

Asien bleibt ein relevanter Baustein für Portfolios mit globaler Fokussierung. Aber: China und Indien als zwei zentrale regionale Wirtschaftsmotoren werden von Anlegern unterschiedlich bewertet. Chinesische Aktien haben 2025 eine starke Rally erlebt. Der Hang Seng China Enterprises Index (HSCEI) lag zum Jahreswechsel mit über 20 Prozent deutlich im Plus.
Indische Wertpapiere haben nicht ganz so stark abgeschnitten. Der Nifty 50 hat sich um etwa 10 Prozent nach oben bewegt. Diese Diskrepanz spiegelt einige fundamentale Unterschiede wider: China wird immer wieder als „Value-Asset“ mit einem gewissen Risiko gesehen, während Indien durch ein wirtschaftliches Wachstum gekennzeichnet ist.
Beide Wirtschaftsregionen etablieren sich als zentrale Anker, wenn es um Anlagemöglichkeiten in Asien geht – haben aber (wenn auch unter jeweils sehr unterschiedlichen Vorzeichen) mit Problemen zu kämpfen. Beispiel China: Hier ist der Immobilienmarkt nach wie vor eine der zentralen Herausforderungen.
Grundsätzlich hat das Börsenjahr 2025 aus Anlegersicht für beide Märkte positive Renditen bedeutet. Gerade für China waren Ökonomen zu Beginn des Jahres eher von einer anderen Entwicklung ausgegangen – auch (oder gerade), weil Donald Trump im Januar 2025 ins Weiße Haus eingezogen ist. Dass sich China trotz eines doch starken Gegenwinds behauptet hat, wird überrascht haben. Indien setzte seine solide Performance fort, allerdings ohne Überraschungen und Feuerwerk.
Eine der Überraschungen für den Start ins Jahr 2026 dürfte die Entwicklung Chinas sein. Sowohl der MSCI China als auch der HSCEI haben 2025 mit einem starken Plus im Bereich um bzw. über der 20-Prozent-Marke abgeschlossen.
Damit hat sich für die Volksrepublik der Aufwärtstrend schon das zweite Jahr in Folge fortgesetzt. Besonders beachtlich ist dieses Comeback angesichts der Rahmenbedingungen. Washington und Peking haben sich in der ersten Jahreshälfte mit beispiellosen Zöllen belegt – von teils über 100 Prozent.
Diese Schritte haben die Kosten für den Import jeweils verdoppelt. Der Zollkrieg ist rückblickend in den Kursen auch klar zu erkennen – als deutlicher Knick im Frühjahr. Trotzdem hat der HSCEI seinen Aufwärtstrend fortgesetzt (wenn auch gedämpfter).
China hat sich offensichtlich auf den Wiedereinzug von Donald Trump vorbereitet – und nach alternativen Handelspartnern und Märkten gesucht. Die industrielle Komponente ist aber nur ein Aspekt, der diese Entwicklung erklärt.
Der positive Trend wird von mehreren Faktoren angetrieben:
Allerdings entwickelt sich die Performance selektiv. Gerade die E-Commerce-Giganten wie Alibaba und Tencent konnten zulegen. Eine besonders starke Entwicklung hat die Alibaba Group hingelegt – mit einer Verdopplung des Aktienwerts.
Genauso haben die Halbleiterwerte und die KI-Infrastruktur Bewertungen nach oben getrieben. Was eine eher schwache Entwicklung zeigt: Der traditionelle Industrie- und Immobiliensektor. Dieser Fokus der Rally auf wenige Segmente birgt allerdings Risiken für den Fall, dass es zu Korrekturen kommt.

