaten wieder auf. Der Grund ist nicht fehlende Zeit oder fehlende Disziplin. In den meisten Fällen sind hohe Verluste der eigentliche Grund. Die ehrliche Frage lautet deshalb nicht, wie man besser tradet. Sie lautet, ob man überhaupt aktiv traden oder lieber investieren sollte.
Seit einigen Jahren müssen Broker ihre Kunden auf den möglichen Verlust beim Trading hinweisen. Die ESMA konnte sich hier zum Schutze der Kunden durchsetzen und verlangt nun quartalsweise das Ausweisen der Verluste von Privatanlegern. Und das nicht ohne Grund. Denn tatsächlich verlieren zwischen 74 und 89 Prozent der Privatanleger Geld beim CFD-Handel. Und so sind die Broker verpflichtet, diese Angaben als Risikohinweis transparent und deutlich auszuweisen.
Man kann versuchen diese Zahl schönzureden. Da wären beispielsweise Anfänger, die undiszipliniert und ohne System das schnelle Geld suchen. Und diese Behauptung stimmt sogar teilweise. Nur erklärt es nicht, warum auch viele erfahrene Trader in dieser Statistik landen. Der Grund hierfür liegt tiefer, nämlich in der Struktur des aktiven Handels selbst.
Versprechen über enge Spreads und minimale Handelskosten täuschen aktive Trader darüber hinweg, dass es Trading nicht zum Nulltarif gibt. Noch bevor der Tradeüberhaupt eine Richtung eingeschlagen hat, fallen Spread, gegebenenfalls Finanzierung oder Overnight Kosten und manchmal zudem noch Kosten für Währungsumrechnung an.
Das Bemerkenswerte daran ist, dass Trader den Fokus falsch setzen und ihre Energie in die Suche nach dem vermeintlich richtigen Einstiegszeitpunkt verschwenden. So verbringen Trader Tage und Wochen damit, ihr Einstiegssignal um zwei Prozent zu verfeinern. Im selben Zeitraum verlieren sie jedoch durch ein Dutzend überflüssiger Trades wichtige Prozentpunkte ihrer Jahresrendite, ohne es zu bemerken. Die teuren Stellschrauben sind für Trader scheinbar gänzlich unsichtbar, und die billigen bekommen die gesamte Aufmerksamkeit.

Aktives Trading erfordert viel Feingefühl und Aufmerksamkeit (Foto: Shutterstock/ insta_photos)
Trading nach festgelegten Regeln gilt als stupide und langweilig. Ruinöser Aktionismus macht sich breit, getreu der Binsenweisheit: Hin und her macht Taschen leer. Aber dennoch gibt es sie, die Konstellationen, in denen aktiver Handel sinnvoll ist. Nur sind sie seltener und unspektakulärer, als die Tradingbranche Sie glauben machen will.
Aktives Trading lohnt sich deshalb auch am ehesten für Menschen mit einem klar umrissenen Vorteil. Das kann beispielsweise ein tiefes Verständnis eines Nischenmarktes sein, in dem die großen Player nicht unterwegs sind. Das kann ein technisches Setup sein, das über Hunderte dokumentierter Trades oder im Backtest nachweislich funktioniert hat. Das kann aber auch schlicht der Zugang zu Information oder Geschwindigkeit sein, über den ein Privatanleger normalerweise nicht verfügt.
Was all diese Fälle gemeinsam haben: Der Vorteil ist konkret benennbar und überprüfbar. Wer auf die Frage, worin sein Edge besteht, mit „gutem Gespür“ oder „Markterfahrung“ antwortet, hat keinen. Ein Edge lässt sich beziffern und lässt erfolgreiche Trades reproduzieren. Markterfahrung oder „ein Bauchgefühl“ können das nicht.
Und dann gibt es noch einen weiteren Grund, der selten offen ausgesprochen wird, aber durchaus legitim ist: Manche Menschen handeln, weil es ihnen Freude macht, weil sie die Auseinandersetzung mit Märkten reizt und vor Allem, weil sie es sich leisten können UND bereit sind, dafür einen begrenzten Betrag als Lehrgeld oder Hobbykosten zu verbuchen. Solange dieser Betrag klar definiert ist und das restliche Vermögen unangetastet bleibt, ist daran grundsätzlich auch nichts auszusetzen. Problematisch wird es erst, wenn aus dem Hobby ein vermeintlicher Vermögensaufbau wird.
Angenommen, ein Trader hat einen echten, leichten Vorteil gegenüber Anderen. Und nehmen wir weiter an, dass seine Trefferquote bei 55 Prozent liegt, sein durchschnittliches Gewinn-Verlust-Verhältnis also bei eins zu eins liegt. Dann würde es auf dem Papier nach einer profitablen Strategie aussehen.
Jetzt rechnen wir die Kosten dazu. Wie weiter oben beschrieben, minimieren aber die Handelskosten wie den Spread den Gewinn des Trades um einen kleinen Bruchteil. Bei häufigem Handel summieren sich diese Kosten zu einem großen Posten. Hält der Trader dann noch Positionen über Nacht, kommt die Finanzierung hinzu. Handelt er möglicherweise einen US-Markt von einem Euro-Konto aus, frisst die Währungsumrechnung von 0,7 Prozent an der Rendite. Aus den 55 Prozent Trefferquote, die auf dem Papier noch einen Gewinn ausgewiesen haben, wird nach Abzug aller Kosten ganz schnell ein Nullsummenspiel oder im schlechtesten Falle sogar ein Verlust.
Das ist die unbequeme Wahrheit hinter der eingangs erwähnten Verlustquote. Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass Nicht jeder, der verliert, auch schlecht tradet oder kein vernünftiges Handelssystem hat. Es bedeutet nur, dass viele Trader gerade beim Backtesting die Handelskosten vernachlässigen und an den Reibungskosten ihrer eigenen Aktivität scheitern.
Anders gesagt: Der Gegner ist selten der Markt, sondern vielmehr die eigene Aktivität. Ein Trader mit identischer Strategie, der nur halb so oft handelt, schlägt seinen aktiveren Zwilling fast immer, einfach weil er die Hälfte der Kosten trägt.
Aktives Trading aktiviert dieselben neuronalen Belohnungssysteme im Gehirn wie Glücksspiel. Ein Gewinn schüttet Dopamin aus, und zwar längst nicht erst beim Gewinn. Schon die bloße Erwartung reicht aus, um Glücksgefühle zu erzeugen. Das Gehirn lernt, den Nervenkitzel zu suchen. Was den nächsten Trade auslöst, ist dann oft nicht das überzeugende Setup oder vom System vorgegebene Einstiegssignale. Oft ist es das gute Gefühl, das der letzte Gewinntrade hinterlassen hat. Oder, was noch schlimmer wäre, der verlorene Trade und das dringende Verlangen, ihn aus Trotz wieder wettzumachen.
Wer schon einmal nach einem Verlust sofort die nächste Position eröffnet hat, um den Verlust schnell auszugleichen, kennt diesen Mechanismus. Er hat einen Namen, Revenge Trading, und er ruiniert mehr Konten als jede Fehleinschätzung des Marktes.
Ein großer Teil der Verluste hat ohnehin wenig bis nichts mit Fehlanalysen zu tun. Er entsteht durch Trades, die an ruhigen Markttagen aus reiner Ungeduld eröffnet werden. Es passiert nichts, das Warten wird unangenehm und aus blindem Aktionismus wird eine Position ohne Einstiegssignal eröffnet. Auf ein ganzes Jahr gesehen summieren sich diese Leerlauf-Trades zu einem enorm hohen Posten.
Die Tragik dabei: Genau die Eigenschaften, die im Berufsleben zum Erfolg führen, wie Ehrgeiz und der Wille, einen Rückschlag wettzumachen, sind beim Trading oft tödlich.
Ein verbreitetes Missverständnis setzt aktives Trading mit ständigem Handeln gleich. Das eine bedingt das andere jedoch nicht.
Manche der konsistentesten Trader handeln selten. Sie warten auf wenige, klar definierte Setups und bleiben den Rest der Zeit untätig. Geduld ist hier keine Tugend im moralischen Sinne, sondern eine ökonomische Notwendigkeit. Jeder Trade, der nicht eingegangen wird, weil das Setup nicht passt, spart Kosten und vermeidet vor allem ein Risiko. Wer nur dann handelt, wenn die Wahrscheinlichkeiten wirklich auf seiner Seite liegen, wird langfristig bestehen und wirklich erfolgreich sein.
Derjenige Trader, der jeden Tag eine Position eröffnen muss, weil sich Nichtstun falsch oder nach einer verpassten Chance anfühlt, verliert fast zwangsläufig. Seine Analysen müssen dafür gar nicht schlechter sein. Es reicht schon, dass er die Frequenz nicht kontrolliert, die seine Kosten bestimmt.
Es gibt einen Preis des aktiven Tradings, der in keiner Gebührentabelle der Broker auftaucht und das ist die Zeit am Rechner. Wer wirklich ernsthaft aktiv traden möchte, muss Stunden vor dem Bildschirm verbringen, Kurse, beobachten und Charts analysieren.