Der Aufwärtstrend der China Aktien hält an (Foto: Shutterstock/ DC Studio)
Im Vergleich zu China ist der Nifty 50 moderat gestiegen. Anleger können mit diesem Trend zufrieden sein, spektakuläre Trends sind aber ausgeblieben. Auffallend ist, dass der Index den Zollhammer aus dem Weißen Haus vergleichsweise schnell verdaut hat.
Dafür hat sich nach dem deutlichen Zuwachs Ende April 2025 der Nifty 50 eher in einem breiten Korridor seitwärts bewegt. Eine stabile Entwicklung, ohne damit aber groß aufzufallen. Die Schwankungen sind aber immerhin groß genug gewesen, um mit Strategien wie dem Range Trading einige erfolgreiche Trades zu platzieren.
Was den Markt sporadisch immer wieder belastet haben dürfte: Gewinnmitnahmen von Anlegern, die nach mehrjährigen Zuwächsen Positionen liquidiert haben. Und anders als China, das mit DeepSeek einen Gegenentwurf zu den bekannten US-KI-Modellen entwickelt hat, bewegt sich der Tech-Sektor Indiens eher „unter dem Radar“.
Die Bewertungsschere zwischen beiden Märkten hat eine fundamentale Basis. Indien bringt einige positive Rahmenbedingungen mit, die ein strukturelles Wachstum implizieren. Die Demografie ist günstig (ein hoher Anteil der Bevölkerung ist unter 35 Jahre alt), was den Arbeitsmarkt und Konsum stützt.
Die Expansion der Mittelschicht treibt den Binnenmarkt an. Zusätzlich wächst die Digitalisierung und formalisierte Wirtschaftsbereiche erleben ein Plus in der Produktivität. Parallel profitiert Indien von staatlichen Infrastrukturinvestitionen – mit denen hunderte Milliarden Dollar eine langfristige Nachfrage schaffen.
Private Unternehmen ziehen in diesem Klima nach und bauen ihre Positionen aus. Die indische Regierung verfolgt auf der anderen Seite einen wirtschaftsfreundlichen Kurs, um mit Reformen Hürden zu reduzieren und Vertrauen bei ausländischen Investoren aufzubauen.
China kann zwar mit starken Wachstumszahlen auf dem Parkett punkten, bleibt aber ein Player mit einer gewissen Ambivalenz. Regulatorische Eingriffe bleiben schwer vorhersehbar. Gerade inländische Konzerne müssen immer wieder damit rechnen, von Peking zur Räson gebracht zu werden.
Die starke Regulierungsmacht der Führung hat in den letzten Jahren verschiedene Bereiche, wie:
erfasst, was eine spürbare Unsicherheit nach sich zieht, die am Ende auf die Bewertungen drückt.
Zusätzlich bleiben Immobilien- und Verschuldungsthemen für das Sentiment relevant. Der Kollaps großer Immobilienentwickler wie Evergrande hat nicht nur die Kreditwirtschaft getroffen, sondern auch das Verbrauchervertrauen und die internationale Reputation berührt.
Ein dritter zentraler Punkt ist die Geopolitik. Spannungen und Tech-Restriktionen durch die USA schränken das Wachstumspotenzial ein. Zusätzlich sorgt der schwelende Konflikt mit Taiwan für ein Risiko. Auf der anderen Seite zeigt die Volksrepublik aber auch: Man hat aus der ersten Amtszeit von Trump gelernt. Inzwischen ist China in der Lage, mehrere „Vertriebskanäle“ und Märkte zu bedienen – was Peking mehr Freiheit gibt, mit Gegendruck auf Forderungen aus Washington zu reagieren.