Rechnet man den Stundenaufwand gegen den erzielten Gewinn, ergibt sich für viele aktive Trader ein eher kläglicher Stundenlohn. Selbst wer am Jahresende ein kleines Plus erzielt, hat oft mehr Lebenszeit investiert, als das Plus auf seinem Konto rechtfertigen würde. Ein ETF-Sparplan, der im schlechtesten Fall zehn Minuten Aufwand im Monat kostet und über Jahre eine solide Marktrendite liefert, scheint im Vergleich plötzlich sehr attraktiv.
Das ist natürlich kein Argument gegen aktives Trading an sich. Es geht vielmehr darum, ehrlich zu sich selbst zu sein.

Bei dem aktiven Handel sollte man unbedingt einige Faktoren im Auge behalten (Foto: Shutterstock/ Andrey_Popov)
Wer sich nach ehrlicher Prüfung für aktives Trading entscheidet, braucht eine Plattform, deren Kostenstruktur zum eigenen Stil passt. Capital.com hat sich auf den Handel mit CFDs spezialisiert und überzeugt mit niedrigen Handelskosten: Hier werden keine echten Aktien gekauft, sondern Kursbewegungen gehandelt.
Das Kostenmodell ist kommissionsfrei. Forex-Paare starten bei einem Spread von 0,6 Pips, Indizes ab einem Punkt. Es gibt über 6.000 handelbare CFDs auf Aktien, Indizes, Rohstoffe, Forex und Krypto. Reguliert wird Capital.com für deutsche Kunden über die zyprische CySEC unter der Lizenz 319/17, mit getrennten Kundengeldern und Negativsaldoschutz, der verhindert, dass mehr verloren werden kann, als eingezahlt wurde.
Die Plattform selbst lässt sich wahlweise über die hauseigene Oberfläche, TradingView oder MetaTrader 4 und 5 bedienen. Ein- und Auszahlungen sind kostenlos unddas kostenlose Demokonto unbegrenzt nutzbar.
Bevor jemand über erfolgreiche Strategien oder Setups nachdenkt, sollte er eine einfachere Frage beantworten: Was genau bringt mich zu der Annahme, dass ich zu den etwa 20 Prozent gehöre, die mit dem Trading Geld verdienen? Wer hierauf keine überzeugende Antwort findet, hat seine Antwort damit eigentlich schon gefunden.
Denn aktives Trading taugt in den seltensten Fällen als Weg zum Vermögensaufbau. Für die meisten Menschen ist ein Investment in einen breit gestreuten, kostengünstigen ETF-Sparplan das überlegene Werkzeug. Aktives Trading lohnt sich für eine kleine Gruppe mit echtem, belegbarem Vorteil. Und für jene, die es bewusst als teures Hobby betreiben. Dazwischen liegt eine große Grauzone von Menschen, die hoffen, sie gehörten zur ersten Gruppe, während ihr Konto sie der zweiten zuordnet.
Ein nützlicher Maßstab ist die ehrliche Auswertung über einen längeren Zeitraum. Empfohlen wird ein Zeitraum über ein Jahr mit ausreichend vielen Trades. Entscheidend ist, dass die Auswertung Kosten, Steuern und den eigenen Zeitaufwand mit einbezieht. Ein nominales Plus, das unter der Marktrendite liegt, ist real ein Verlust.
Ja, es macht sogar einen erheblichen Unterschied. CFDs sind gehebelte Produkte mit Finanzierungskosten für über Nacht gehaltene Positionen, was sie für kurzfristiges Handeln flexibel, für längeres Halten aber teuer macht. Echte Aktien gehören dem Käufer und es gibt keine Finanzierungskosten, dafür meist eineOrdergebühr.
Eine verbreitete Faustregel lautet, ausschließlich Geld einzusetzen, dessen vollständiger Verlust den Lebensstandard nicht berührt. Der Notgroschen, die Altersvorsorge und das für feste Ziele gebundene Kapital gehören grundsätzlich nicht dazu.
In der Tendenz eher nicht. Je kürzer der Zeitrahmen, desto höher die Handelsfrequenz und damit die kumulierten Kosten, und desto stärker konkurriert man mit algorithmischen Systemen, die in Millisekunden reagieren. Längerfristige Ansätze auf Tagesbasis verursachen weniger Kosten und lassen mehr Zeit für überlegte Entscheidungen. Das macht sie nicht automatisch profitabel, aber die strukturellen Hürden sind niedriger als beim sekundenschnellen Handel.

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Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.