Die Spannungen mit der USA schränken das Wirtschaftswachstum Chinas ein (Foto: Shutterstock/ Lightspring)
Beide Märkte bieten 2026 Chancen, aber mit unterschiedlichen Risikoprofilen. Für China bleiben Binnenkonsum und Dienstleistungen ein Fragezeichen. Das Verbrauchervertrauen hat sich nicht vollständig erholt, Jugendarbeitslosigkeit bleibt hoch. Sollte die Regierung stärkere Stimuli beschließen, könnte sich die Dynamik verbessern. Tourismus, Gastronomie und Luxusgüter würden davon direkt profitieren.
Auf der anderen Seite haben Tech, KI und das Halbleiter-Ökosystem Rückenwind. China investiert massiv in seine Unabhängigkeit bei Chips, Software und Infrastruktur. Unternehmen wie SMIC, Huawei und Baidu treiben Innovation voran. Allerdings bleibt die Abhängigkeit von US-Exportkontrollen ein Risikofaktor.
Das Exportvolumen und die Industrie hängen an globalen Zyklen. Hier bleibt interessant, wie stark die Diversifizierung in den Zielmärkten inzwischen ist – und wie robust die USA als Markt bleiben. Zusätzlich könnte die Stabilisierung bei den Immobilien eine Rolle spielen. Gelingt die Konsolidierung, lässt dies auf eine Verbesserung des Sentiments hoffen.
Die staatlichen Investitionen und der Ausbau in den Kapazitäten durch private Unternehmen – zum Beispiel in Bereichen wie Maschinenbau oder der Bauwirtschaft werden 2026 den Zyklus mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin tragen. Gerade die Diversifikation internationaler Marktteilnehmer – weg von einer China-only-Politik – könnte sich zu einem wichtigen Pfeiler entpuppen.
Unternehmen stellen Lieferketten breiter auf – wie:
Der Aufbau einer indischen Produktion bringt für Elektronik, Automotive und Textilien weitere Wachstumsimpulse mit.
Letztlich profitieren davon der Finanzsektor und der Konsum. Banken wachsen durch die Kreditvergabe an KMUs, während Konsumgüterhersteller dank steigender Kaufkraft Vorteile realisieren.

Indien profitiert von Investitionen und Diversifikation (Foto: Shutterstock/ Visuals6x)
Für 2026 sind Indien und China zwei interessante Märkte. Anleger, die sich der Risiken bewusst sind, nutzen die unterschiedlichen Bewertungen und diversifizieren das eigene Portfolio. Gerade die Expansion des indischen Marktes – unter dem Eindruck des neuen EU-Abkommens – ist es wert, im Auge behalten zu werden.
Als Broker bietet sich zum Beispiel XTB an. Im Test zeigt der Anbieter, dass eine bequeme Online-Einrichtung des Depots mit einer breiten Auswahl beim Handelsangebot durchaus zusammenpassen. Der komfortable, aber trotzdem performancebasierte Tradingdesk spricht sowohl Beginner als auch versierte Anleger an. Eine Kombination, die im Vergleich mit der Konkurrenz hervorstechen kann.
Globale Portfolios können sich nicht nur auf Europa oder die USA konzentrieren. Es braucht einen klaren und objektiven Blick auf die Emerging Markets. In Asien sind China und Indien zwei wichtige Volkswirtschaften – die allerdings in ihren Bewertungen sehr unterschiedlich wahrgenommen werden.
Aus Anlegersicht bleiben beide spannend. China tritt zunehmend selbstbewusst auf und lässt sich auch beim Thema Tech bzw. KI „die Butter nicht mehr vom Brot“ nehmen. Indien bringt auf der anderen Seite einen starken Mix aus Demografie, wachsender Mittelschicht und Investitionsprogrammen mit. Wer geschickt diversifiziert, kann einen starken Mix zwischen beiden Märkten aufbauen.
Beide Volkswirtschaften liegen in unmittelbarer Nähe, gehen ins Jahr 2026 aber mit sehr unterschiedlichen Vorzeichen. Indien hebt sich durch eine günstige Demografie, Reformen für mehr Vertrauen und Investitionsprogramme ab. China ist auf der anderen Seite reifer und global stärker in ein Geflecht aus gegenseitigen Marktmechanismen eingebunden.
Zollsenkungen erwarten Textilien und Bekleidung, aber auch der Pharmabereich hofft auf einen Abbau regulatorischer Hürden. Das Automotive-Segment kann von einem besseren EU-Marktzugang – genauso wie IT-Services – ebenfalls profitieren.
Taiwan bleibt das größte Risiko – eine militärische Eskalation würde Märkte erschüttern. Die US-China-Rivalität treibt Exportkontrollen und Tech-Sanktionen an, die am Ende die Halbleiter- und KI-Infrastruktur treffen. Zudem belasten Handelskonflikte und Zölle Exporteure. Jeder dieser Faktoren kann schnell eskalieren und die Bewertungen drücken.

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